Eine entspannende Massage ist eine Wohltat für Körper und Seele. Um in diesen Genuss zu kommen, geht man entweder zum Masseur, Physiotherapeuten oder in ein Wellnesscenter.

Wer die verschiedenen Massagetechniken selbst lernen möchte, um seinem Partner etwas Gutes zu tun, lernt die Wirkung der wichtigsten Grifftechniken in einem Massagekurs. Daneben gibt es spezielle Massagekurse für Paare, in denen Teilnehmer gemeinsam mit dem Partner massieren lernen.

Wie unterscheiden sich klassische und Wellness Massagen?

Massagekurs-Wellness
©shutterstock – Valua Vitaly

Wer massieren lernen möchte, findet zahlreiche Anbieter für einen Massagekurs. Aber Massage ist nicht gleich Massage, denn je nach Art und Techniken vermittelt ihnen der Massagekurs unterschiedliche Grundlagen.

Die klassische Massage unterscheidet sich von den reinen Wellness Massagen, auch wenn viele Elemente in beiden Formen zum Einsatz kommen. Ein wichtiger Unterschied ist, dass die klassische Massagetherapie in Deutschland ein Arzt verschreibt – nur ein Profi darf die verordnete Behandlung geben.

Das kann ein ausgebildeter Masseur oder ein Physiotherapeut sein. Auch die Krankenkassen zahlen nur Massagen, die vom Mediziner verschrieben werden.

Eine Massage macht aus medizinischen Gründen in folgenden Fällen Sinn

  • Rheuma
  • Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma
  • Posttraumatische Syndrome nach Verletzungen und Operationen
  • Krankengymnastik und Rehabilitation
  • Verspannung der Muskulatur
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Schlaffe Lähmungen des Körpers
  • Psychovegetative Syndrome

Eine Wellness Massage dient in den meisten Fällen der Steigerung des Wohlbefindens, und lockert Verspannungen. Sie werden in Wellnesshotels, Spas und von Wellness Masseuren angeboten. Bei diesen Massagen übernehmen Krankenkassen nur in seltenen Fällen die Kosten.

Ablauf einer professionellen Massage

Die Massage beginnt mit einer körperlichen Untersuchung des Behandelten. Der Masseur tastet den Körper ab, indem er erste Streichbewegungen ausführt. Die betroffenen Stellen werden dann besonders intensiv mit wechselnden Griffen behandelt.

Die Griffe wechselt der Masseur in fließenden Übergängen, so dass keine Pausen entstehen. Der Fachmann erkennt dabei anhand der Reaktionen, wo weitere Griffe nötig sind und wie die Massage auf den Patienten wirkt.

Bei einer klassischen Rückenmassage legt sich der Behandelte auf den Bauch. Das Gesicht ist dem Massierenden zugewandt, die Arme hängen herunter oder liegen neben dem Kopf, die Füße werden untergelagert.

Mit den wechselnden Griffen bearbeitet der Masseur schließlich die gesamte Muskulatur zwischen Gesäß und Schulter, wobei die besonders betroffenen Stellen stärker behandelt werden.

Massagen im Sitzen und in Rückenlage

Massagekurs-Rückenlage
©shutterstock – Valua Vitaly

Auch im Sitzen kann der Therapeut massieren. Der Massierte nimmt dabei auf einem Stuhl oder einer Bank platz und stützt die Füße ab. Der Masseur steht oder kniet dahinter.

Eine Beinmassage geben Therapeuten Patienten in Rückenlage. Die Massage verläuft mit Streichungen an Schienbein und Kniescheibe vorbei, bis hin zur Leistengegend.

Bei der Fußmassage schiebt der Masseur eine Hand unter die Sohle. Mit der anderen werden Streichungen und kleine Zirkelungen vorgenommen. Eine abgewandelte Form stellt die Fußreflexzonenmassage dar, bei der bestimmte Stellen am Fuß massiert werden.

Wirkung von Massagen

Die klassische Massage ist wissenschaftlich anerkannt. Ihre Wirkungen sind nachgewiesen und sprechen für sich:

  • Lokale Durchblutung wird gesteigert
  • Verklebungen und Narben werden gelöst
  • Stress wird abgebaut
  • Schmerzen werden gelindert
  • Physische und psychische Entspannung tritt ein
  • Vegetatives Nervensystem wird positiv angeregt
  • Wundheilung wird beschleunigt
  • Blutdruck und Pulsfrequenz wird gesenkt
  • Über Reflexbögen können innere Organe angesprochen werden
  • Muskulatur wird entspannt und zum Teil sogar aufgebaut
  • Zellstoffwechsel im Gewebe wird verbessert
  • Haut und Bindegewebe wird entspannt und revitalisiert

Die wichtigsten Massagegriffe

  • Effleurage oder Streichung: Die Streichung wird am Anfang zum Verteilen des Massageöls durchgeführt und dient während der Behandlung zur Entspannung.
  • Petrissage oder Knetung: Haut und Muskulatur umfasst der Masseur mit mehreren Fingern oder der ganzen Hand und knetet das Gewebe durch. Man unterscheidet zwischen der Walkung, die Druck auf Muskeln und die darunter liegenden Knochen erzeugt, und der Knetung, bei der nur die Muskulatur stimuliert wird.
  • Friktion oder Reibung: Mit Fingerspitzen oder Handballen nimmt der Masseur kleine, kreisende Bewegungen auf den Muskeln vor.
  • Tapotement oder Klopfung: Mit Handkanten, Fingern oder der flachen Hand übt der Masseur kleine klopfende Bewegungen aus. Er kann auch die Spezialform der Klopfmassage wählen.
  • Vibration oder Erschütterung: Der Masseur erzeugt ein Muskelzittern. Dadurch erreicht seine Arbeit auch tiefer liegende Organe.

