Wollten Sie schon immer einmal im Geschwindigkeitsrausch über das Wasser brettern? Dann nehmen Sie das doch wörtlich und probieren Wasserski aus! Bei dieser Sportart trennen Sie lediglich zwei schmale dünne Bretter von der Wasseroberfläche.

So weht der Wind Ihnen nicht nur frisch um die Nase, sondern um den ganzen Körper. Dieses Gefühl kommt dem Fliegen sehr nah. Denn im Gegensatz zur Wintersportart Ski fährt der Läufer beim Wasserski strenggenommen nicht selber. Vielmehr wird er gezogen und gleitet so auf den Skiern über das Wasser. Deswegen bedarf es keiner Kenntnisse im Skifahren, um Wasserski zu lernen.

Mit der richtigen Körperspannung ist der Balanceakt auch für Anfänger in kurzer Zeit zu meistern. So werden nicht nur diverse Muskelpartien trainiert, man hat auch jede Menge Spaß. Kein Sport ist erfrischender an heißen Sommertagen.

Was ist Wasserski?

Wasserski ist eine Sportart, bei der Skier zweckentfremdet werden: Statt auf Schnee einen Hang hinab zufahren wird der Wasserskiläufer auf ihnen stehend über Wasser gezogen. Dafür gibt es spezielle Wasserskier. Diese sind wie folgt aufgebaut:

  • Die Skier sind am vorderen Ende nach oben gebogen.
  • Sie haben am hinteren Ende eine sogenannte Finne. Diese kann man sich wie die Flosse eines Fischs vorstellen. Sie dient zur Stabilisierung der Richtung bei der Führung.
  • Die Füße des Wassersportlers finden in einer Gummimanschette sicheren Halt.
  • In seinen Händen hält er einen Haltegriff, der in ein Zugseil mündet. Die Länge dieser Leine beträgt durchschnittlich 18 Meter, kann je nach Disziplin und Fahrfähigkeiten des Wassersportlers aber variieren.

Gezogen wird der Wassersportler entweder von einem Motorboot oder mittels einer Seilbahn. Die Geschwindigkeit beträgt in der Regel 25 bis 30 Kilometer pro Stunde, kann aber bis zu doppelt so schnell sein.

Voraussetzungen für das Wasserskifahren

Um Wasserski auszuprobieren, müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt werden, die den Läufer betreffen, dazu zählen:

  • Das Alter: Während nach oben keine Grenze gesetzt ist, benötigen alle Sportler unter 18 Jahren das Einverständnis der Erziehungsberechtigten. Ist dieses gegeben, können, je nach Anbieter und Statur des Kindes, sogar Sechsjährige Wasserski fahren.
  • Die Gesundheit: Der Wassersportler sollte körperlich gesund sein und keine Verletzungen aufweisen. Menschen mit Rückenproblemen oder Gelenkleiden sollten vorher Rücksprache mit ihrem Arzt halten.
  • Vorkenntnisse: Man sollte ein sicherer Schwimmer sein.

Von der Verfassung des Wassersportlers abgesehen, kann das Wetter dem Wasserskifahren einen Strich durch die Rechnung machen. Bei starkem Regen oder Winden sowie bei Gewitter fällt die Fahrt aus oder wird abgebrochen. Aus diesem Grund wird Wasserski meist zwischen April und Oktober angeboten und ausgeübt.

Welche Ausrüstung muss ich zum Wasserski mitbringen?

Für diejenigen, die Wassersport nicht regelmäßig als Sport ausüben wollen, reicht es völlig, Badebekleidung und Handtücher zur Schnupperstunde mitzubringen. Die Skiausrüstung sowie ein Neoprenanzug und eine Schwimmweste werden vom Anbieter zur Verfügung gestellt. Ob für die leihweise Benutzung zusätzliche Kosten anfallen, hängt vom Anbieter ab.

Wasserskifahren: Auf die Bretter kommen und oben bleiben

Das schwierigste beim Wasserskifahren ist der Start. Dieser erfolgt entweder als Tiefenwasserstart, also direkt vom Wasser aus oder von einem Steg. Der Bewegungsablauf ist jedoch derselbe:

  • Der Wassersportler begibt sich in eine sitzende Position. In der Hocke müssen die Beine schulterbreit auseinander gehalten werden.
  • Mit beiden Händen hält er mittig den Haltegriff. Die Hände sollten dabei weit auseinander gehalten werden.
  • Der Wassersportler lehnt sich nach hinten und die Spitzen der Skier zeigen nach oben aus dem Wasser.
  • Diese Körperspannung muss unbedingt auch gehalten werden, wenn das Boot oder die Seilbahn sich in Bewegung setzen.
  • Aus der hockenden Position erst erheben, wenn so schnell beschleunigt wurde, dass ausreichend Zug auf der Leine ist.

In aufrechter Position die Balance zu halten, ist am Anfang auch nicht so einfach.

