Eine Massage vom Profi hilft, die Muskulatur zu lockern, auf der psychischen Ebene zu entspannen und unterstützt den Heilungsprozess einiger Krankheiten. Besonders angenehm fühlt sich eine Massage vom Partner oder der Partnerin an.

Das gegenseitige Vertrauen bei Paaren unterstützt die entspannende Wirkung einer Partnermassage, dabei ist es wichtig, zu wissen, welche Massagegriffe dem Partner gefallen.

Bei Kindern fördert eine Partnermassage das eigene Körpergefühl und einen achtsamen Umgang mit anderen Kindern.

Gesunder Partner, kranker Partner – wann darf massiert werden?

Partnermassage-gegenseitig
©shutterstock – AlessandroBiascioli

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Partner nur massieren, wenn er gesund ist, um eine Verschlechterung der Beschwerden zu verhindern. Leidet Ihr Partner an Fieber, Entzündungen, Geschwüren und Hautkrankheiten, sollten Sie die Massage einem Physiotherapeuten oder Masseur überlassen.

Ausschlusskriterien für eine Partnermassage sind auch die Bluterkrankheit, ein gerade überstandener Herzinfarkt oder starke Arteriosklerose. Bei Krampfadern und Thrombosegefahr muss die betroffene Körperregion unbedingt ausgespart werden.

Eine Partnermassage kann eine Massage durch speziell ausgebildetes Fachpersonal niemals ersetzen.

Anleitung für eine angenehme Partnermassage

  • Die Hände gründlich waschen. Der zu massierende Partner legt sich auf den Boden oder auf eine Matte. Bei einer Ganzkörpermassage sollte er sich bis auf den Slip entkleiden. Die Körperregionen, die Sie gerade nicht massieren, decken Sie durch eine dünne Decke oder ein Tuch ab.
  • Duftkerzen und ein abgedunkelter Raum sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Manche Menschen empfinden leise Entspannungsmusik als besonders angenehm. Telefone abstellen.
  • Massagemittel auswählen. Öl und bei Bedarf Hilfsmittel wie einen Igelball bereitlegen.
  • Mit Streichungen beginnen. Die Hände dabei immer am Körper des Partners belassen und die Massagegriffe mit flüssigen Übergängen wechseln.
  • Immer auf die Reaktion des Partners achten und die Wiederholungen der Massagegriffe hiervon abhängig machen.

Die wichtigsten Massagegriffe im Überblick

Partnermassage-Griffe
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  • Die Streichung: Sie wird zu Beginn, zur Beendigung der Massage und zum Übergang zwischen den Griffen angewandt. Je nach Druck wird das Lymphsystem beeinflusst oder auf das Muskelgewebe eingewirkt. Streichungen regen die Durchblutung an, die behandelten Körperstellen werden warm und rot.
  • Die Knetung: Knetungen wirken auf das tiefer liegende Muskelgewebe und beschleunigen den Abtransport von Stoffwechselschlacken.
  • Reibungen: Reibungen sind Gegeneinanderbewegungen des Gewebes. Unerwünschte Verwachsungen lassen sich durch gleichmäßiges Reiben dehnen. Diese Massagegriffe sollten in der Partnermassage höchstens oberflächlich vorgenommen werden.
  • Klopfungen: Vorsichtiges Klopfen mit dem Handballen oder der Faust regen die Durchblutung intensiv an. Besonders kräftige Männer, die ihre Frauen massieren, sollten Klopfungen nur mit größter Achtsamkeit vornehmen.
  • Schüttelungen: Bei einer echten Massage schüttelt der Masseur einzelne Körperteile wie Füße und Hände gründlich aus. In der Partnermassage kann sanftes Schütteln dabei helfen, sich zu entspannen.

Welche Körperstellen darf ich massieren, welche nicht?

