Models stehen für die Schönheitsideale ihrer Zeit. Der Wunsch, Model zu werden, bedeutet meist auch eine Sehnsucht danach, anerkannt zu sein und für die eigene Schönheit bewundert zu werden.

Nicht nur die guten Verdienstmöglichkeiten und das klassische Jet Set-Leben machen diesen Beruf also attraktiv. Model zu sein, verspricht vielen jungen Frauen und einigen jungen Männer eine Teilnahme am Glamourleben der Reichen und Schönen – mit allem drum und dran. Wie aber werde ich Model?

In welchen Bereichen arbeiten Models?

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©shutterstock – Halay Alex

Kataloge

Zu Beginn der Karriere arbeitet ein Model häufig für Kataloge und Online-Shops. In Fotoshootings werden Mode- und Schmuck-Kollektionen präsentiert.

Sowohl Katalog- und Shop-Betreiber als auch die Mode-Labels selbst suchen immer nach professionellen Models für ihre neuen Mode-Linien. Bei vielen Designern können sich Models auch direkt bewerben.

Werbung

In der Werbung stecken die größten Budgets. Die bekanntesten Models machen Werbung für die größten Marken und Unternehmen, man denke nur an Heidi Klum für Katjes, Laetitia Casta für H&M oder Gisele Bündchen für Esprit. Die großen und vermutlich hoch dotierten Werbeverträge erhalten aber nur die wenigsten Models.

Anders als das Modeln für Kataloge, setzten Jobs in der Werbung schauspielerisches Talent voraus, damit das Model die Werbebotschaft glaubhaft vermitteln kann und die Zuschauer anspricht.

Editorials

Gute Agenturen arbeiten eng mit Modezeitschriften zusammen. Für Models ergibt sich daraus immer wieder die Chance, an Fashion-Shootings für bekannte Mode-, Frauen- und auch Männer-Magazinen teilzunehmen. Hier haben auch Einsteiger Chancen, mit einer guten Sedcard als Model tätig zu werden. Der Weg führt dabei meistens über die Agentur.

Fashionshows

Modeschauen finden im großen Stil ebenso statt wie im kleinen, lokalen Rahmen. Auf einem Catwalk zu stehen, sagt zunächst einmal nichts über Gagen und den Bekanntheitsgrad eines Models aus.

Und auch auf den glamourösen Fashionshows in Paris, London, Berlin oder New York laufen für die großen Designer oft Models, deren Namen man außerhalb der Modewelt nicht kennt.

Allerdings setzen die Designer in den meisten Fällen entsprechende Erfahrung in der Modelbranche voraus, weshalb hauptsächlich bekannte Gesichter oder Kandidatinnen mit entsprechenden Referenzen gewählt werden.

Daneben finden kleine lokale Fashionshows statt, die z. B. größere Modegeschäfte vorort veranstalten. Bei solchen Veranstaltungen hat ein Nachwuchsmodel mit einer guten Sedcard ebenso Chancen wie erfahrene Kollegen.

Wie werde ich Model?

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©shutterstock – Halay Alex

Viele Mädchen und Jungen träumen davon, einmal Model zu werden, doch die wenigsten schaffen es bis zum Traumberuf. Wegen der großen Konkurrenz reicht allein der Wunsch nicht aus, um später als Model seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Dafür braucht ein zukünftiges Model Disziplin, Durchhaltevermögen, muss den Schönheitsidealen entsprechen und wandelbar sein.

Dabei sind zwei Voraussetzungen besonders wichtig, um zu einem Model zu werden und für die großen Modedesigner unserer Zeit zu laufen:

  • Als Model müssen Sie fotogen sein
  • Sie brauchen eine überzeugende Bühnenpräsenz.

Ein reines Fotomodel muss sich vor der Kamera gut in Szene setzen können – dazu zählt Improvisationstalent, aber auch die Fähigkeit, Wünsche des Fotografen umzusetzen. Auf dem Laufsteg hingegen zählt – neben der Körpergröße – Bewegungstalent und

Ausstrahlung zu den wichtigsten Fähigkeiten, die ein Model mitbringen muss. Nachbearbeiten kann man hier nicht und jedes Model hat nur wenige Sekunden, um einen guten Lauf zu machen.

Gibt es ein Mindestalter, um Model zu werden?

