Der Gegenwind weht frisch um den Helm, die endlose Prärie zieht vorbei und das Knattern des Auspuffs vibriert durch den ganzen Körper… Nicht zuletzt durch den Kultfilm Easy Rider wurde die Route 66 Erfahrung populär.

Motorräder dienen schließlich nicht nur als Fortbewegungsmittel, um von A nach B zu gelangen. Besonders beim Fahren in der Freizeit gilt: Der Weg ist das Ziel. Die Möglichkeiten, per motorisiertem Zweirad die eigene Heimat oder ferne Länder zu erkunden, sind vielfältig und wir helfen Ihnen, Ihre Motorradtouren genau durchzuplanen.

Hilfe bei der Planung einer Motorradtour

Es gibt verschiedene Anbieter, die das Planen einer Motorradtour mit gutem Rat und speziellen Anwendung erleichtern. Hier eine kleine Auswahl:

  • ADAC: Wer Mitglied im ADAC ist, bekommt je nach Mitgliedschaftsart Pannenhilfe sogar im Ausland. Außerdem sind unter dem Dach des ADAC viele ortansässige und überregional wirkende Clubs vereint, die entweder eine Motorradabteilung haben oder reine Motorradclubs sind. Auch gibt es beim ADAC zahlreiche Tourenkarten und nützliche Informationen rund ums Motorrad(fahren).
  • Biker Betten: Das Onlineportal gibt eine Übersicht von bikerfreundlichen Hotels und anderen Unterkünften. Zudem bietet es Touren in ganz Europa, insbesondere der Alpenregion, und eine große Community zum Austausch mit Gleichgesinnten. Das ganze Angebot ist auch mobil als kostenlose App verfügbar.
  • Greatest Road GPS Routen- und Straßenfinder: Eine kostenlose App mit einer großen Routenauswahl, nach Regionen sortiert und von anderen Bikern kommentiert. Leider nur für iPhones erhältlich.

Motorradtour durch Deutschland

Mit kaum einem anderen Gefährt als mit dem Motorrad lässt sich der Abwechslungsreichtum der Heimat so nah erleben. Ob durch die Berge oder über flaches Land – besonders im Sommer sind auf Deutschlands Straßen zahlreiche Biker unterwegs.

Zwar lässt sich auch hierzulande eine mehrtätige Motorradtour durchführen, doch selbst für die Dauer von einem halben oder ganzen Tag gibt es schöne Strecken. Da Motorradfahrer in einem bestimmten Maß abhängig von gutem Wetter sind, sind Kurztrips ideal für spontane Ausflüge an einem sonnigen Wochenende.

Motorradstrecken in Deutschland mit GPS-Daten aus dem Internet

Das Internet ist bei der Routenplanung ein praktisches Hilfsmittel. Denn hier können bei verschiedenen Anbietern GPS-Routen für das Navigationsgerät heruntergeladen werden. Moderne Navigationsgeräte leiten die Fahrer auf ihrer Motorradtour zum Ziel und reagieren auf Staus und Baustellen.

Die gute alte Landkarte hat mittlerweile fast ausgedient und eignet sich hauptsächlich für kürzere Touren oder um die Strecke nachzuschauen. Eine Möglichkeit, seine Motorradtour online zu planen, gibt es im Forum von MoTouren.de, wo knapp 80 Touren innerhalb Deutschlands gelistet werden.

Auf Bikerszene.de kann man auf einer Deutschlandkarte die gewünschte Region auswählen, für die dann Strecken angezeigt werden. Die GPS-Daten dafür gibt es ebenfalls als Download.

Beispieltour: Im Allgäu auf den Spuren von Ludwig II.

Besonders reizvoll in Deutschland ist eine Motorradtour durch das Allgäu. Diese bietet kurvige Pässe, viele Höhenkilometer und jede Menge voralpenländisches Idyll. Dazu gehören bei dieser Route insgesamt drei Königsschlösser.

