Kein anderes Instrument eröffnet dem Musiker die Welt der Klänge, Noten und Harmonien so offensichtlich und einfach, wie das Klavier. Alles ist an seinem Platz: ganze Töne werden auf den weißen Tasten, Halbtöne auf den schwarzen Tasten gespielt. Klavier spielen lernen ist einfach – das Spiel zu perfektionieren eine Frage der Übung und Disziplin.

Der einfachste Weg, um selber Klavierspielen zu lernen, läuft über professionellen Klavierunterricht. Dort lernen Musikbegeisterte jeden Alters die Noten zu lesen, üben ihre Fingerfertigkeiten, schulen ihr musikalisches Gehör und steigern sich von einfachen Übungsstücken bis zu anspruchsvollen Klavierstücken.

Möchten Sie auch die Kunst des Klavierspielens lernen, erklären wir Ihnen, wie Anfänger am besten am Klavier beginnen und was Kinder sowie Erwachsene im Klavierunterricht lernen und wie viel gute Unterrichtstunden kosten.

Wie lerne ich am besten Klavier spielen?

Klavierunterricht-Tipps
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Begabte Musiker, die bisher ein anderes Instrument gespielt haben, können sich das Klavier spielen auch ohne Klavierunterricht selber beibringen. Der beste Weg führt aber immer über einen Klavierlehrer. Das Klavier ist zwar ein klassisches Instrument, das viele Kinder in der Schulzeit lernen.

Erwachsene haben aber ebenfalls gute Chancen, die Kunst am Klavier auch im fortgeschrittenen Alter zu lernen. Gleiches gilt für Wiedereinsteiger, die als Klavierunterricht hatten und nun ihre Kenntnisse auffrischen möchten.

Die erforderliche Fingerfertigkeit kommt mit der Zeit (gesunde Gelenke vorausgesetzt), und die Hand-Augen-Koordination ist Übungssache. Wer musikalisch ist, wird sich aber immer leichter tun.

Tipps für den ersten Klavierunterricht

  • Zeit zum Üben ist am wichtigsten
  • Der Klavierunterricht kann ergänzt werden durch Liederbücher, sobald Sie die Grundlagen beherrschen
  • Noten lesen lernen ist eine typische Lern- und Fleißaufgabe
  • Tonarten und Tonleitern lassen sich am besten mit viel Übung erkennen

Sehr musikalische Menschen spielen oft nach Gehör, ohne die Noten dabei zu lesen. Der Klavierlehrer bekommt das im Zweifelsfall gar nicht mit. Empfehlenswert ist das aber nicht.

Spätestens bei sehr komplexen Stücken wird das reine Spiel nach Gehör zum Hindernis. Auch der intuitive Einstieg in neue Stücke fällt schwerer, wenn man nicht nach Noten spielen kann.

Klavierunterricht für Anfänger

Klavierunterricht-Anfänger
©shutterstock – Africa Studio

Wie eingangs erwähnt, wird das Klavier oft als Grundlage für alle weiteren Musikkenntnisse und Instrumente bezeichnet, die man später erlernt. Für Anfänger ist das System des Klaviers einfach und schnell zu erfassen.

Schnell sind neben den weißen Vorder- und schwarzen Hintertasten (ebenfalls Unter- und Obertasten genannt) auch die Oktavenabschnitte verinnerlicht und erste Improvisationen laufen flüssiger von den Fingern. Dabei sollten Anfänger zu Beginn des Klavierunterrichts in kleinen Etappen lernen und sich nicht überfordern.

Die bereits gelernten Musikstücke und Übungen können sich Schüler auch durch singen verinnerlichen. Dadurch bekommt der Klavierschüler ein feineres Gespür für die Intervalle, die eine tragende Melodie ausmachen. Den Rhythmus können sich Anfänger auch durch begleitendes Trommeln oder Klatschen einprägen. Hier kann der Klavierlehrer unterstützen.

Bin ich zu alt, um Klavierspielen zu lernen?

Generell ist es nie zu spät, um mit dem Klavierunterricht zu beginnen. Erwachsene, deren Hände alterbedingt schon etwas langsamer geworden sind, können sich durch gezieltes Üben motorische Fähigkeiten wieder aneignen. Das wirkt sich auch positiv auf den Denkapparat aus, das Gehirn und das Gedächtnis.

