Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Riesling und einem Dornfelder? Würden Sie auch mitten in der Nacht, wie aus der Pistole geschossen den Geschmack eines Blauen Portugiesers erkennen?

Wissen Sie, welche Rebsorten wirklich aus Bordeaux stammen und welcher Wein nun zu Fisch passt, welcher zu dunklem Fleisch oder welcher zum Käse? Was Sie in Büchern nicht lernen können, erleben Sie im Weinseminar. Als Weinfan vermittelt es Ihnen mehr als theoretisches Wissen, sondern die Erfahrung eines wahren Kenners.

Während Anfänger im Weinseminar die Grundlagen rund um Weinsorten und ihre Herstellung lernen, bilden sich erfahrene Weinkenner mit der Analyse ausländischer Weine weiter und erhalten Einblicke in die Aufgaben eines Winzers.

Was lernen wir im Weinseminar?

Weinseminar-Grundlagen
©shutterstock – g-stockstudio

Ein Weinseminar unterscheidet sich von einer Weinprobe, bei der die Verkostung sowie der Verkauf der Weine im Mittelpunkt stehen. Stattdessen vermittelt ein Weinseminar Kennnisse zur Weinherstellung, den verschiedenen Rebsorten, der Weinsensorik sowie zum Anbau und zur Lagerung.

Grundlagenseminar für Anfänger

Für Einsteiger gibt es Weinseminare in denen Grundkenntnisse vermittelt werden:

Inhalte:

  • Wo wächst Wein?
  • Welche Weinarten sollten Weinfans kennen?
  • Wie genau entsteht Wein?
  • Was ist Wein und wie genau entstehen Rot- Weiß- und Roséweine?
  • Welche Angaben enthält die Flasche und was bedeuten sie?
  • Weinsprache: Was genau sind Säure, Süße, Tannine und Alkohol?

Regionen- und Länderseminar für Fortgeschrittene

Wer die Grundlagen der Weinherstellung und Verarbeitung aus dem Weinseminar verinnerlicht hat, den zieht es vielleicht in ein Länderseminar rund um die Regionen, die den verschiedenen Weine sowie Rebsorten ihren Namen gegeben haben. Die Verkostung zeigt, wie sich die verschiedenen Weine unterscheiden.

Inhalte:

  • Welche Weinstile gibt es?
  • Welcher Wein stammt aus welchem Land?
  • Welche Informationen enthält die Qualitätsstufe und was sagt sie aus?
  • Welche Unterschiede machen Preisklassen und Namen aus?

Weinseminar zur Sensorik

Weinseminar-Rotwein
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In diesem Weinseminar steht die Weinsensorik im Mittelpunkt. Dort lernen Teilnehmer fachmännisch Wein zu analysieren. Dabei sind Geruch und Geschmack, d.h. die sensorische Beschaffenheit, die wichtigsten Merkmale, um die Trauben einzelner Rebsorten zu unterscheiden und die Bestandteile der Weine zu entschlüsseln.

Inhalte:

  • Wie verkoste ich Wein professionell?
  • Welche Sinne werden angesprochen und was nehme ich wahr?
  • Was sagen Unterschiede in Süße und Säure genau aus?
  • Mit welchen Aromen haben es Weinliebhaber und Profis zu tun?
  • Welche Bestandteile des Weins bestimmen vor allem den Geschmack?
  • Was riechen und was schmecken wir genau?

Weinseminar mit Ausflug zum Weinberg

Nach einer theoretischen Einführung folgt in diesem Weinseminar der praktische Teil. Zwar läuft dieser von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich ab und hängt vom Veranstaltungsort ab, doch geht es meistens direkt in den Weinberg.

Hier sehen Weinkenner, wie gearbeitet wird, mit welchen Dingen Winzer täglich zu kämpfen haben und was bei Wein-Anbau, -Ernte und der Pflanzenpflege zu beachten ist. Viel moderner als früher sind natürlich die Geräte, mit denen im Weinberg täglich gearbeitet wird.

Die wichtigsten Werkzeuge sind und bleiben aber die eigenen Hände. Auch ein geschultes Auge ist wichtig, um gute und schlechte Trauben zu erkennen.

Manche Veranstalter zeigen den Teilnehmern im Weinseminar auch die traditionelle Art, die Trauben zu ernten und zu pressen. Mit Körben, Schubkarren und einem klapprigen Auto fährt die Gruppe die geernteten Trauben ein.

Anschließend kommen die Früchte in die alte Holzpresse, die mit einem runden Deckel verschlossen wird. Eine daran befestigte Schraubvorrichtung drückt unter Mühen und Drehen des Kursleiters anschließend den Deckel nach unten und die Essenz des Weines fließt aus der Presse. Ein eindrucksvolles Spektakel für Weinliebhaber.