Die Beispielstrecke für eine Tagestour durch das Allgäu führt auf einer Gesamtstrecke von etwa 370 Kilometern auch für ein kurzes Stück durch Österreich. Ausgangspunkt in Deutschland ist Füssen.

  • Vor den Toren Füssens befinden sich bereits zwei der drei Königsschlösser: Schloss Hohenschwangau und Schloss Neuschwanstein. Nach einem Abstecher dorthin geht es über Füssen Richtung Süden nach Reutte in Österreich.
  • Am gemütlichsten ist nicht die Route über die A7, sondern die Straße über Pinswang. Dafür Füssen Richtung der Königsschlösser verlassen und rechts Richtung Reutte fahren, dann immer der Nase lang.
  • In Österreich den Lechfall passieren und vor der Ulrichsbrücke über den Lech links abbiegen.
  • In Reutte zunächst Richtung Zentrum, dann Richtung Linderhof, Plansee.
  • Vom Plansee geht es weiter Richtung Ammersattel, welcher über 1000 Meter gelegen ist. Dem Straßenverlauf weiter folgen.
  • Zurück in Deutschland liegt Schloss Linderhof auf der Strecke.
  • An der T-Kreuzung mit der B23 kann nach rechts ein Abstecher zum Kloster Ettal gemacht werden, ansonsten links fahren auf der B23 nach Oberammergau.
  • Nach 12 Kilometern die B23 in Richtung Steingaden verlassen.
  • In Steingaden für ein kurzes Stück links auf der B 17 und gleich wieder rechts ab nach Lechbruch.
  • Entlang des Lechsees nach Halblech.
  • Dort am Ortseingang rechts auf die B17 nach Süden biegen, dieser Straße aber nicht lange folgen. Stattdessen auf die kleinere Straße Richtung Immenstadt. Dabei Roßhaupten, Seeg, Nesselwang, und Wertach passieren.
  • In Immenstadt der Ausschilderung Oberstaufen folgen, aber noch im Ort rechts über Missen Richtung Weitnau weiterfahren.
  • Weitnau wird nicht angefahren. Vorher in Sibratshofen links über Stiefenhofen nach Oberstaufen.
  • Somit ist die B308, die berühmte Deutsche Alpenstraße, erreicht. Dieser bis Lindenberg und Sigmarszell folgen.
  • Es folgt ein weiterer Abstecher ins Nachbarland Österreich über Hörbranz und Bregenz nach Kennelbach.
  • In Kennelbach links über Langen, Sulzberg und Krumbach zur B205 nach Oberstaufen.
  • In Oberstaufen wieder auf die B308, dann über Immenstadt, Sonthofen, Hindelang/Oberjoch ins Tannheimer Tal. Dieser Streckenabschnitt über den Jochpass ist äußerst kurvenreich.
  • In Grän links nach Pfronten.
  • Dort rechts auf die kleine B 310 biegen; entlang des Weißensees geht es zurück nach Füssen.

Wer diese Strecke während der Wintermonate fahren möchte, sollte sich unbedingt vorher über existierende Wintersperreninformieren! Besonders auf dem Jochpass sind viele Straßen während der Wintermonate nicht befahrbar.

Auf der Strecke gibt es neben den vielen Sehenswürdigkeiten und einem atemberaubenden Ausblick auch viele Restaurants und andere Gelegenheiten zur Rast. Sogar einen Bikertreff gibt es, nämlich das Hardbreak-Café in Sonthofen-Rieden.

Eine Übernachtungsmöglichkeit nahe dem Ausgangspunkt ist das Hotel Sommer in Füssen. In diesem Wellnesshotel lässt es sich nicht nur gut entspannen nach der Tour: Der Inhaber ist selber leidenschaftlicher Motorradfahrer und  es gibt eine Tiefgarage sowie eine Werkstatt.

Touren wie diese, die durch das Voralpenland führen, sind aufgrund der zahlreichen kurvigen Pässe recht anspruchsvoll zu fahren.