Bei der Partnermassage ist fast alles erlaubt, was gefällt. Massiert werden das Gesicht, der Nacken, Rücken, Bauch, Beine und Füße. Erkrankte Körperstellen, die Kniescheiben oder die Wirbelsäule sollten Sie nicht massieren. Hier können falsche Massagegriffe oder schlecht dosierter Druck Schmerzen auslösen.

Massagetipps für Paare

Eine gut durchgeführte Partnermassage ist für beide Partner eine Wohltat. Der Massierende lernt, dem Körper des Anderen voller Achtsamkeit zu begegnen. Der Massierte empfängt zärtliche Berührungen. Wer die folgenden Tipps befolgt, wird die Partnermassage als besonderes Erlebnis voller Entspannung erfahren:

Gespräche vermeiden

Eine Massage ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Gespräche zu führen. Dennoch sollte sich der massierte Partner nicht scheuen, zu signalisieren, was ihm gefällt oder was ihm wehtut.

Achtsamkeit üben

Frauen sind bei der Massage oft zu zaghaft, Männer hektisch und zu kraftvoll. Wenn Frauen massieren, sollten sie dabei die Kraft des ganzen Körpers einsetzen. Sehr muskulösen Männern kann es helfen, bei der Partnermassage die Augen zu verbinden. So wird das Empfinden für den Körper der Partnerin gestärkt und der Mann findet die richtige Dosis Druck leichter.

Vertrauen

Nur wer dem Partner oder der Partnerin vertraut, kann eine Massage genießen. Deshalb sollte der Partner, der die Massage erhält, versuchen, sich den Händen des Anderen vertrauensvoll hinzugeben.

Unsicherheit überwinden

Eine Partnermassage ist ein sehr entspannendes Erlebnis zwischen zwei einander liebenden Menschen. Im Gegensatz zu professionell durchgeführten Massagen sollten hierbei keine großen Wirkungen auf den Körper forciert werden. Bücher und Workshops für Partnermassage helfen, Unsicherheiten abzubauen.

Was Sie für die Partnermassage benötigen

Viel braucht es nicht, um eine Partnermassage vorzubereiten. Die folgenden Utensilien helfen dabei, die Massage besonders entspannend zu gestalten:

  • Ein Matte oder Wolldecke, auf der der zu massierende Partner bequem liegt.
  • Zusammengerollte Handtücher, die zum bequemen Lagern unter Nacken und Beine gelegt werden.
  • Ein Tuch oder eine dünne Decke zum Bedecken der Körperstellen, die Sie gerade nicht massieren.
  • Massageöl
  • Duftkerzen, eine Entspannungs-CD für ein angenehmes Ambiente.

Partnermassage als erotisches Erlebnis

Eine erotische Partnermassage unterscheidet sich von der klassischen Partnermassage dadurch, dass das sinnliche Erlebnis stark im Vordergrund steht. Massiert wird mit den Händen, dem ganzen Körper, einschließlich der Lippen.

Auch die Genitalien werden in die erotische Partnermassage mit einbezogen. Daher ist es vor allem bei diesen Massagen wichtig, auf das Wohlbefinden des Partners bzw. der Partnerin zu achten, den Sie massieren. Auch hier gilt: Erlaubt ist, was Beiden gefällt. Tantra-Massagen und Body-to-Body-Massagen zählen zu den sinnlich-erotischen Massagetraditionen.

Partnermassage in Kursen lernen

In den folgenden Städten und bei den folgenden Anbietern können interessierte Paare Kurse zur Partnermassage besuchen:

  • Terramedus bietet in Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt, Leipzig, Köln und Nürnberg eintägige Workshops für Paare an.
  • In Berlin gibt es Kurse bei tranxx
  • In Köln bei Wellness-Heilmassage Sigrid Graeve
  • In München bei Body Bliss
  • In Frankfurt bei Bodyconcept 24

Die Kosten für einen Partnermassage-Kurs liegen je nach Angebot zwischen ca. 150 Euro für zwei Stunden bis zu 300 Euro für einen ganzen Tag.

Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt eine Auswahl dar. Daneben gibt es weitere Anbieter, die Partnermassage Kurse anbieten.

Massageöl selbst herstellen

Wer die Massage besonders schön gestalten möchte, verwendet selbst hergestellte Massageöle für die Partnermassage.

Das Massageöl können Sie auf der Basis eines Pflanzenöls einfach selbst hergestellen. Für eine Ganzkörpermassage werden circa fünf Tropfen ätherisches Öl auf zwei Eierbecher eines Basisöl gegeben. Bei Allergien auf bestimmte Duftstoffe oder einzelne Zutaten sollte auf die Beimischung unbedingt verzichtet werden.

Zur Beruhigung mischen Sie Bergamotteöl, Kamillenöl oder Zedernholzöl mit Basisöl.
Als anregend gelten Mischungen mit Eukalyptusöl, Zitronenöl und Rosmarinöl.

Partnermassage für Kinder

Auch mit Kindern lässt sich eine Partnermassage durchführen. Diese kann entweder von einem Erwachsenen zum Kind oder von Kind zu Kind stattfinden. Bereits ab dem Vorschulalter können Kinder zu Zweit einfache Massagegriffe üben und lernen. Hilfsmittel wie der Igelball unterstützen die Massagen.

Wirkung der Massage auf Kinder

Massagen haben bei Kindern eine entspannende Wirkung. Bei ADHS-Kindern kann Massage als Begleitung zur medikamentösen oder alternativen Therapie dazu beitragen, das Körpergefühl des Kindes zu stärken, die räumliche Organisation zu verbessern und Bewegungen besser zu koordinieren.

Außerdem erfährt das Kind bei der Massage eine Stärkung des Selbstwertgefühls und lernt, mit seinen Mitmenschen achtsam umzugehen. Partnermassage mit Kindern hat sich in Kindergärten, Schulklassen und Therapiegruppen bewährt.

Massagegeschichten und Spiele

Bei der Partnermassage können sich Kinder durch Spiele und Geschichten anleiten lassen. Themen aus dem Kinderalltag eignen sich hierfür besonders gut: Pizzabacken, Wetter, Schnecken, Gartenarbeiten und Igel sind beliebte Motive, zu denen die Kinder Massagebewegungen am Partnerkind ausführen.

Probleme gibt es, wenn ein Kind der Gruppe stark übergewichtig ist und sich schämt, massiert zu werden. Kinder mit traumatischen Erfahrungen wie sexuellen Übergriffen lehnen die Berührung durch andere Menschen bisweilen ebenfalls vehement ab. Diese Verweigerung sollte in jedem Fall akzeptiert werden.

Massagen für Kleinkinder und Babys

Kleinkinder und Babys ab dem dritten Lebensmonat genießen Massagen. Berührungen sind für Kinder sogar lebenswichtig. Bei Bauchschmerzen, Unwohlsein und Unruhe kann die Massage helfen, das Kind zu entspannen.

Wenn das Kind sich bei der Massage nicht beruhigt und versucht, sich aus der Situation zu winden, sollte es niemals zur Massage gezwungen werden. Bei Babys und Kleinkindern werden meist sanfte Streichungen angewendet.

Baby- und Kleinkindermassagen in Kursen lernen

Hebammenpraxen, Mütterzentren und Volkshochschulen bieten Kurse für Baby- und Kleinkindermassagen an. Hier einige Anbieter im Überblick:

  • Bei Baby Relax in Köln lernen Eltern, die Babymassage in die Babypflege einzubeziehen und Probleme des Kindes durch Massage zu behandeln.
  • Im Bewegungszentrum für Kinder Aquabell in München wird darauf hingewiesen, dass die Massage das gegenseitige Verständnis fördert.
  • Karin Strehlke in Berlin kommt für ihre Babymassagekurse zu den Familien nach Hause.

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