Erinnern Sie sich an Ihre ersten Berührungen mit einem der ältesten Werkstoffe der Welt, dem Ton? Viele haben in der Schule damit schon gearbeitet und gemerkt, das Töpfern vor allem eine Frage der Geduld ist.

Aber auch Fingerfertigkeit und Kreativität machen einen wahren Töpfermeister aus. Das Wissen hinter dem uralten Handwerk und handfeste Techniken erlernen jung und alt auch außerhalb der Schule, in einem Töpferkurs.

Wie und wo kann ich Töpfern lernen?

Töpferkurs-Anbieter
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Private Atelier und Töpferwerkstätte

Ein Töpferkurs findet in unzähligen privaten Ateliers und Töpferwerkstätten statt. In fast jeder Stadt lassen sich die kleinen Anbieter finden, die sich allerdings in Preis, Kursdauer und Inhalten stark unterscheiden können.

Volkshochschulen

Auch in öffentlichen Einrichtungen wie Volkshochschulen werden Töpferkurse in kleinen bis mittleren Gruppen angeboten.

Töpfern im Selbststudium lernen

Natürlich können sich Interessierte mit viel Fleiß und Geduld das Töpfern auch selber beibringen. Bücher und DVDs als Do it yourself Töpferkurs können weiterhelfen. Generell lernt sich das Handwerk aber am besten zusammen mit einem Fachmann, im persönlichen Kontakt.

Inhalte und Ablauf der Töpferkurse

Inhalte eines Töpferkurses

Im Töpferkurs erlernen Sie die wichtigsten grundlegenden Techniken des Töpferns; vom Modellieren mit Platten oder Wülsten bis zum Einformen und Aushöhlen.

Auch erste Erfahrungen im Umgang mit Glasuren sammeln Sie dort. Unter fachkundiger Anleitung formen die Kursteilnehmer zunächst einfache Objekte, zum Beispiel Schalen oder Kerzenhalter.

Nach und nach werden auch komplexe Objekte wie Vasen, Skulpturen und ausgefallene Behälter angefertigt. Schritt für Schritt sitzen die Griffe und Techniken besser, und auch die Geschwindigkeit der Kursteilnehmer wächst.

Ablauf eines Töpferkurses

Zu Beginn werden Ihnen im Töpferkurs die verschiedenen Tonsorten vorgestellt und die Sie lernen, zwischen Steingut-Ton, Steinzeug-Ton, Sondermassen und Gießmassen zu unterscheiden. Einsteiger arbeiten in der Regel mit Steingut-Ton oder Steinzeug-Ton, denn die Tonsorte ist einfacher zur bearbeiten.

Weil das simple Material auch nach dem Brennen noch porös ist, müssen die Töpferlehrlinge das fertige Produkt anschließend mit einer Glasur veredeln. Dabei können sich Anfänger auch noch nach dem Töpfern kreativ mit verschiedenen Glasur-Farben ausprobieren.

Ebenso wird die Grundausstattung beim Töpfern den Kursteilnehmern beim Fertigen erster Ton-Produkte nähergebracht. Neben dem Grundwerkstoff sind das vor allem verschiedene Werkzeuge wie Schneidedraht, Modellierschlingen, Drehschienen, Schwamm und ein Hilfsmittel zum Anrauen von Verbindungsstellen.

Sonderfall Drehkeramik

Bei der Drehkeramik wird immer auch mit einer Drehscheibe gearbeitet. Dabei unterscheidet das Fach zwischen Elektrodrehschreiben, Fußdrehschreiben und Schwungmassen-Drehscheiben.

Auch einfache Haushaltsgeräte wie das Nudelholz, Ausstechformen und Messer kommen beim geschäftigen Treiben im Töpferkurs zum Einsatz. Ebenso wird den Kursteilnehmern der Prozess des Brennens erklärt; aber nur ein Profi wird sich den mächtigen Brennofen anschaffen, bei dem auch höchste Vorsicht vor Verbrennungen geboten ist. Schließlich liegt die ideale Endtemperatur für das Brennen zwischen 900 und 1100 Grad Celsius.

Wer als Hobby töpfert, besitzt in der Regel keinen eigenen Brennofen und bringt seine fertig geformten Keramiken zum Brennen in eine nahe gelegene Töpferwerkstatt. Die Brennkosten liegen bei vier bis fünf Euro pro Kilogramm.

Wer kann an einem Töpferkurs teilnehmen?

Wer töpfern möchte, sollte keine Stauballergie haben. Ansonsten fordern die Veranstalter keine besonderen Voraussetzungen oder Kenntnisse für die Teilnahme am Töpferkurs. Auch eine Altersgrenze haben die gängigen Kurse nicht; für Kinder gibt es spezielle Töpferkurse.