Problemloses Fahren durch Pässe

  • das Bergpanorama ist zwar wunderschön, aber beim Fahren gilt: Augen auf die Straße!
  • bergab verlängert sich der Bremsweg um bis zu 20%. Außerdem sollte man, um heiße Bremsbeläge zu vermeiden, lieber mehrmals kurz als einmal langsam und lang bremsen.
  • langsam in Kurven reinfahren, schneller aus ihnen hinaus.
  • in Kurven den Blick immer vorausschauend auf den Kurvenausgang richten.
  • Kuhfladen, Ölflecken, Sand auf der Strecke oder Bodenwellen – hier ist Vorsicht geboten.
  • auf wechselhaftes Wetter einstellen und Reservekleidung nicht vergessen.
  • der Luftdruck von heißen Reifen ist etwa 0,2 bis 0,3 Bar höher als normal. Deswegen beim Nachtanken auch gleich den Luftdruck überprüfen

Motorradtouren im Ausland

Motorradtour-Ausland
©shutterstock – Lukas Gojda

Mit dem Motorrad lässt sich gut Urlaub machen, doch Touren im Ausland sind komplex in ihrer Planung. Vor allem bei der ersten Tour ins Ausland empfiehlt es sich, auf spezielle Reiseveranstalter zurückzugreifen. Diese bringen die nötige Erfahrung mit und beantworten alle Fragen rund um Themen wie der Unterkunft oder Routenplanung.

Besonders bei Motorradtouren ins nicht-europäische Ausland ist es wichtig sich zu informieren, ob der hierzulande erworbene Führerschein auch dort seine Gültigkeit besitzt. Da die Gepäckmitnahme begrenzt ist, begeben sich die meisten Motorrad-Urlauber mit dem Auto, Zug oder Flugzeug ans Reiseziel und starten erst von dort aus ihre Tour. Dabei ist zu überlegen, ob man das eigene Bike mitnimmt oder vor Ort eines mietet.

Besonders bei Urlauben in Übersee sind die Kosten für den Transport des Motorrads teilweise hoch. Hier eine kurze Übersicht der Transportmöglichkeiten:

  • Containerschiff oder Luftfracht: Besonders bei Reisen nach Übersee, zum Beispiel in die USA, ist ein Containerschiff oder ein Flugzeug die einzige Möglichkeit, das Motorrad auf Reisen mitzunehmen. Dabei ist die Reise als Luftfrachtstück wesentlich kürzer, dafür auch teurer. So können Transportkosten von über 3000 Euro anfallen. Beide Varianten werden unter anderem von DHL angeboten.
  • Autozug: Die Autozüge der Deutschen Bahn transportieren Motorräder europaweit. Je nach Strecke kostet eine einfache Fahrt zwischen 200 und 450 Euro.
  • Anhänger: Wenn öfters Reisen mit dem eigenen Auto unternommen werden, lohnt sich die Anschaffung eines Anhängers, auf den das Motorrad gespannt werden kann. Neu können solche Anhänger ab 800 Euro erstanden werden.

Auch sind die landeseigenen Gesetze zu beachten. In vielen europäischen Ländern sind Autobahnvignetten Pflicht und Mautgebühren werden fällig. Dazu gehören unter anderem Italien, die Schweiz oder Frankreich. Eine komplette Liste aller Länder mitsamt ihrer individuellen Regelungen ist auf der Website des ADACs einzusehen.

Darüber hinaus sind einige Pässe und Straßen in einigen Ländern, insbesondere in der Alpenregion, zeitweise für den Verkehr gesperrt. Denn während es im Flachland bereits trocken und recht warm ist, kann auf Pässen noch Schnee liegen und Glatteisgefahr bestehen. Das kann selbst im Mai oder Juni passieren. Aus diesem Grund sollte man sich vor der Abfahrt über den aktuellen Straßenzustand informieren.

Über Wintersperren in Österreich gibt die Website des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Clubs (ÖAMTC) Auskunft, in der Schweiz hilft der Touring Club Schweiz (TCS) weiter.