Wer aktiv am Klavier musiziert, wird auch beobachten können, dass die eigenen kreativen Fähigkeiten nach und nach wachsen, auch außerhalb des Musizierens. Die Koordination zwischen Händen und Augen wird mit der allgemeinen Wahrnehmung besser verbunden und verbessert.

Man sagt, Klavier spielen fördert:

  • Lebensqualität und Wohlbefinden
  • Gedächtnis und kreatives Denken
  • Stressabbau
  • Musikalität und Rhythmusgefühl
  • Positives Gefühlsleben

Wer spät mit dem Klavierspielen anfängt, wird in diesem Leben höchstwahrscheinlich kein Profi-Pianist mehr. Die oben aufgeführten Punkte sind aber gute Argumente für den Klavierunterricht auch im fortgeschrittenen Alter.

Ab wann ist Klavierunterricht für Kinder sinnvoll?

Die Klaviatur ist auch für kleine Kinderhände geeignet – anders als bei diversen Instrumenten, die mit der Zeit zu klein werden, wächst das Kind am Klavier und beherrscht die Tasten nun immer besser.

Der Kauf größerer Musikinstrumente fällt bei kleinen Pianisten also weg, vorausgesetzt, das Instrument sowie Klavierunterricht bleiben für das Kind von Interesse. Außnahme: Zwar sind die Tasten auch mit kleinen Händen bereits gut bedienbar, die Pedale stellen aber meist ein kleines Problem dar.

Für Kinder, die mit Pedal spielen möchten, lassen engagierte Eltern deshalb oft eine spezielle Konstruktion fertigen, die wie ein verlängerter Fuß eingesetzt wird und das meist nicht wesentlich mehr als 1,30m große Kind die Pedale problemlos nutzen lässt.

Am besten ist es aber, Klavier spielenden Kindern viel Zeit zu geben. Zeit, um zu wachsen und auch, um erst einmal die Grundlagen im Klavierunterricht zu lernen, für die der Pedal-Einsatz noch nicht wichtig ist.

Klavierunterricht wird normaler Weise für Kinder ab sechs Jahren angeboten. Nur in Ausnahmefällen beginnt der Klavierlehrer, auch schon ein vierjähriges Kind zu unterrichten. In der Regel findet der Klavierunterricht für Kinder in der Musikschule oder bei einem Klavierlehrer statt.

Die Konzepte sind im Klavierunterricht natürlich speziell auf Kinder zugeschnitten. Das beginnt bei den Übungen und geht bis zu extra Lehrbüchern für den musikalischen Nachwuchs.

Auch die Dauer des Klavierunterrichts ist bei einem Sechsjährigen noch wesentlich kürzer. Etwa 30 Minuten, dann ist das Mädchen oder der Junge nicht mehr aufnahmefähig. Das ist normal in diesem Alter und sollte nicht bestraft werden.

Die Aufmerksamkeitsspanne steigt bei Kindern normaler Weise mit fortschreitendem Alter. Kinder unter sechs Jahren werden auch schon mit Unterrichtszeiten von mehr als 15-20 Minuten überfordert sein. Dafür ist aber die Lernkurve der Kleinen sehr steil, und die kurzen Unterrichtsstunden wirken in diesem Alter wahre Wunder.

Disziplin beim Üben selbst kann nur spielerisch gefördert werden – Zwang wirkt sich oft in die genau andere Richtung aus oder das Kind verliert die Lust am Spielen.

Klavierunterricht für Erwachsene

Natürlich entdecken regelmäßig auch Erwachsene ihr Interesse am Klavier. Sogar Senioren beginnen oft noch im hohen Alter, die Tasten zu kitzeln; eine Altersgrenze gibt es nicht.

Klavierlehrer bieten für Senioren – wie auch für Kinder – speziellen Klavierunterricht für Anfänger an, der auf die Vorstellungen und Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist.

Einen Vorteil haben Wiedereinsteiger, die im Kindesalter bereits einmal gespielt haben und ihre Fähigkeiten nur wieder auffrischen müssen. Auch das Notenlernen ist noch im Erwachsenen- oder Seniorenalter möglich und willkommenes Gehirnjogging für die grauen Zellen.

Ebenso ist es für viele ein ganz besonderes Erlebnis, die Noten hinter den jahrelangen Lieblingsstücken zu sehen und nun selber zu spielen. Schließlich kann auch stundenlanges Improvisieren im Alter zu einer neuen, vitalisierenden Beschäftigung werden.

