Nicht nur in der Partnerschaft empfinden wir Berührungen als angenehm. Das richtige Händchen für die Bedürfnisse unseres Körpers haben Masseure und Physiotherapeuten in ihrer Ausbildung gelernt. Sie drücken die genau richtigen Punkte und wissen, wo die Verspannung sitzt.

Auch jeder Wellnesstag wäre nur halb so schön, wenn die ausgiebige, professionelle Streicheleinheit fehlen würde. Massagen gibt es in fast jeder Form und für fast jede Stelle unseres Körpers. Die wichtigsten Wellness Massagen stellen wir ihnen im Folgenden vor.

Welche Wellness Massagen gibt es?

Wellness-Massage-Arten
©shutterstock – Aleks Gudenko

Massagen stehen im Mittelpunkt jedes Wellness Programmes. Während die klassische Massage auch als die älteste Heilmethode der Welt gilt, haben sich die unterschiedlichsten Massagekünste herausgebildet und werden als Wellness Massage bezeichnet.

Jede Methode hat ihre eigenen Massagetechniken und ihre unbeschreibliche Wirkung, dennoch lösen sie alle Verspannungen im Körper und sorgen für eine tiefe Entspannung.
Welche Wellness Massage ist die richtige? Ausprobieren ist angesagt.

Akupunkt-Massage und Akupressur

Die Massage-Technik stammt aus der chinesischen Medizin. Dabei werden durch Druck auf bestimmte Punkte innere Organe und verschiedene Körperteile positiv angesprochen.

Aroma-Massage

Anstelle eines normalen Massageöls arbeitet der Masseur mit verschiedenen duftenden, ätherischen Ölen.

Ayurveda Massage

Auch hier kommen Öle zum Einsatz, während mit Seidenhandschuhen massiert wird. Die Handschuhe verstärken den entspannenden Effekt.

Bürstenmassagen, Schröpfmassage oder Druckstrahlmassagen unter Wasser

Diese Wellness Massagen werden mit verschiedenen Hilfsmitteln durchgeführt. Die Methoden fördern vor allem die Durchblutung und Lockerung des Bindegewebes.

Fußreflexzonenmassage

Auch bei dieser Wellness Massage, die ihren Ursprung im fernen Osten hat, werden über bestimmte Druckpunkte am Fuß Organe des ganzen Körpers angesprochen. Ein außergewöhnliches Erlebnis.

Klangmassage

Bei der Klangmassage legt der Masseur mehrere sogenannte Klangschalen auf den Körper des zu Behandelnden und bringt die Schalen zum Klingen und Schwingen. Die feine Vibration der Schalen wirkt sich auf den gesamten Körper entspannend aus und bringt den körpereigenen Energiehaushalt in Balance.

Klassische Massage (auch Schwedische Massage)

Die klassische Massage ist die Grundlage für alle anderen Massage-Arten, zählt aber nicht zu den Wellness Massagen.

Shiatsu-Massage

Nicht nur seine Hände, sondern auch andere Körperteile (Knie, Ellbogen) setzt der Masseur für die Behandlung ein – klingt schmerzhaft, ist aber erfrischend und vitalisierend.

Thai-Massage

Einige Dehnungstechniken der Thai-Massage sind mit Yoga verwandt. Oft wird eine Thai-Massage auch als Ölmassage angeboten.

Warmstein-Massage

Bei der auch „Hot Stone Massage“ genannten Technik legt sich der Behandelte auf warme Steine. Wärme ist nicht nur wohltuend, sondern entspannt auch die Muskulatur und löst damit steinharte Verspannungen.

Die heute bekannten Massage-Arten stammen zu einem großen Teil aus fremden Religionen und Kulturen. Überliefert wurden die Techniken vor allem im Zuge des anhaltenden Wellnesstrends. Besonders starken Einfluss auf die heute erhältlichen Massagen haben die asiatisch-kulturellen Überlieferungen aus der chinesischen, japanischen oder indischen Heilkunst.

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, sich nicht nur eine Wellness Massage zu gönnen, sondern können sich an einem Wellnesstag ebenso mit Bädern und Beauty Behandlungen rundum verwöhnen lassen.

Gesundheitliche Risiken – Wann darf ich nicht massiert werden?