Beispieltour 1: Touring the USA – Auf der Route 66 durch den „Wilden Westen“

Für Motorradtouren in den USA gibt es zahlreiche deutsche Reiseveranstalter. Die meisten Touren finden in kleinen Gruppen von bis zu zehn Motorrädern und in Begleitung eines Reiseführers statt. Eine der populärsten Motorradtouren verläuft über die legendäre Route 66, auch „Mother Road“ oder „Main Street of America“ genannt. Diese wurde 1926 angelegt, um den Wilden Westen erreichbar zu machen.

Hier einige Grunddaten zur Tour: Die gesamte Streckenlänge beträgt über 3000 Meilen. Allerdings ist die historische Route 66 nicht mehr auf allen Streckenabschnitten befahrbar, sodass auf gewöhnliche Highways ausgewichen werden muss. Die Motorradtour führt von Chicago über acht Bundesstaaten und drei Zeitzonen nach Santa Monica an der Pazifikküste Kaliforniens. Während dieser Tour werden viele Sehenswürdigkeiten passiert.

Hier ein Überblick über ein paar davon: Grand Canyon in der Wüste Arizonas Las Vegas Venice Beach, Los Angeles Sears Tower, Chicago ehemalige Indianerterritorien in Oklahoma oder New Mexico In der Regel dauert eine solche Motorradtour rund drei Wochen. Die Preise unterscheiden sich stark je nach Anbieter. Pro Person sind für die Unterkünfte, die Motorradmiete und -versicherung etwa 3000 bis 6500 Euro einzuplanen.

Die Flüge nach Chicago und von Los Angeles zurück in die Heimat sowie Verpflegung und Benzinkosten kommen noch dazu. Vor Reisen in die USA sind die Einreisebestimmungen zu beachten und ein Visum zu beantragen. Zudem empfiehlt es sich, eine Kreditkarte bei sich zu haben. Der EU-Führerschein wird mittlerweile in den USA weitestgehend anerkannt.

Ob Sie dennoch einen internationalen Führerschein beantragen sollten, dazu berät der jeweilige Reiseveranstalter.

Beispieltour 2: Mit dem Motorrad zum nördlichsten Punkt Europas

Ein echter Geheimtipp ist eine Motorradtour zum Nordkap. Dieser befindet sich in Norwegen rund 2100 Kilometer südlich des Nordpols und 520 Kilometer nördlich des Polarkreises. Je nachdem, wie viel Zeit eingeplant ist, sind verschieden lange Touren realisierbar, so dass neben Norwegen auch Schweden und Finnland befahren werden können.

Doch unabhängig davon, welche Strecke man sich vornimmt, sie führt stets entlang der malerischen Fjordküste. Für eine solche Tour gibt es Einiges zu beachten:

  • Es ist ratsam, die Motorradtour während der Monate der Mitternachtssonne anzutreten, also zwischen Juli und September. Denn zu dieser Zeit wird es den ganzen Tag lang nicht dunkel.
  • Obwohl dann die Temperaturen tagsüber auf 25 Grad ansteigen können, sollte man sich dennoch lieber dick einpacken. Denn das Wetter kann schnell umschlagen und besonders nachts gibt es vorwiegend Temperaturen im niedrigen, einstelligen Bereich. Kommt dann noch eine frische Brise dazu, kann die gefühlte Temperatur sogar nur minus zehn Grad betragen.
  • Besser an jeder Tankstelle nachtanken: Die Distanz zwischen den einzelnen Tankstellen nördlich des Polarkreises beträgt manchmal 200 oder gar 300 Kilometer.
  • Vorsicht bei Rentieren auf der Fahrbahn!

So kommen sie wohlbehalten am Nordkap an. Dieser befindet sich übrigens auf der Insel Magerøya, erreichbar durch den knapp sieben Kilometer langen Nordkaptunnel. Das Planen der Tour und Unterkünften erfolgt meist auf eigene Faust.

Dabei ist zu beachten, dass die Preise im Königreich Norwegen wesentlich höher sind als hierzulande. Das eigene Motorrad kann mitgebracht werden. Dabei lässt sich die Anreise über Dänemark nach Norwegen als Teil der Tour gestalten. Oder man transportiert das Bike per Autozug zum gewünschten Abfahrtsort.