Der Trend im Modelgeschäft geht zwar bei Mädchen und Frauen zu immer jüngeren Models. Viele Veranstalter achten aber auf ein Mindestalter von 16 Jahren – ausgenommen davon sind natürlich Kindermodenschauen.

Auch Interessenvertreterinnen der professionellen Models machen sich regelmäßig für die unterste Altersbegrenzung stark und schauen den Agenturen prüfend auf die Finger.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Model zu werden?

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©shutterstock – Halay Alex

Für Frauen und Männer gelten unterschiedliche Anforderungen, um als Model in der Branche einen Job zu erhalten. Diese Voraussetzungen sind bei den meisten Agenturen ähnlich und unterscheiden sich nur in einzelnen Bereichen.

Voraussetzungen für Frauen

Um realistische Aussichten zu haben, ein Model zu werden, sollten Sie die Anforderungen erfüllen, die bei den meisten Modelagenturen gleich sind. Dabei erfüllen erfolgreiche weibliche Models meist die Klischees, die man weithin mit der Modeszene verbindet:

  • Groß gewachsen (172-182 cm)
  • Zierliche bis dünne Statur (90-60-90, bei Kleidergröße 38)
  • Ebenmäßiges, symmetrisches Gesicht, hohe Wangenknochen, große, freiliegende Augen und volle Lippen
  • Reine und klare Haut
  • Glatte, gesunde Haare
  • Typgerechte Zähne

Hegen Sie den Wunsch, Model zu werden, erfüllen jedoch nicht die Vorgaben, sollten Sie sich bei Ihrer Bewerbung zunächst auf einige Absagen einstellen. Denn die Modedesigner präsentieren ihre Produkte in einer bestimmten Kleidergröße, in die das Model problemlos hineinpassen sollte.

Gleiches gilt für Modeschauen, auf denen ein Model eine bestimmte Körpergröße haben sollte, um auch von den Fotografen in den hintersten Reihen gesehen werden zu können.

Trotzdem ist es bereits dem einen oder anderen Model gelungen, erfolgreich in der Branche Fuß zu fassen, ob beispielsweise kleiner als die Mindestgröße war.

Darüber hinaus können erfolgreiche Models ganz verschiedene Merkmale haben, die sie zum perfekten Model machen. Je nach Produkt, für das ein Model wirbt, spielen Merkmale wie Körperbau, glatte Haut, oder ein ausgeprägt ästhetisches Körperteil (Hände, Füße, Zähne) eine große Rolle.

Voraussetzungen für Männer

Für Jungen und Männer, die sich als Model bewerben, gelten ähnliche Vorgaben, um in die Kartei aufgenommen zu werden.

Die meisten männlichen Models, die im Modebereich tätig werden, weisen ebenfalls eine Körpergröße über dem Durchschnitt auf. Dazu kommt auch bei ihnen meist ein markantes Gesicht. Im Gegensatz zu ihren weiblichen Kolleginnen, sind sie aber meist nicht zierlich oder dünn.

Vielmehr ist ein durchtrainierter Körper Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Karriere als männliches Model. Männliche Models können aber wie ihre weiblichen Kolleginnen durch besonders fotogene Körperpartien überzeugen.

Rasierschaum und Aftershave wird häufig von deutlich älteren Männern beworben, die zwar keinen makellosen Körperbau haben, aber dafür ein sehr markantes, männliches Gesicht.

Haben Kinder mit Modelerfahrung höhere Chancen?

Von vielen weiblichen Models hört man, dass sie bereits sehr früh ihre ersten Schritte auf Laufstegen geübt haben. Einige ihrer männlichen Kollegen und manches Top-Model wie Heidi Klum starten ihre Modelkarriere aber auch erst im Erwachsenenalter.

Wer früh als Model an Schönheitswettbewerben teilnimmt oder eine Karriere als Kindermodel hingelegt hat, dem ist der Erfolg als Model im Erwachsenenalter trotzdem nicht garantiert.

Zudem gilt bei vielen Auftraggebern ein Mindestalter von 16 Jahren, ausgenommen Shootings und Modenshows für Kinderprodukte.

Wenn Sie also davon träumen, Model zu werden, besteht auch zwischen 16 und 21 Jahren noch die Möglichkeit, entdeckt zu werden. Ein gewisses Maß an Glück ist jedoch immer notwendig.

Wie werden Models entdeckt?