Wellness-Massage-Risike
©shutterstock – Aleks Gudenko

Eine Wellness Massage kann auch ohne die Verschreibung eines Arztes durchgeführt werden. Die Masseure in Wellness Oasen und Spas sind dennoch Profis und meist ausgebildete Massage-Wellness-Therapeuten oder Wellness-Masseure. Eine Wellness Massage gilt in Deutschland als rein gewerbliche Leistungen und ist nur für gesunde Menschen gedacht.

  • Bandscheibenvorfall: Wer einen Bandscheibenvorfall erlitten hat, sollte nur nach Absprache mit dem Arzt eine Massage in Anspruch nehmen. Der Druck kann die Entzündung der Nerven noch verschlimmern. Der Bereich, der vom Bandscheibenvorfall betroffen ist, darf also auf keinen Fall massiert werden, umliegende Muskelgruppen dürfen aber stimuliert werden.
  • Epilepsie: Wer an Epilepsie erkrankt ist, kann in einer Massage-Sitzung einen Anfall erleiden. Vor allem Tiefenentspannung kann bei Betroffenen dazu führen, dass Krampfungen einsetzen.
  • Hautkrankheiten: Wer unter Hautkrankheiten leidet, sollte nicht zur Wellness Massage gehen. Die Krankheit kann sich durch die Massage nicht nur verschlechtern, sondern sich auch auf den Therapeuten übertragen.
  • Herzinfarkt: Wer einen Herzinfarkt erlitten hat, sollte sich in den ersten drei Monaten auf keinen Fall massieren lassen. Massagen sollten Herzinfarkt-Patienten auf keinen Fall ohne eine ärztliche Verordnung durchführen lassen.
  • Herzschrittmacher: Auch ein Herzschrittmacher schließt eine Massage aus, außer die Meinung des Arztes unterstützt Ihren Wunsch. Auch hier gilt: Unbedingt den Arzt fragen!
  • Psychische Störungen: Wer unter schweren psychischen Störungen leidet, sollte vor der Massage unbedingt mit seinem Therapeuten oder Arzt sprechen. Insbesondere Massagen mit Tiefenentspannung können unvorhergesehene Reaktionen aus dem Unterbewusstsein hervorrufen.
  • Rheuma und Arthritis: Rheuma- oder Arthritis-Betroffene, die unter Entzündungen leiden, sollten Massagen nur nehmen, wenn der Arzt es ausdrücklich verordnet.
  • Schlaganfall: Auch nach einem Schlaganfall kann eine Massage fatale Folgen haben. Wie beim Herzinfarkt, sollten Betroffene mindestens drei Monate nach dem Schlaganfall keine Massage in Anspruch nehmen. Im Zweifelsfall sollte ebenfalls ein Arzt befragt werden.
  • Venen-Entzündungen: Wer unter starken Krampfadern leidet, sollte auf Massagen verzichten. Die „leichten Besenreißer“ sind damit nicht gemeint. Wer einzeln erkennbare Adern hat, sollte sich aber in jedem Fall von einem Arzt auf die eigene Massagetauglichkeit untersuchen lassen.

Vorsicht bei Massagen in der Schwangerschaft

Schwangere sollten sich an bestimmten Stellen den Körpers auf keinen Fall massieren lassen. Bestimmte Akupressurpunkte am Fuß, z. B. bei einer Fußreflexzonenmassage, Händen und Rücken können sich hormonell auswirken und so eine Frühgeburt bzw. frühzeitige Wehen auslösen.

Ebenso ist von der etwas „härteren“ Thai-Massage abzuraten. Werdende Mütter, die sich unsicher sind, fragen am besten ihre Hebamme oder einen naturheilkundlichen Arzt. Er wird Ihnen sagen, welche Stellen während Ihrer Schwangerschaft problemlos massiert werden dürfen.

Wenn die Rücken- und Nackenschmerzen zu stark sind und Sie sich dringend Entspannung wünschen, können sich Schwangere nach Absprache mit dem Arzt auch im Sitzen massieren lassen (wenn der Babybauch zu groß wird), zum Beispiel an den Schultern und am oberen Rücken.

Besonders geeignete Massagetechniken für Schwangere sind die Zupfmassage (wirkt gegen Schwangerschaftsfältchen), eine Dammmassage (hilft, den Damm vier bis fünf Wochen vor dem Geburtstermin auf die Geburt vorzubereiten; außerdem wird dadurch die Haut elastischer).

