Langsam schleichen Sie durch einen dunklen Gang, schwaches Schwarzlicht ist die einzige Lichtquelle. Sie sind auf der Lauer – Sie wollen den Gegner sichten, bevor er Sie ausfindig macht. Plötzlich hören Sie Schritte. Sie gehen in Deckung. Glück gehabt! Sie warten einen Augenblick ab und können zurückschlagen. Das Blinken der gegnerischen Weste verrät es – Sie haben einen Treffer gelandet.

So läuft in etwa ein Spielzug im Lasergame ab: Räuber und Gendarm mit Laserpistolen – das klingt auch in den Ohren Erwachsener nach großem Spaß. Spätestens durch die beliebte Sitcom How I Met Your Mother ist Lasergame auch hierzulande in aller Munde. Wir erklären Ihnen, wie Lasergame abläuft und wo sie es spielen können.

Was ist Lasergame / Lasertag?

Beim Lasergame, auch Laser-Tag genannt, sind mittels Waffenattrappen, die mit Infrarot-Licht operieren, möglichst viele Treffer auf dem Gegner zu landen. Dabei ist Taktik gefragt, denn nach jedem Treffer ist der Laser blockiert. Als Einzel- oder Mannschaftsspiel genießt dieses Spiel heutzutage bei Groß und Klein große Beliebtheit.

Obwohl es sowohl drinnen als auch draußen gespielt werden kann, überwiegen die Indoor-Angebote, auch als Arenen bezeichnet. Das Spielfeld ist in seiner Gestaltung häufig futuristisch angehaucht und effektvoll mit Schwarzlicht ausgeleuchtet.

Somit distanzieren die Anbieter sich vom Vorwurf der Kriegssimulation. Lasergame macht nicht nur Spaß, sondern trainiert die Fitness und fordert taktisches Denken. Als Mannschaftssport fördert es zudem den Teamgeist.

Ab welchem Alter darf ich Lasergame / Lasertag spielen?

Eine gesetzliche Altersbeschränkung gibt es derzeit nicht. Einige Anbieter schreiben ein Mindestalter von 16 oder 18 Jahren vor und verlangen bei Minderjährigen das elterliche Einverständnis, während andere sogar Kindergeburtstagsfeiern veranstalten. Informieren Sie sich diesbezüglich beim jeweiligen Anbieter vor Ort.

Die Ausrüstung beim Lasergame / Lasertag

Das Equipment der Spieler besteht beim Lasergame im Wesentlichen aus zwei Komponenten:

  • Die Lasergame-Weste: Die Weste ist mit Sensoren an Rücken, Schultern und der Körpervorderseite ausgestattet. Mithilfe von ihnen werden Treffer registriert. Sobald ein Spieler von einem Laser getroffen wurde, scheidet er für eine bestimmte Zeit aus. Oft gibt es Stirnbänder mit einem zusätzlichen Sensor für die Kopfpartie. Sie leuchten übrigens in verschieden Farben, je nach Teamzugehörigkeit.
  • Die Waffen: Beim Laser-Tag benutzen die Spieler oft pistolen- oder gewehrähnliche Apparate, die Infrarot-Signale übertragen und Phaser genannt werden. Ein Strahl, in der Funktionsweise einem Laserpointer ähnlich, hilft beim Zielen.

Dieses Equipment wird vom Anbieter gestellt und ist im Preis inbegriffen. Deswegen ist zum Lasergame nichts weiter mitzubringen. Festes Schuhwerk ist jedoch empfehlenswert.

Sind die Laser gefährlich für die Augen?

Obwohl man von Laser spricht, werden beim Lasergame nur Infrarot-Strahlen verwendet, die absolut unbedenklich sind. Sie kommen im alltäglichen Leben unter anderem in Fernbedienungen vor.

Sollten dennoch Laser zum Einsatz kommen, wie bei der Zielvorrichtung einiger Phaser, sind diese so schwach, dass auch sie keinen Schaden anrichten können.

Der Spielablauf vom Lasertag

Ein durchschnittliches Lasergame dauert 15 bis 30 Minuten. Der Spielablauf ist wie folgt strukturiert:

  • Zunächst werden die Mannschaften und Charaktere festgelegt.
  • Die Spieler begeben sich auf ihre Positionen. Die Zeit, die sie dafür haben, wird mittels eines sogenannten Run-and-Hide-Timer festgesetzt.
  • Das Spiel wird gestartet sowie die Waffen und Sensoren aktiviert.
  • Die Spielregeln hängen von der jeweiligen Spielvariante ab.
  • Nach Spielende werden Sensoren sowie Laser deaktiviert und die Trefferstatistik am Computer ausgewertet. Anhand der Ergebnisse legt der Veranstalter fest, wer als Sieger beim Laser-Tag hervorgeht.
  • Bei der Auswertung wird nicht nur berücksichtigt, wie viele Treffer ein Spieler gelandet hat, sondern auch wie oft er selber von einem Laser getroffen wurde.