In den letzten Jahren mag der Verdacht aufgekommen sein, jeder könne einfach durch eine Teilnahme an einer Fernsehserie zum Model werden. Tatsächlich startete zum Beispiel die Karriere von Heidi Klum im Fernsehen, dort trat sie 1992 bei Germany’s Next Topmodel auf.

Trotzdem ist das höchstens ein Weg, um Model zu werden. Mädchen und Jungen, die Model werden möchten, bewerben sich in der Regel direkt bei den Auftraggebern. In regelmäßigen Abständen laden Modelagenturen zu Castings mit Bewerbungsgesprächen oder in ein Assessment Center ein. Während des Castings gibt das angehende Model eine Kostprobe von seinem Talent, in dem es zu einem vorgegebenen Thema posiert oder laufen muss.

Anderen Auftraggebern verschaffen sich zunächst anhand des Gesprächs, der Referenzen und der Vorerfahrung einen Überblick, bevor sie vielversprechende Nachwuchsmodels zu einem Probeshooting einladen.

Modelscouts auf der Suche nach neuen Models

Ein anderer Weg, Model zu werden, führt über Talent-Scouts. Diese Gesandten der Modelszene mischen sich teilweise unter das Publikum bei Misswahlen oder kleineren Fashionshows.

Gefällt ihnen ein Model besonders gut, wird es zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. So startete zum Beispiel die Karriere von Linda Evangelista, die 1978 auf dem Miss Teen Niagara Contest von einem Scout der bekannten New Yorker Agentur Elite entdeckt wurde.

In manchen Fällen wird ein Model auch einfach auf der Straße entdeckt. Die heutige Agenturleiterin von Louisa Models, Louisa von Minckwitz, wurde so entdeckt. Sie selbst entdeckte 1999 auf dem Münchner Oktoberfest das heutige Topmodel Julia Stegner.

Ich will mich bewerben. Wie finde ich eine seriöse Modelagentur?

Wer den großen Wunsch hegt, Model zu werden, und die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, wendet sich am besten direkt an eine Modelagentur. Bei der Auswahl gehen Sie am besten nach dem Namen. Eine Agentur, die sich bereits einen Namen gemacht hat, ist meist vertrauenswürdiger als ein Anbieter, dessen Namen noch niemand gehört hat.

Initiativbewerbungen für mehrere Modelkarteien loten nicht nur die Chancen als Model aus, die man am Markt hat, sondern stellen auch sicher, dass man sich nicht in falsche Hände begibt. Die Meinung eines renommierten Auftraggebers mit langjähriger Erfahrung ermöglicht Ihnen, Ihre eigenen Chancen realistisch einzuschätzen.

Ein gutes Zeichen für eine seriöse Modelagentur ist auch die Mitgliedschaft bei VELMA (dem Verband lizenzierter Modelagenturen in Deutschland) oder einem ähnlich renommierten Verband. Aber auch das Auftreten der Agentur ist wichtig. Eine gut gepflegte Website sollte schon vorhanden sein.

Noch ein paar Tipps für zukünftige Models

Ein professioneller Auftraggeber wird nie für Sedcards (Bewerbungsunterlagen), die Aufnahme in die Model Kartei oder überteuerte Modelkurse Geld verlangen.

Auch mit utopischen Gagen wird ein seriöse Anbieter niemals versuchen zu locken, denn die Agentur arbeitet auf Provisionsbasis – wenn das Model einen Auftrag erhält, verdient sie mit und erhält auf diese Weise die Kosten zurück, die sie investiert hat, um dem Model Aufträge zu vermitteln.

Anregungen für die Bewerbung als Model

Um Model zu werden, sollten Sie sich zuvor über die Anforderungen informieren, die die gewählten Auftraggeber erwarten. Dazu zählen Vorgaben an die Körpergröße, ein gewünschtes Alter und bestimmte Kleidergrößen.

Aber bevor Models zu einem Probeshooting eingeladen werden, müssen sie mit ihrer Bewerbungsmappe überzeugen.