Wer darf eine Wellness Massage anbieten?

Wellness-Massage-Anbieter
©shutterstock – Aleks Gudenko

Die meisten Wellness Massagen werden in professionell eingerichteten Studios angeboten. Um die Teilnehmer richtig zu verwöhnen, legen die meisten Spas großen auf eine komfortable Einrichtung. Schließlich sollen Sie entspannen.

Zur wichtigen Ausstattung zählen: Massageliege, angenehme Beleuchtung, ausgewählte Düfte, Hilfsgeräte (Zum Beispiel bei der Bürsten- oder Druckstrahlmassage).

Während medizinische Massagen nur durch ausgebildete Masseure durchgeführt werden dürfen, dürfen Laien auch eine Wellness Massage geben. Voraussetzung ist, dass der Massierte gesund ist und der gewerblich Massierende kein Heilungsversprechen sowie keine Diagnose gibt.

Auch die Bezeichnung „Masseur“ darf ein Laie nicht führen. Natürlich sollte auch ein Laie zumindest eine Fortbildung oder einen Massage-Kurs vorweisen können.

Welche Kleidung trage ich während der Wellness Massage?

Welche Kleidung Sie tragen, kommt darauf an, welche Körperpartien massiert werden. Im Zweifelsfall schiebt der Masseur das Kleidungsstück einfach zur Seite, natürlich nur mit Ihrem Einverständnis.

Auch bei der Ganzkörpermassage muss der Massierte nicht nackt sein. Wichtig ist, dass man sich während der gesamten Wellness Massage wohl fühlt, sonst verkrampft der Körper und Genuss ist weit entfernt. Über die bereits massierten Körperpartien kann der Masseur ein Tuch legen. Ölmassagen sind allerdings nur schwer möglich, wenn Sie sich vor dem Ausziehen sträuben.

Tipp: Es gibt auch spezielle Einweg-Kleidung, die extra für Massagen entwickelt wurde, z. B. eine weiche Vliesjacke, einen Bademantel oder eine Shorts, die Sie nach der Massage einfach entsorgen.

Gehören Wellness Massagen zu den Leistungen der Krankenkasse?

Normalerweise werden nur die Behandlungen bezahlt, die vom Arzt verschrieben werden. Das ist bei einer Wellness Massage kritisch. Wenn sich aber eine Behandlungswirkung nachweisen lässt, können Massagen generell auch von den Krankenkassen bezahlt werden.

Dies betrifft sowohl die klassische Massage als auch eine Wellness Massage.
Auf der anderen Seite verschreibt nicht jeder Arzt Massagen. Mache Krankenkassen übernehmen die Kosten, andere nicht; möglich sind auch teilweise Übernahmen.

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse gestaltet sich ähnlich wie bei Akupunktur. Im Zweifelsfall sollten Sie zuvor bei Ihrer Krankenkasse und dem Arzt erkundigen, ob in Ihrem die Kosten vollständig oder teilweise übernommen werden.

Kosten für eine Wellness Massage

Eine Wellness Massage kostet in der Regel rund 60 Euro pro Stunde. In Wellness Paketen von Spas oder Wellnesshotels sind die Massagen meist teil des Programms und werden nicht extra abgerechnet. Wer oft auf Messen ist, könnte außerdem auch einmal kostenlos in den Genuss einer Wellness Massage kommen.

Ausbildung und Kurse für Wellness Massagen

Eine Ausbildung oder ein Kurs für Wellness Massagen eignet sich für jeden, der Freude am Umgang mit Menschen hat und eine professionelle Massage, gepaart mit abwechslungsreicher Wellness Behandlung bieten möchte.

Eine Ausbildung zum Wellness Therapeut kann bereits in rund sieben Tagen abgeschlossen sein. Kurse werden auch in Tagesseminaren angeboten, in denen Teilnehmer ihre Massagekenntnisse vertiefen, um zum Beispiel im Bekanntenkreis zu massieren.

Die klassische Massage bleibt ausgebildeten Masseuren und Physiotherapeuten vorbehalten. Die Wellness Massagen kann jeder durchführen, der eine private (nicht staatlich anerkannte) Ausbildung durchlaufen hat.

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