Einen Anbieter für eine begleitete Tour inklusive Motorradstellen gibt es aber doch: Bei „Edelweiss Bike Travel“ lässt sich eine zweiwöchige Nordkaptour ab circa 4000 Euro buchen.

Allgemeine Informationen: Sicher unterwegs bei der Motorradtour

Motorradtour-Deutschland
©shutterstock – Lukas Gojda

Ganz egal, wohin die Motorradtour gehen soll, ist zunächst Einiges zu beachten. So ist vor jeder Tour das Fahrzeug gründlich zu prüfen. Dazu zählen:

  • die Überprüfung des Ölspiegels
  • die Beschaffenheit der Reifen
  • das ordnungsgemäße Funktionieren aller Lampen
  • Bremsbeläge und Bremsflüssigkeit
  • Motorradkette prüfen, gegebenenfalls fetten oder neu spannen

Gegebenenfalls lohnt es sich, eine Fachwerkstatt aufzusuchen, wenn Sie sich selber unsicher bei der Überprüfung sind. Und natürlich sollten stets ein Verbandskasten und Werkzeug mit auf Tour sein.

Zudem sind nicht alle Motorräder gleich gut für lange Touren geeignet. Zwar ist die Auswahl auch eine persönliche Geschmackssache, aber bei Sportbikes kann beispielsweise die geneigte Sitzposition bei langen Motorradstrecken zu Schmerzen im Rücken und in den Armen führen.

Besser geeignet sind dagegen Chopper oder Cruiser, auf denen der Fahrer komfortabler sitzt. Außerdem muss bedacht werden, dass nicht für jeden Motorradtyp geeignetes Zubehör erhältlich ist, um das Gepäck unterzubringen. Darüber sollte sich im Voraus beim Fachmann informiert werden.

Der Motorrad-Führerschein

Motorräder dürfen nicht mit dem regulären PKW-Führerschein der Klasse B gefahren werden. Eine zusätzliche Fahrausbildung und -prüfung zum Erwerb der Führerscheinklasse A wird zum Motorradfahren benötigt. Eine Ausnahme stellen Führerscheine der alten Fahrerlaubnisklasse 3 dar, die vor dem 1. April 1980 ausgestellt wurden.

Besitzer dieses Führerscheins dürfen Leichtkrafträder der Klasse A1 mit maximal 125 Kubikzentimeter Hubraum fahren. Sollte man aber noch nie zuvor auf einem Motorrad gesessen haben, ist es dringend zu empfehlen, vor der ersten Motorradtour ein paar Fahrstunden zu nehmen.

Gepäckunterbringung während einer Motorradtour

Wer eine lange Motorradtour unternimmt, wird einiges an Proviant und Wechselkleidung mitnehmen. Allgemein gilt, dass weder die Gewichtsbeschränkung einzelner Gepäckunterbringungen noch das zulässige Gesamtgewicht der Maschine überschritten werden dürfen.

Auf letzteres ist besonders auf Touren, bei denen sich zwei Menschen ein Motorrad teilen, zu achten. Im Folgenden werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, um das Gepäck zu verstauen:

Tankrucksack

  • Der Tankrucksack ist die einzige Gepäckunterbringung, auf die man während der Fahrt Zugriff hat. Sie eignet sich für kleinere Gepäckteile wie Kartenmaterial. Oft kann ein Navigationsgerät ablesbar eingebettet werden.
  • Wichtig ist, auf wasserabweisendes Material oder eine Regenhülle zu achten.
  • Je nach Befestigungsart werden zwei verschiedene Tankrucksack-Typen unterschieden:
  • Magnettankrucksack: Vorteil ist hier die einfache und schnelle Anbringung mittels eines Magneten. Voraussetzung dafür ist ein Tank aus Stahl. Bei schwerem Inhalt kann jedoch die Funktionstüchtigkeit des Magnets beeinträchtigt werden.
  • Riementankrucksack: Wird mit Nylongurten am Fahrzeug befestigt, was die Montage nicht ganz unproblematisch macht. Man sollte auf das passende Modell für das jeweilige Motorrad achten. Vorteil ist, dass viele Riementankrucksäcke eine separate Grundplatte haben. So kann die Tasche bei einem Stopp schnell abgemacht und mitgenommen werden.
  • Die Preisspanne ist groß: Zwischen zehn und über 150 Euro kann man für einen Tankrucksack ausgeben. Rucksäcke mit Magnetbefestigung sind in der Regel teurer als die Ausführungen mit Riemen.