Wie lange dauert es, bis ich Klavier spiele?

Die Zeit bis zum durchschlagenden Erfolg – der sich sowieso meist nur nach und nach einstellt – hängt von der Übung und der eigenen Disziplin ab. Schon nach einigen Monaten Klavierunterricht können viele Schüler die ersten einfachen Lieder flüssig spielen, bei manchen dauert es aber etwas länger.

Wichtig ist, wie konsequent das im Klavierunterricht Erlernte zu Hause wiederholt und eingeübt wird. Auch, wer schnell die ersten Lieder spielen kann, beherrscht noch lange nicht das Instrument.

Wie lange es dauert, bis ein Anfänger wirklich sicher an den Tasten sitzt, unterscheidet sich stark von Klavierschüler zu Schüler und hängt natürlich auch von der eigenen Begabung ab. Fest steht aber: Wer das Klavier beherrschen möchte, muss Geduld mitbringen.

Davon auszugehen, nach kurzer Zeit intuitiv verschiedenste Stücke spielen zu können, kann Enttäuschungen nach sich ziehen. Mehr Spaß macht das Musizieren am Klavier aber ohnehin dem, der sich Zeit lässt, regelmäßig Klavierunterricht nimmt und auch die kleinen Fortschritte genießt.

Muss ich für den Klavierunterricht ein eigenes Klavier haben?

Nein, nicht für den Unterricht. Manche Klavierlehrer setzen das aber voraus und kommen zu den Schülern nach Hause. Andere Lehrer holen die Klavierschüler zu sich, ans eigene Klavier.

Manchmal findet der Klavierunterricht auch an einer Musikschule statt, die meistens ohnehin über ein Klavier verfügt. Dann sollte der Schüler aber trotzdem außerhalb des Unterrichts die Möglichkeit haben, zu üben. Das geht am Anfang auch mit einem einfachen Keyboard.

Später sollte es dann wenigstens ein E-Piano sein, dessen Tasten sich ähnlich spielen wie die eines echten Klaviers. Wer in den Genuss kommt, ein eigenes Klavier zu besitzen, hat natürlich die besten Voraussetzungen.

Tipp: Inzwischen bieten Musikhäuser auch an, ein Klavier auszuleihen. Das macht vor allem für Fortgeschrittene zu Übungszwecken Sinn. Nach einiger Zeit können die Spieler dann entscheiden, ob sie das Klavier kaufen möchten.

Ich kann keine Noten lesen. Kann ich trotzdem Klavierspielen lernen?

Kaum jemand kann das schon vorher. Am Anfang des Klavierunterrichts wird der Lehrer großen Wert darauf legen. Dann ist Fleiß wichtig. Es gibt auch Konzepte, die das Notenlernen nicht voraussetzen. Man wird dabei natürlich nicht zum professionellen Klavierspieler ausgebildet. Das freie Klavierspiel nach Gehör ist aber durchaus möglich.

Tipps zum Notenlernen

  • Karteikarten mit aufgezeichneten Noten (Hilft, Noten intuitiv zu erkennen)
  • Ausrechnen oder Abzählen und dann Stücke auswendig spielen (Mit der Zeit prägen sich die Noten dann ein)
  • Noten laut vorlesen zum Einprägen
  • Spezielle Apps für Smartphones
  • Notenlernspiele
  • Aufkleber auf den Tasten (Für den Anfang)

Kosten für Klavierunterricht

Die Kosten für Klavierunterricht hängen von der Unterrichtsart (Gruppen- oder Einzelunterricht), der Musikschule und dem Klavierlehrer ab.

Einzelstunden kosten heute im Durchschnitt zwischen 20-40 Euro pro 60 Minuten. Halbiert oder geviertelt bleibt der Preis meist derselbe (10-20 Euro für 30 Minuten, 15-30 Euro für 45 Minuten). Die Kosten für Klavierunterricht unterscheiden sich je nach Region.

Auch das Lernen in kleinen Gruppen bieten Klavierlehrer an. 10 Termine kosten 100-150 Euro pro Teilnehmer. In der Musikschule findet der Klavierunterricht in der Regel in kleinen Gruppe statt.

Klavierunterricht in der Musikschule oder beim Privatlehrer?