Tipps, die helfen, auf den Skiern zu bleiben.

  • Körperspannung und ein gerader Rücken werden zwar benötigt, trotzdem dürfen die Glieder nicht verkrampfen.
  • Der Blick sollte immer in Fahrtrichtung gerichtet sein.
  • Die Skier sollten flach gehalten werden.
  • Die optimale Position für den Haltegriff ist auf Hüfthöhe, da dort der Körperschwerpunkt ist.
  • Wird die Heckwelle gekreuzt, muss leicht in die Knie gegangen werden. Die Welle wird am besten in einem möglichst spitzen Winkel überfahren.
  • Am Ende der Fahrt wird die Geschwindigkeit reduziert und der Wassersportler lässt den Haltegriff los. Zurück ans Ufer muss geschwommen werden.

Verständigung während des Wasserskifahrens

Wasserski-Boot
©shutterstock – Jacob Lund

Die Verständigung zwischen Bootsfahrer und Läufer ist aufgrund der großen Geräuschkulisse und der Entfernung per Zurufe nicht möglich. Stattdessen wird auf Handzeichen zurückgegriffen. Hier eine Übersicht der wichtigsten allgemeinen Wasserski-Kommandos:

  • Nimmt der Wasserskiläufer eine Hand vom Haltegriff und deutet mit dem Daumen nach unten, bedeutet dies „langsamer“. Der Daumen nach oben bedeutet dementsprechend „schneller“. Wenn Daumen und Zeigefinger einen Kreis bilden, signalisiert der Wasserskifahrer, dass die aktuelle Geschwindigkeit angenehm ist.
  • Den Wunsch anzuhalten äußert er, indem er sich mit einer Hand wiederholt am Kopf berührt. Für ein sofortiges Anhalten (ein Not-Stopp) wird die flache Hand unter dem Kinn hin und her bewegt.
  • Der Bootsfahrer gibt dem Wasserskiläufer zu verstehen, dass bald umgedreht werden muss, indem er mit dem Zeigefinger eine kreisende Bewegung macht.
  • Soll der Wasserskifahrer hinter dem Boot bleiben, hebt und senkt der Bootsfahrer eine ausgestreckte Hand über dem Kopf.
  • Ein seitlich ausgestreckter Arm, der Wellenbewegungen imitiert, deutet auf starken Wellengang hin.

Da Bootsinsassen Gefahren häufig leichter erkennen als der Wasserskifahrer, hat dieser die Kommandos absolut ernst zu nehmen. Zudem ist es in Europa Pflicht, einen zweiten Mann als Kopiloten im Boot zu haben. Dieser behält den Wassersportler konstant im Blick und signalisiert dem Fahrer beispielsweise, wenn er gestürzt ist.

So lernen Sie Wasserski

Wasserski ist für Anfänger schnell und leicht zu erlernen. Bereits in einem einstündigen Schnupperkurs können die wesentlichen Kenntnisse vermittelt und erste Fahrversuche unternommen werden.

Für diejenigen, die nicht bloß reinschnuppern wollen, sondern beabsichtigen, regelmäßig Wasserskifahrten zu machen, gibt es auch mehrtägige Anfängerkurse. Nach einem solchen können selbstständig und ohne Einweisung Fahrten durchgeführt werden.

„Trockenübungen“ an Land

  • Kennenlernen der Ausrüstung, An- und Ausziehen der Skier
  • Startposition einnehmen und sich aus ihr erheben. Dabei wird man von einem Übungspartner hoch gezogen.
  • Vermittlung der Wasserski-Kommandos

Übungen im Wasser

  • Skier im Wasser an- und ausziehen sowie das Schwimmen mit Skiern
  • Starten an der Lernstange
  • Starten bei Antrieb durch ein Boot oder die Seilbahn
  • Balance halten und die Heckwelle kreuzen

Wo kann Wasserski gefahren werden? Anbieter und Preise

Generell gibt es in allen Teilen Deutschlands die Möglichkeit, Wasserski zu fahren.

Die Preise hängen von der Dauer des Anfängerkurses oder der Bahnbenutzung ab. Auch muss sich im Voraus informiert werden, ob der Neoprenanzug und die Schwimmweste im Preis inbegriffen sind. Orientierung bieten diese Durchschnittspreise:

  • Schnupperkurs in einer kleinen Gruppe mit einer Dauer von 1- 2 Stunden ab 25 Euro
  • Schnupperkurs für eine Person mit einer Dauer von einer Stunde ab 50 Euro
  • Benutzung der Anlage ohne gesonderte Einweisung ab 30 Euro pro Tag
  • Jahreskarten sind ab 300 Euro erhältlich

Jugendliche und Schüler erhalten in der Regel eine Ermäßigung. Wasserski wird zudem an vielen Urlaubsorten, besonders bei denen mit Strandnähe, angeboten.