Gepäckrolle

  • Gepäckrollen werden mittels Spanngurten oder Schnallen hinten auf dem Motorrad angebracht.
  • Es gibt sie in verschiedenen Größen mit einem Fassungsvermögen von 20 bis 70 Litern.
  • Auch hier sollte auf die Wasserdichte geachtet werden. Modelle mit einem Rollverschluss, bei denen die Gepäckrolle an der Öffnung mehrere Male umgeklappt und dann mit einer Schnalle verschlossen wird, schneiden dabei besser ab. Diese Modelle sind jedoch nicht so praktisch in der Handhabung, wie die mit einem Reißverschluss.
  • Der Preis ist abhängig von der Größe und dem verarbeiteten Material. Billige, aber qualitätsarme Rollen aus PVC bekommt man bereits ab drei Euro, für qualitativ hochwertigere Rollen aus Nylon muss mehr ausgelegt werden.

Gepäckstück richtig fixieren

Für den sicheren Transport von Gepäckstücken während der Motorradtour ist die richtige Anbringung und Fixierung am Motorrad zwingend erforderlich. Die Gepäckstücke, egal welcher Art, sollten immer ordnungsgemäß montiert werden, um ein Verrutschen oder Lösen zu verhindern.

Wichtig ist auch die richtige Gewichtsverteilung: Gepäckteile sollten möglichst nah am Schwerpunkt des Fahrzeugs, also unten mittig, angebracht werden. Dementsprechend ist eine Gepäckrolle, die hinten oben am Motorrad befestigt wird, nur mit leichtem Gepäck wie Kleidung  zu bestücken.

Ist Gepäck nicht richtig angebracht und fixiert, kann es besonders beim Kurvenfahren verrutschen. So verschiebt sich das Gleichgewicht des Motorrads, was schlimmstenfalls zu schweren Unfällen führen kann.

Warum keinen normalen Rucksack für das Gepäck?

Von der Verwendung eines herkömmlichen Rucksacks ist abzuraten. Denn in diesem lässt sich nur kleines und leichtes Gepäck verstauen. Ist der Rucksack zu voll oder zu schwer, sitzt er unbequem, kann Rückenschmerzen verursachen und schränkt die Bewegungsfreiheit ein.

Rücksichtsvolles Motorradfahren in der Kolonne

Da man eine Motorradtour selten allein unternimmt, sind für die rücksichtsvolle Fahrt in einer Gruppe beziehungsweise Kolonne bestimmte Regeln zu beachten:

  • Prinzipiell sollte jeder die gesamte Tour mit ihren Zwischenstopps kennen.
  • Jeder achtet auf seinen Hintermann. In kleinen Kolonnen fährt der ganze Trupp nicht weiter, sobald einer fehlt. In größeren Gruppen empfiehlt es sich, dass nur derjenige, dessen Hintermann abhanden gekommen ist, auf diesen wartet. An einem zentralen Punkt der Route stoßen die beiden wieder auf den Rest der Gruppe.
  • Es wird nicht nebeneinander gefahren und niemand verlässt seinen festen Platz in der Kolonne.
  • Getankt wird immer gemeinsam – ganz egal, wie voll oder leer der Tank des Einzelnen ist.

Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass niemand verloren geht und alle Fahrer wohlbehalten am Ende der Motorradtour gemeinsam am Zielort eintreffen.