Wasser kennt keine Gnade. Ein ruhiger Bach verwandelt sich schnell in einen wilden Fluss. Wer sich für die Trendsportart Rafting entscheidet, lässt sich auf Naturgewalten ein, ob als einmaliges Abenteuer oder regelmäßiges Sport- und Freizeitvergnügen.

Rafting-Profis beherrschen das Wasser selbst bei großen Geschwindigkeiten. Aber auch Einsteiger sind in diesem Sport gern gesehen und begeben sich unter professioneller Anleitung eines Raftguides auf große Abenteuerfahrt durch reißende Flüsse.

Was ist Rafting?

Beim Rafting befahren Sie einen Fluss per Schlauchboot. In der Regel sitzen Sie mit vier bis elf anderen Personen im Rafting-Boot. Das robuste Gefährt ist zwischen 3,5 und 6 Meter lang und zwischen 1,6 und 2,5 Meter breit. Bei Ultra-Rafts befinden sich hingegen meist nur zwei oder drei Personen im Schlauchboot.

Wer das als Erlebnis bucht, wird von einem ausgebildeten Raftguide (d.h. Bootsführer) begleitet, die für Sicherheit im Boot sorgen, Einweisungen geben und die Teilnehmer beim Raft anleiten. Das Schlauchboot steuern sie entweder mit Stechpaddeln, Floßrudern oder Doppelpaddeln. Oft ist der Raft so gestaltet, dass Sie zu Beginn durch ruhigeres Fahrwasser rudern und dabei die Natur genießen können.

Danach begeben Sie sich ins Wildwasser, und es wird aufregend. Ab jetzt stehen volle Konzentration und körperliche Anstrengung bei der Steuerung und Koordination des Bootes im Mittelpunkt.

Voraussetzung für Rafting

Es findet in Gruppen statt und eignet sich zum Beispiel für Betriebsausflüge, Junggesellenabschiede oder Schulausflüge. Jeder Teilnehmer sollte die nötige Kraft und Kondition mitbringen. Es gibt aber unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Der Raftguide wählt die passende Tour, um Anfänger nicht zu überfordern.

Profi-Rafter hingegen müssen mit den Einwirkungen des reißenden Wassers umgehen können. Interessenten sollten die körperlichen Voraussetzungen ernst nehmen, da Sie meistens in Wildwasser vordringen, in denen Strudel, Wellen und Hindernisse wie aus dem Nichts auftauchen, müssen alle Rafter geübte Schwimmer sein. Im Ernstfall hilft die Schutzkleidung nicht vor dem Wildwasser.

Wer eigentlich keinen Sport betreibt, sollte nicht gleich mit dem Rafting beginnen, sondern sich mit Kraft- und Ausdauertraining vorbereiten. Großgewachsene Rafter haben durch ihre Armspannweite einen Vorteil, denn ihr Bewegungsradius ist größer; kleinere Abenteurer tun sich schwerer, die Paddel zur Steuerung einzusetzen.

Kinder sollten deshalb nicht an einem Rafting teilnehmen. Sie sind den Anforderungen meist auch mental nicht gewachsen, da sie Gefahrensituationen schnell und richtig einschätzen müssen. Panik hat hier keinen Platz und führt zu Fehlern.

Wer körperlich geschwächt ist, zum Beispiel wegen einer akuten Krankheit, sollte das Rafting lieber verschieben. In ruhigeren Gewässern können aber selbst Kinder das Rafting üben. Es gibt auch Anbieter, die sich auf Rafting Touren mit Kindern spezialisiert haben.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Rafting?

Wichtig ist beim Rafting vor allem die CEC-geprüfte Schutz- und Sicherheitskleidung, da sie nach kurzer Zeit die ruhigen Flüsse verlassen und sich ins Wildwasser begeben. Dazu zählen:

  • ein Rafting-Helm,
  • eine Schwimmweste,
  • eine Neoprenjacke oder ein Neoprenanzug
  • spezielle Neopren-Wildwasser-Schuhe

Zudem sollten Teilnehmer Badebekleidung und ein Handtuch mitbringen. Kleidung aus Baumwolle zieht sich schnell mit Wasser voll und ist für die Rafting Tour nicht sinnvoll.
Auch in den Schlauchbooten muss diverse Ausrüstung vorhanden sein.

Neben Paddeln muss die Gruppe ebenfalls Sicherheitsmaterialien mitführen, vor allem zur Bergung und Sicherung. Dazu zählen Leinen, Schlauchband, Wurfsack, Karabiner, ein erste Hilfe-Kasten und Notfallsignal-Instrumente. Auch eine Pumpe kann sich auf der Rafting Tour als nützlich erweisen.

Ist Rafting gefährlich?

Um Rafts anbieten zu dürfen, müssen Anbieter und Guides eine staatliche Prüfung abgelegt haben. Seriöse Veranstalter tragen außerdem Siegel wie Safety in adventures. Überzeugen Sie sich vor der Fahrt, dass der Anbieter Ihnen höchst mögliche Sicherheit beim Rafting bieten kann.

Die Ausbildung für Raftguides umfasst neben der technischen Ausbildung auch Module wie Gruppenleitung auf fließendem Wasser, Erste-Hilfe und eine Rettungsschwimmer-Ausbildung. Auch die Boote werden regelmäßigen Sicherheits-Prüfungen unterzogen, ebenso das Material.

Die Sicherheitskleidung muss CEC-geprüft sein. Nach dem Anlegen der Schutzkleidung muss der Raftguide darauf achten, dass beim Teilnehmer alles passt und fest sitzt. In ihrer Einweisung zu Beginn des Rafts weisen sie auf Risiken im Allgemeinen und auf der Strecke im Besonderen hin. Diesen Vorgaben ist immer Folge zu leisten.

Wann und wo ist Rafting erlaubt? (Gesetzliche Regelungen)

Es ist eine Sommersportart; zwischen Mai und Oktober begeben sich Rafter auf Abenteuerfahrt, zu anderen Jahreszeiten sind Wasser- und Außentemperatur aber zu niedrig.

Die Stellen, an denen Rafting erlaubt ist, vereinbaren die Anbieter meist mit den örtlichen Natur- und Tourismus-Behörden. Besonders genau werden die Ein- und Ausstiegsstellen kontrolliert, aus Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt. Oft stören Rafter mit Ihrer Abenteuerlust ansässige Angler, Naturschützer sowie Kanu- und Kajakvereine.

Organisiert der Anbieter eine Tour, muss er das mit örtlichen Behörden abstimmen. Die Behörden überprüfen dann, welche Voraussetzungen im Hinblick auf Naturschutz, Sicherheit, Sachgüter und Fischerei bestehen. Unterschiede in der Genehmigung gibt es oft zwischen den einzelnen Bundesländern. Generell unterliegen die Gewässer dem Gemeingebrauch – Naturschutzzonen sind davon ausgenommen.

Näheres regelt §23 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG). Die Länder können in Einklang mit diesem Paragraph zusätzliche Einschränkungen erlassen. Private Gewässer sind natürlich ebenfalls vom Gemeingebrauch ausgenommen.

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