Unterschiedliche Spielmodi beim Lasergame / Lasertag

Lasergame kann in unzähligen Varianten gespielt werden. Hier eine Auflistung der häufigsten Spielmodi für Spiele in der Halle:

  • Last Man Standing: Das Spielprinzip ist ganz einfach – Jeder spielt gegen Jeden. Gewonnen hat derjenige, der im Verhältnis zu den eingebüßten Treffern die meisten Spieler getroffen hat.
  • Darkgames: Diese Variante wird im Dunkeln gespielt. Hier können sich die Spieler nur auf ihr Gehör verlassen, da selbst die Beleuchtung der Sensoren an den Westen ausgeschaltet wird. Die Herausforderung beim Mannschaftsspiel ist, nicht eigene Teammitglieder abzuschießen. Der Solo-Modus wird als Darkgames Stealth bezeichnet.
  • Retro Zed: Bei der Mannschafts-Variante des Lasergame müssen mindestens zwei Teams antreten. Das Team mit den meisten Treffern oder dem besseren Trefferverhältnis gewinnt das Spiel.
  • Armageddon: So wird die Turniervariante des Laser-Tag genannt.

Beim Outdoor-Lasergame gibt es zusätzliche Spielvarianten, bei denen beispielsweise Zombies vorkommen oder die Spieler bestimmte Aufträge erledigen müssen. Diese Varianten sind inhaltlich stark angelehnt an populäre Computerspiele.

Kann ich Lasergame / Lasertag ohne Vorkenntnisse spielen?

Lasergame als Freizeitvergnügen ist für Anfänger bestens geeignet. Die Handhabung der Laser ist nicht schwer und man wird vorher kurz in ihre Bedienung und in die Spielregeln eingewiesen.

Manche Veranstalter bieten für Interessierte, die regelmäßig spielen wollen, Trainings an. Bei diesen werden überwiegend taktische Züge geübt. Ansonsten gilt: Learning by doing.

Wettkämpfe und Turniere: Lasergame / Lasertag als Sport

Da Lasergame in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist es als Wettkampf- oder Turnier-Sportart noch nicht durchorganisiert. Die meisten Anbieter führen allerdings eine Highscore oder Rangliste der besten Spieler und organisieren kleine, regionale Turniere als Events. Underground Lasergame Berlin sowie der Verein Lasergame Leipzig e. V. veranstalten in unregelmäßigen Abständen auch überregionale Wettkämpfe.

Bei Lasergame Turnieren kommen meist unterschiedliche Laserwaffen zum Einsatz, die den Charakter des Spielers bestimmen. Sie unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und richten unterschiedlich viele Schadenspunkte an. Wird ein Spielervon einem Laser getroffen, werden ihm die Punkte von seinen festgesetzten Lebenspunkten abgezogen. Hier eine kurze Übersicht über die verschiedenen Waffentypen im Laser-Tag:

  • Trooper: Das Allroundtalent und deswegen besonders für Anfänger geeignet. Richtet jedoch den geringsten Schaden an.
  • Sniper: Eignet sich gut für große Entfernungen und somit für das offene Gelände. Richtet den größten Schaden an.
  • Versorger: Ein Charakter beim Mannschaftssport, der vorwiegend die Rolle übernimmt, die anderen Spieler mit Munition und Erste Hilfe zu versorgen, und nicht in der direkten Konfrontation im Spiel eingesetzt wird.
  • Für die verschiedenen Charaktere gibt es passende Zusatzausrüstung, wie beispielsweise ein Medikit für den Versorger. Mittels diesem verringert er die Schadenspunkte eines Mitspielers und füllt die Lebensenergie wieder auf.

Rechtliche Grundlagen für Lasergame / Lasertag in Deutschland

Es ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. In der Gesetzbung wird es vom Paintball oder Softair unterschieden, da keine tatsächlichen Geschosse zum Einsatz kommen. Das minimiert das Sicherheitsrisiko und die Realitätsnähe zum Kriegsszenario.

Bei der Eröffnung einer Lasergame Arena wird zudem geprüft, ob sich das Spielfeld in ihrer Gestaltung vom militärischen Ursprung dieser Sportart abgrenzt und den Spielcharakter hervorhebt. Dabei ist auch entscheidend, ob die Lasergame-Waffen stark an real existierenden Schusswaffen angelehnt oder rein funktional ausgerichtet sind.

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