Wasserski als Leistungssport

Wasserskifahren wird auch als Leistungssport praktiziert, für den es nationale und internationale Ranglisten und Wettbewerbe gibt. Es wird unterschieden zwischen Wasserskies, die mit dem Motorboot oder per Seilbahn angezogen werden. Zudem gibt es separate Klassen für Damen, Herren und Jugendliche.

Es gibt insgesamt vier Disziplinen, deren Reglements von der International Water Ski Federation (kurz IWSF) aufgestellt werden. Hier die Disziplinen in der Übersicht:

Slalom
  • Bei konstanter Geschwindigkeit müssen sechs Bojen umfahren werden.
  • In mehreren Durchgängen wird das Tempo schrittweise gesteigert, bis das Höchsttempo erreicht wird (beträgt 55 Kilometer pro Stunde bei den Damen und Jugendlichen, 58 Kilometer pro Stunde bei den Herren).
  • Schaffen mehrere Wasserskiläufer, die Slalom-Strecke bei Höchsttempo zu meistern, wird die Leine verkürzt. So wird die Geschwindigkeit weiter gesteigert und der Schwierigkeitsgrad erhöht.
Trickski
  • Der Figurenlauf beim Wasserski
  • Zwei Durchgänge à 20 Sekunden
  • Nur offiziell durch die IWSF zugelassene Tricks dürfen ausgeführt werden, bewertet werden diese gemäß ihres Schwierigkeitsgrade.
  • Beispiele für Tricks: „Toehold“ ist der Griff mit dem Fuß, bei der „Ski Line“ wird einer der Füße über die Leine gelegt.
Springen
  • Zum Absprung wird eine Schanze genutzt.
  • Nur die Weite zählt. Diese kann bis zu 80 Meter betragen.
  • Damit ein Sprung gewertet wird, müssen Absprung und Landung sauber ausgeführt werden.
Wasserski Racing
  • Kann nicht an einer Seilbahn ausgeübt werden.
  • Ein Racer-Team besteht aus drei Personen: Wasserskiläufer, Bootsfahrer und Kopilot
  • Die Boote haben bis zu 1500 PS.
  • Extra lange Monoskies (siehe unten) werden verwendet.
  • Die Streckendauer beträgt etwa eine Stunde.

Ähnlich wie andere Sportarten unterliegt auch das Wasserskifahren ständig wechselnden Trends. Diese haben zu einigen Variationen des Fahrstils geführt. Dazu zählen:

Monoski: Hier wird nur mit einem Ski gefahren. Der zweite Fuß wird an einer weiteren Schlaufe am Ski befestigt. Spezielle Monoskier sind an der Unterseite mittig nach innen gebogen, um die Stabilität auf dem Wasser zu gewährleisten.
Barfuß-Wasserski: Bei dieser Variation werden die Skier gleich ganz weggelassen. Dies verlangt viel Erfahrung sowie ein ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl und ist nur bei ruhiger Wasserlage möglich.
Kneeboard: Das Kneeboard ist eine Vorrichtung, auf der man kniend über das Wasser gezogen wird.

Die Variationen können in den oben genannten Disziplinen praktiziert werden, mit Ausnahme des Racings.

Wasserski als Sport für Menschen mit Behinderung

Sogar Menschen mit diversen körperlichen Behinderungen können diesen Wassersport ausüben. Für sie gibt es angepasste Sportgeräte. So können beispielsweise Querschnittsgelähmte im Sitzen fahren.

Neben Menschen, denen ein Arm oder ein Bein fehlt, wird Wasserski häufig von Sehbehinderten ausgeübt. Für Menschen mit Behinderung gibt es seit 1993 eine offizielle Weltmeisterschaft.

Exkurs: Wasserski-Jargon

Während die Aktivität als Wasserskifahren bezeichnet wird, wird die Person auf den Wasserskiern Wasserskiläufer genannt. Spricht man vom Fahrer, ist in der Regel derjenige gemeint, der das Boot steuert.

Verletzungsrisiko beim Wasserski

Beim Wasserskifahren kann es zu Stürzen kommen. Diese sind meist harmlos, können jedoch Prellungen, Zerrungen oder schlimmstenfalls Knochenbrüche nach sich ziehen. Vorbeugung kann durch häufiges Üben der einzelnen Bewegungsabläufe an Land geleistet werden.

Außerdem sollte der Sportler sich dehnen, bevor es losgeht. Auch eine funktionierende Kommunikation zwischen Wassersportler und Fahrer ist wichtig. Und es gilt: Wann immer eine Gefahrensituation droht, ist der Haltegriff loszulassen!

Wasserski und Wakeboard: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Das Wakeboard ist sozusagen das Snowboard unter den Wassersportgeräten. Die Füße werden dabei auf einem Brett befestigt – und nicht wie beim Wasserski auf zwei Skiern. Der Wakeboarder steht seitlich zur Fahrtrichtung. Lesen Sie mehr zu dieser Sportartart in unserem Artikel zum Thema Wakeboard.