Welche Körperregionen werden massiert?

In vielen Fällen ist ein Körperteil besonders von einem Leiden betroffen. Meistens wird dann gezielt die betroffene Region massiert. Das bezeichnet man als Teilkörpermassage. Besondere Massagetechniken werden für folgende Körperteile angewandt:

  • Beine
  • Rücken (in Bauchlage und mit freiem Oberkörper)
  • Arme
  • Brust
  • Bauch
  • Gesicht

Ganzkörpermassage

Eher selten verschreiben Ärzte Ganzkörpermassage als medizinische Therapie. Die Ganzkörpermassage umfasst nahezu alle Körperteile. Zunächst wird der Rücken massiert. Das zentrale Nervensystem reagiert sofort mit Entspannung.

Nach und nach weitet der Masseur die Behandlung auf alle Körperteile aus. Die Massage sorgt schließlich sogar an Bauch und Gesicht für vollkommene Entspannung. Beliebt ist diese Komplettmassage vor allem in Wohlfühl-Oasen wie Spas und Wellness-Hotels.

Welche weiteren Massagen gibt es?

Neben der klassischen Massage gibt es Wellness Massagen, die teils mit Hilfsmitteln, teils aber auch pur arbeiten. Ähnlich, wie in der klassischen Massage, wird bei Techniken wie der Shiatsu- und Ayurveda Massage, Chi-Yang, Lomi Lomi Nui, Pantai Luar oder Sung Rei vor allem mit Grifftechniken gearbeitet.

In fast allen Massagen spielt Massageöl eine große Rolle. Oft sorgen die Öle mit ätherischen Stoffen für zusätzliches Wohlbefinden; zum Beispiel bei der Aromamassage. Ohne Zusatzmittel funktioniert hingegen zum Beispiel die Fußreflexzonenmassage – allerdings erkennt die Schulmedizin ihre Wirkung bisher nicht an.

Hilfsmittel für Massagen

Massageöle entspannen auf einer zusätzlichen Ebene. Bei speziellen Aromamassagen werden die ätherischen Öle in die Haut einmassiert und sollen – je nach Aroma – eine bestimmte Wirkung auf Körper und Psyche haben. Hilfswerkzeuge wie Steine bei der Hot-Stone-Massage, Bürsten bei der streichenden Bürsten-Massage und Duschköpfe bei der Wasser-Massage finden Erholungsbedüftige überwiegend im Wellness-Bereich.

Können auch Anfänger ohne Ausbildung massieren?

Massieren kann jeder, der es sich zutraut. Ohne Massageausbildung und Wissen über den menschlichen Körper wird Behandlungserfolg aber über reine Entspannung selten hinausgehen.

Dort, wo eine medizinische Indikation vorliegt und die Massage ärztlich verschrieben ist, dürfen nur ausgebildete Masseure und Physiotherapeuten Hand anlegen. Wer massieren lernen möchte, besucht einen Massagekurs. Im Wellness-Bereich gibt es umfassende Massagekurse für Privatpersonen, die allerdings nicht staatlich anerkannt sind.

Wann sollte ich auf eine Massage verzichten?

In manchen Fällen sollten Sie auf eine Massage verzichten. Oft reicht es aber, ein bestimmtes Körperteil auszusparen, in anderen Fällen ist eine Massage generell nicht sinnvoll. Medizinisch macht eine Massage in diesen Fällen keinen Sinn oder kann schädlich sein:

  • Fieber
  • Entzündungskrankheiten
  • Ulzerationen (Geschwürbildung)
  • Dermatosen (Hautkrankheiten)
  • Tumoröse Prozesse, Lymphome
  • Hämophilie (Bluterkrankheit), Antikoagulantien-Therapie (blutverdünnende
  • Therapie durch Medikamente)
  • Gefahrenzonen hinsichtlich Phlebitis (Venenentzündung) und Thrombose
  • (lokalisierte Blutgerinnselbildung in Venen und Arterien)
  • Kürzlicher Herzinfarkt
  • Kürzlicher Schlaganfall
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Reflexdystrophisches Syndrom (Morbus Sudeck)
  • Arterielle Verschlußkrankheit (im Verschlußgebiet)
  • Ausgeprägte Arteriosklerose (Arterienverkalkung)

Ich bin schwanger. Darf ich mich massieren lassen?

Ihre Schwangerschaft schließt Massagen nicht aus. Einige Körperstellen sollten aber ausgespart werden, da sonst verfrühte Wehen ausgelöst werden könnten. Eine Fußreflexzonenmassage dürfen Frauen auf keinen Fall durchführen lassen.

Generell ist dann aber nur der Ablauf der Massage etwas anders. Schwangere Frauen sollten zum Beispiel nicht auf dem Bauch liegend sondern im Sitzen massiert werden.

Was kostet ein Massagekurs?

Ein Massagekurs für eine Wellness Massage kostet zwischen 150 und 200 Euro pro Tag. Weiterführende Massagekurse, die zwischen einer Woche und einem Monat dauern, gibt es für 1000 bis 4000 Euro. Im medizinischen Bereich durchlaufen Teilnehmer die Ausbildung zum Masseur oder Physiotherapeuten.

Was muss ich zum Massagekurs mitbringen?

Wer einen Massagekurs bei einem Anbieter für Wellness Massage bucht, findet dort die notwendige Ausstattung vor. Wer möchte, kann saubere weiße Kleidung mitbringen. Diese Kleidung tragen Sie schließlich auch, wenn Sie später selbst Massagen durchführen.

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