Für eine Bewerbung als Model sollten Ihre Unterlagen folgende Angaben enthalten:

  • Augenfarbe
  • Haarfarbe
  • Körpermaße (Brust-, Taille und Hüfte)
  • Schuhgröße
  • Alter
  • Ggf. Referenzen, in denen Sie bereits als Model Erfahrungen gesammelt haben

In der Bewerbungsmappe müssen sich außerdem aussagekräftige Portraits der Bewerberin befinden, am besten eine ungeschminkte Gesichtsaufnahme, Aufnahmen in verschiedenen Kleidungsstilen, z. B. Casual, und ein Ganzkörperfoto. Auf diese Weise verschaffen sich die Ansprechpartner vorab einen Überblick und entscheiden, ob sie ein Model einladen.

Tipp: Haben Sie keine Furcht, sich für die Sedcard ungeschminkt ablichten zu lassen. Die Modelscouts erkennen auch in einem ungeschminkten, vielleicht sogar müden und strapazierten Gesicht (zum Beispiel nach einem langen Abend), ob Sie in das Portfolio passen könnten. Wer sich hingegen so richtig in Schale wirft, lässt keine objektive Bewertung zu – für viele ein Ausschlusskriterium.

Achtung: Minderjährige Mädchen und Jungen brauchen unbedingt die Einverständniserklärung ihrer Eltern, um sich als Model bewerben und später tätig werden zu dürfen.

Keine offenen Castings für zukünftige Models

Normalerweise sind Castings nicht offen, sondern die Modelagentur trifft eine Vorauswahl aus den Frauen und Männern, die sich um die Aufnahme als Model bewerben. Nach einer Bewerbungsrunde werden erfolgsversprechende Kandidaten zu Probecastings eingeladen.

In diesen Castings werden dann Szenen aus dem Berufsalltag nachgestellt. Dazu gehören Foto-Shootings, Gehen auf dem Laufsteg und die Verwandlung durch Make-Up und Kleidung. Dadurch finden sie gleichzeitig heraus, ob ein Model dem gesuchten Typ entspricht, um bestimmte Produkte der Kunden auf die gewünschte Weise zu präsentieren.

Welche Chancen bietet Germany’s Next Topmodel?

Die Gewinnerinnen des Modelwettbewerbs erhalten bisher Verträge bei Heidi Klums Agentur. Auch andere Finalistinnen konnten bereits als Model in der Branche Fuß fassen.

Dennoch sollten Interessentinnen vorsichtig sein und keine allzu hohen Erwartungen damit verbinden. Schließlich dürfen nur wenigstens Damen, die als Model beim offenen Casting vorlaufen, an der Sendung teilnehmen.

Von den wenigen Models, die es in die Show schaffen, werden nur die wenigsten Kandidatinnen hinterher Model. Am Ende gewinnt nur ein einziges Model den begehrten Modelvertrag.

Wie viel Geld verdient ein Model?

Die Bandbreite der jährlichen Model Gage ist sehr groß, ein Durchschnittseinkommen von Models anzugeben, kaum möglich. Topmodels wie Gisele Bündchen und Heidi Klum, die beide annähernd 20 Millionen Euro im Jahr verdienen sollen, sind eher die Ausnahme.

Auch werden Model Jobs sehr unterschiedlich bezahlt. Anna Jagodzinska verdiente zum Beispiel für eine dreitägige H&M-Kampagne 60 000 Dollar, erhielt hingegen von der US-Ausgabe des Magazins Vogue für einen ganzen Tag Arbeit angeblich nur 250 Euro.

Von Vogue Paris soll sie sogar nur 125 Euro pro Tag erhalten haben. Natürlich sind Magazine und Kaufhausketten ganz unterschiedliche Auftraggeber. Unabhängig von der Bezahlung, ist ein Bild in der Vogue aber sicher eine gern gesehene Referenz in der Laufbahn eines Models.

Steuern und Versicherung für Models

Wer Model werden möchte, sieht meistens die schönen Outfits und Fotos, jedoch denken die Wenigsten an den Versicherungsschutz und die Steuern, die für die Model Gage fällig werden.

In der Regel arbeitet ein Model selbstständig und unterliegt damit unter Umständen auch der Umsatzsteuerpflicht. Europaweit und international tätige Models können beim Bundeszentralamt für Steuern eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen.

Als Selbstständige unterliegen Models der normalen Kranken- und Pflegeversicherungspflicht und können sich privat oder gesetzlich versichern. In die Renten- und Arbeitslosenversicherung müssen sie nicht einzahlen. Vorsorge hierfür müssen Models wie alle Selbstständigen privat tragen.

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