Ein Weinseminar mit Ausflug zum Weinberg beinhaltet häufig diese Programmpunkte:

  • Rundgang durch den Weinberg
  • Weinsensorik
  • Rebsorten im Überblick
  • Kellerführung (Produktion und Lagerung der Weine)
  • Wein und Speisen (Probe und Verkostung)

Wein selber herstellen – Pflege und Weinlese im Weinseminar

Teilnehmer, die gerne selber ans Werk gehen möchten, sind in einem Do-It-Your-Self Weinseminar gut aufgehoben. Hier lernen Sie die Weinproduktion von der Pike auf kennen und stellen dabei Ihren eigenen edlen Tropfen her. Wie der wohl schmecken wird?

Auch in diesem Weinseminar starten die Teilnehmer (im Frühjahr) mit einer Einführung in den Weinberg und beginnen die Arbeit mit dem Herausziehen des Rebschnitts. Etwa vier Monate später geht es weiter mit dem sogenannten „Heften“ der Triebe.

Die Reben werden dabei in einem Drahtrahmen eingefasst. Nach einer Mahlzeit geht es weiter mit dem Schneiden der Triebspitzen, der „grünen Lese“ (zur Reduzierung des Ertrags) bis zur eigentlichen Weinlese, also der Ernte sowie der weiteren Verarbeitung im Weinkeller.

Intensivseminar zur Weinherstellung

Ein volles Programm für Fortgeschrittene und ambitionierte Einsteiger in der Weinherstellung erwartet Sie in diesem Weinseminar, das meist über mehrere Tage verteilt angeboten wird und vereint die wichtigsten Inhalte des Grundseminars für Einsteiger und vermittelt weiterführende Kenntnisse rund um die Weinherstellung sowie Verkostung der fortgeschrittenen Weinseminare.

Ein solches Weinseminar läuft zum Beispiel folgendermaßen ab:

  • Tag 1: Grundlagen wie Weinsensorik, Degustation (d.h. Verkostung), Gärung und Basics der Mikrobiologie stehen auf dem Plan des ersten Seminartages. An einheimischen Weinen lassen sich die erlernten Grundlagen noch vertiefen.
  • Tag 2: Wie lagert man Wein richtig? Wie geht man mit dem Rohstoff zwischen den einzelnen Arbeitsschritten um? Woran wird die Weinqualität gemessen? Wie gestalten sich das Weingesetz und die Nomenklatur für Winzer? Über diese Fragen hinaus lernen Teilnehmer auch, worauf es bei der Arbeit im Weinberg ankommt. Wie wirken sich Klima, Beschaffenheit des Bodens und Terroir auf den Wein aus? Mit einem Blick in die ausländische Weinproduktion, wird klar, wie sich zum Beispiel französische oder italienische Weine von Erzeugnissen aus Deutschland unterscheiden.
  • Tag 3: Reifung und Jahrgänge unterschiedlicher Weine werden unter die Lupe genommen. In einer ausführlichen Vergleichsprobe stellen Teilnehmer zusammen mit dem Seminarleiter die Unterschiede zwischen weiteren Weinen aus ganz Europa fest.
  • Tag 4: Am letzten Tag geht es im Weinseminar ans Eingemachte: In einer Blindprobe üben sich die Teilnehmer darin, Weine aus der ganzen Welt allein durch Geruch und Geschmack auseinander zu halten. Die Herkunftsländer der Weinsorten reichen zum Beispiel von Kalifornien über Südamerika, Südafrika und Australien bis nach Neuseeland.

Aufbauseminare für Weinkenner

Nun wird es wieder theoretisch. Sie haben bereits in einem Weinseminar die wichtigsten Grundlagen erfahren und möchten Ihr Wissen erweitern?

In Aufbauseminaren lernen angehende Weinkenner die verschiedenen Weinsorten kennen und lernen die Unterschiede zwischen klassischen Weinanbau-Regionen in Europa und neu erschlossenen Anbaugebieten in Amerika und Australien.

Liegen die Unterschiede nur in Klima, Sonneneinstrahlung und Boden? Eine Klassifizierung der Weinbaugürtel von Nord- und Südhalbkugel helfen den Weinschülern, die Unterschiede zu verstehen.

Nicht weniger theoretisch aber umso interessanter sind die Einblicke in die Qualitätsstufen von Wein in Europa und Übersee. Eine Etikettenkunde schließt den theoretischen Teil des Aufbauseminars ab und leitet die Weinkenner in den praktischen Teil des Seminars für Fortgeschrittene.

Bei der Weinsensorik dürfen Sie die verschiedensten Weine aus der sogenannten Alten und Neuen Welt verkosten und deren lernen ihre Bestandteile fachkundig zu analysieren.

Anhand der vertieften Weinprobe erhalten die Teilnehmer mehr Informationen über die unterschiedlichen Rebsorten und Weinstile. Auch die Port- und Likörweine lassen die Veranstalter meist nicht aus und schulen die Gaumen der wissbegierigen Weinkenner auch im höherprozentigen Bereich.

Welche Weine die passenden zu verschiedensten Speisen und Käsesorten sind, zeigen die Kursleiter oft auch im anschließenden gemütlichen Teil des Tages – im moderierten Wein-Diner.

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