Ob das Klavierspielen in einer Musikschule (zum Beispiel in der Gruppe) oder bei einem privaten Klavierlehrer gelernt wird, ist Geschmacksache. Kinder haben beim Lernen mit anderen großen Spaß, werden aber auch leichter abgelenkt.

Erwachsene können über den Weg in die Musikschule Kosten sparen. Optimal ist aber immer ein möglichst intensiver Klavierunterricht, und das funktioniert vor allem, wenn sich der Klavierlehrer auf einen Schüler konzentrieren kann. Musikschulen bieten deshalb oft auch Einzelunterricht an.

Meist sind die Schulen gemeinnützige Einrichtungen der Musikalischen Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und erfüllen einen öffentlichen Bildungsauftrag.

Neben den öffentlichen Musikschulen gibt es auch private Einrichtungen. Ob öffentliche oder private Musikschule, sollte neben dem eigenen Geldbeutel vor allem der persönliche Eindruck der Einrichtung entscheiden.

So finden Sie einen Klavierlehrer in der Region

Hören Sie auf die Empfehlungen von Bekannten. Wer über Google sucht, kann das Angebot der Lehrer vergleichen, sehen, wer Klavierunterricht in der Nähe geben, Bewertungen lesen und einen Probetermin vereinbaren. Auch Inserate in lokalen Anzeigern können Sie auf den richtigen Klavierlehrer bringen.

Klavierspielen online und mit Apps lernen – lohnt es sich?

Wer keinen professionellen Klavierunterricht in Anspruch nehmen möchte oder eine Ergänzung zu den Unterrichtsstunden sucht, verbessert seine Fähigkeiten auf dem Klavier anhand von Videos, Apps oder Online-Programme.

Trotzdem lernt man Klavierspielen nicht automatisch, ganz gleich, ob online oder per App. Selbst, wenn Sie die online vermittelten Inhalte gut nacharbeiten, ersetzt das nicht die kontinuierliche Übung mit einem Lehrer.

Wer Klavier spielen per App oder Internet übt, kann auch keine Fragen stellen oder vom Klavierlehrer Korrekturhinweise erhalten. Ein gezieltes und individuelles Üben erweist sich ohne Klavierunterricht ebenfalls als schwieriger.

ONLINE ODER PER APP KLAVIERUNTERRICHT
Wichtige Sequenzen im Video oder Programm können beliebig oft abgespielt werden Professionelle Wissensvermittlung und Kontrolle durch ausgebildete Lehrer
Es entsteht kein Leistungsdruck Schwierigkeiten können angesprochen und behandelt werden
Lernziele legt man alleine fest Technische Fehler können direkt korrigiert werden
Der Unterricht ist zum Teil kostenlos oder zumindest günstiger Das persönliche Verhältnis muss stimmen. Das kann eine längere Suche nötig machen
Fragen können nicht direkt gestellt werden Die Preise sind manchen Interessenten zu hoch. Oft lässt sich darüber aber auch reden!
Der Unterricht ist anonym, Resonanz erfolgt keine
Fehler, die man antrainiert, werden nicht korrigiert

Unterschied zwischen Keyboard- und Klavierunterricht

Klassischer Klavierunterricht ist meistens mit mehr Theorie verbunden als moderner Keyboardunterricht. Beim Keyboardunterricht lernt der Schüler vor allem die Bedienung des Gerätes, beim Klavierunterricht die Technik des Spiels, Harmonien und Noten.

Der Klavierlehrer bringt dem Schüler die richtige Handhaltung und den korrekten Fingersatz bei, fördert das Spielen mit beiden Händen und vermittelt Wissen über Akkorde und Tonarten. Manche Stimmen sagen, dass das Keyboardspielen im fortgeschrittenen Alter aber leichter ist als das Spielen am Klavier.

Auf den ersten Blick sehen Keyboards einem Klavier ähnlich, doch die beiden Systeme unterscheiden sich stark in Anschlag und Spielgefühl. Wer vom Keyboard auf das Klavier umsteigen möchte, wird am Anfang von der Dynamik der Klaviertasten irritiert, denn der Kraftaufwand für das Spielen der Keyboardtasten ist wesentlich geringer als beim Klavier.

Anfänger, die unschlüssig sind, welches Instrument ihnen besser gefällt, können Probestunden im Keyboardunterricht oder im Klavierunterricht vereinbaren.

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