Weil töpfern vor allem eine Frage der Geduld ist, sollten Teilnehmer auch die Zeit mitbringen, um gemeinsam mit dem Kursleiter erfolgreich die ersten Keramiken in den Brennofen zu bringen. Ton ist geduldig, und so dauert ein Töpferkurs meist mehrere Stunden.

Welche Kleidung trage ich beim Töpferkurs?

Die Sonntagskleidung sollten Kursteilnehmer besser Zuhause lassen. Der Werkstoff produziert Staub und verschmiert auf Textilien, deswegen empfehlen die Anbieter, alte und unempfindliche Kleidung mitzubringen.

Arbeitswerkzeuge stellt Ihnen Ihr Kursleiter meist zur Verfügung und müssen nicht mitgebracht werden. Nur in einigen Ausnahmen werden die Teilnehmer angehalten, bestimmte Materialien und Werkzeuge zum Töpferkurs selbst mitzubringen.

Überblick: Was benötige ich zum Töpfern?

Töpferkurs-Zubehör
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  • Wasser
  • Töpferton
  • Schwamm zum Glätten
  • Draht zum Schneiden
  • Klingen zum Ziehen
  • Modellierwerkzeug
  • Schlingen und Stanzen
  • Graviernadel
  • Töpferscheibe (wenn die Technik Inhalt des Kurses ist)
  • Töpfer-Glasur
  • Haushaltsgeräte
  • Nudelholz zum Glattrollen
  • Handtuch
  • Bürste z.B. Zahnbürste oder einen Pinsel
  • Brennofen
  • Solide Arbeitsunterlage und robuster Tisch zum Kneten und Ausschlagen von Luftblasen

Wichtige Techniken beim Töpfern

Schritt für Schritt und je nach Umfang des Töpferkurses erlernen die Kursteilnehmer die wichtigsten Techniken des Töpferns.

  • Die Wulsttechnik funktioniert durch Rollen des Tons zu Dünnen Strängen. Diese werden dann aufeinandergesetzt, wobei die Stränge nach innen oder außen versetzt werden.
  • Die Plattentechnik erfordert häufig die Zuhilfenahme von Werkzeug. Der Ton wird zu einer Platte gerollt und dann zugeschnitten und geformt. Auch das Verbinden mehrerer Platten zu einem Gesamtobjekt ist aber möglich.
  • Die Drehtechnik setzt eine Töpferscheibe voraus. Man setzt die einzelnen Stücke an der Scheibe zusammen, die sich langsam dreht. Schneller drehende Scheiben erfordern eine andere Technik. Man setzt dann den Ton in die Mitte der Scheibe und formt ihn indem man ihn nach oben zieht (vor allem bei runden Gefäßen effektiv).
  • Bei der Gießtechnik wird der Ton in vorgefertigte Formen gegossen – für Einsteiger wenig spektakulär und lehrreich, deswegen auch seltener in Töpferkursen angeboten.

Veredelung und Versiegelung mit Glasur

Sobald Sie im Töpferkurs alle Grundlagen gelernt und mit den eigenen Händen anwenden durften, folgt am Kursende meistens die Glasierung der fertig geformten Produkte. Oft wird die Glasur erst nach einem ersten Brenndurchgang aufgepinselt. Das glasierte Objekt wird dann erneut gebrannt.

Um glasieren zu können, müssen die Kursteilnehmer ihre fertigen Keramiken erst reinigen. Die Oberfläche der Tongebilde sollte bereits möglichst glatt sein, damit die Veredelung auch haften kann. An mehrtätigen Töpferkursen wird oft auch gezeigt, wie Kursteilnehmer die Glasur selber anrühren. Dazu gibt man ein spezielles Pulver in warmes Wasser und lässt es etwa einen Tag quellen.

Die Glasur sollte von milchiger Konsistenz und frei von Klumpen sein. Das Werkstück können Sie mit der Glasur einpinseln, in die Glasur eintauchen oder gleichmäßig übergießen. Vor allem bei Fertigglasuren nimmt man zum Auftragen einen Pinsel.

Unabhängig vom Glasur-Verfahren, müssen die Keramiken noch einen Tag lang trocknen. Anschließend erfolgt der Glasurbrand. Den verschiedenen Techniken geschuldet, variiert der Zeitraum der Töpferkurse stark. Deshalb werden, abhängig von der Kursdauer, natürlich alle Techniken und Arbeitsschritte unterschiedlich ausführlich vermittelt.

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