Kart fahren
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Kleine Flitzer, große Freude – so könnte man einen Tag auf der Kartbahn zusammenfassen. Viele Rennfahrer aus der Formel 1 haben ihre Karriere im kleinen Kart begonnen. Wer heute Kart fährt, übt aber nicht automatisch für die Rennfahrerkarriere.

Es macht einfach Spaß, und das den Kleinen wie den Großen unter uns. Doch ab welchem Alter dürfen Interessierte Kart fahren? Was kostet es? Wie sicher ist eine Fahrt mit dem Kart und wo dürfen sie fahren?

Körperliche Voraussetzungen zum Kart fahren

In speziellen Kinderkarts können schon kleine Rennfahrer mit einer Körpergröße von 1,10 Metern ein paar Runden fahren. Karts mit großen Sitzflächen bieten aber auch genug Platz für Menschen, die über zwei Meter groß oder übergewichtig sind. Allerdings ist auch hier irgendwann Schluss; wer über 130 Kilo wiegt, wird sich schwer tun, das passende Kart zu finden. Menschen mit durchschnittlichem Körperbau können am Rennen mit großer Freude teilnehmen.

Andere Anbieter richten sich nicht nur nach der Körpergröße, sondern geben ebenfalls ein Mindestalter an. Dieses liegt – je nach Veranstalter – zwischen 8 und 14 Jahren.

Um Kart zu fahren, müssen Sie keine spezielle Ausrüstung mitbringen, denn die erforderliche Schutzkleidung wie Sturzhelm, Rennoverall und Sturmhaube erhalten Sie in der Regel vom jeweiligen Anbieter.

Wann sollte ich nicht Kart fahren?

Mit chronischen Rücken- oder Muskelleiden, akuten Erkrankungen wie Grippe und unter Alkoholeinfluss dürfen Sie kein Kart fahren. Die Muskelpartien in Rücken, Nacken und Schultern sowie der gesamte Körper werden bei der Fahrt stark beansprucht.

Wer bereits während der Fahrt Schmerzen verspürt, sollte lieber rechts ran fahren. Auch die Konzentration auf das Rennen und die Strecke ist wichtig – übermüdet oder alkoholisiert sollte man deshalb nicht am Steuer sitzen, sonst droht ein Unfall.

Wie unterscheiden sich Karts für Kinder und Erwachsene?

Die Flitzer für Kids sind auf die körperlichen Anforderungen der kleinen Passagiere ausgerichtet. Ergonomisch gestaltet, sind sie so gebaut, dass Kinder mühelos Bremsen, Lenkrad und Gaspedal erreichen. Rennkarts hingegen sind auf Jugendliche und Erwachsene ausgelegt. Speedkarts sollten nur von erfahrenen Rennbahn-Besuchern gefahren werden, dasselbe gilt für Spezialanfertigungen.

Im semi-professionellen Kartsport kommen dann schon Fahrzeuge mit fast 50 PS zum Einsatz. Geschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometern erreichen die leichten Kraftpakete. Solche Karts werden nur von geübten Fahrern gesteuert.

Vorsicht im Straßenverkehr

Straßenkarts stammen aus dem Rennsport. Ab einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde können sie in Deutschland auch als Leichtfahrzeuge zugelassen werden. Öffentliche Fahrten mit dem Kart sind trotzdem nicht ratsam. Im Straßenverkehr werden die kleinen Gefährte leicht von Auto- und LKW-Fahrern übersehen.

Wo darf ich Kart fahren?

In Deutschland gibt es mittlerweile über 200 Kartstrecken. Die Indoor-Bahnen sind Hobbyfahrern vorbehalten. Rennen finden hier nicht statt. Anders ist das auf den Outdoor-Bahnen, auf denen die Wettrennen der deutschen Kartmeisterschaften und internationale Wettbewerbe ausgetragen werden. Viele Outdoor-Rennbahnen stehen aber auch Hobby-Fahrern offen.

Kartsport in Deutschland

Fast täglich findet in Deutschland ein Kartrennen statt. Regionale Kartvereine und Rennbahnen veranstalten laufend ihre eigenen Wettbewerbe. Im semi-professionellen Bereich sind der ADAC, der AvD und der DMV die Veranstalter zahlreicher Rennen. Kart Wettbewerbe finden in folgenden Kategorien statt:

  • Sprintrennen: Die deutsche Kartmeisterschaft und internationale Turniere (Europa- und Weltmeisterschaft) erregen hier die meiste Aufmerksamkeit.
  • Langstreckenrennen: In Deutschland ist die German Team Championship (GTC) die bekannteste Langstreckenserie für Kartfahrer.
  • Kartslaloms

Weitere bekannte Turniere im Kart fahren:

  • Deutsche Kart Meisterschaft (DKM), sowie Meisterschaften für Junioren (DJKM) und mit Schalt-Kart (DSKM)
  • Deutsche Challenger Kart Meisterschaft (DCKM)
  • ADAC Kart Masters (Bundesweite Kartserie)
  • ADAC Kart Meisterschaft (4 Regionalserien: WAKC, SAKC, OAKC & NAKC und Bundesendlauf)
  • ADAC VT 250 Kart Meisterschaft
  • DMV Kart Meisterschaft (DMV)
  • DMV ROTAX MAX Challenge
  • AvD Pro 2000 Rennkart Trophy
  • German Team Championship (GTC)
  • DMV – Motorsportjugend Kartslalom-Meisterschaft (bundesweit 36 Vorläufe und drei Endläufe)
  • Euro Kart Cup (Kooperation mit Elbracht Motorsport (Formel Renault))

Übersicht der Karts

Der Rahmen des Karts ist rund oder oval geformt. Die Stahlrahmen sind an den Seiten und der Front mit Kunststoff verkleidet. Das Heck ist mit einem Auffahrschutz gesichert. Stabilisatoren sorgen für zusätzliche Festigkeit des Rahmens. Der Fahrsitz ist mittig angeordnet, es gibt aber auch Fahrzeuge mit Platz für einen Beifahrer.

Der Kart-Motor ist schräg hinter dem Fahrersitz verbaut. Neben Verbrennungsmotoren gibt es auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb. Die Motoren haben einen Hubraum zwischen 60 und 250 Kubikzentimetern, deren Leistung von vier PS bis fast 100 PS reicht.

Die besonders starken Motoren laufen aber nur im professionellen Rennsport. Die Karts auf kleinen Rennbahnen haben etwa 10 PS und erreichen Höchstgeschwindigkeiten zwischen 60 und 80 Stundenkilometern. Kinderkarts sind auf eine Leistung von vier bis sechs PS gedrosselt und fahren selten schneller als 30 Kilometer pro Stunde.

Ist Kart fahren sicher?

Trotz der hohen Geschwindigkeit und dem Risiko technischer Defekte, gilt Kart fahren als ein relativ sicherer Sport. In Deutschland geschehen zum Beispiel mehr Unfälle auf Fußballplätzen als auf Kartstrecken. Als Kartfahrer sind Sie dank Helm und Rippenschutz gegen Aufprall-Unfälle gesichert.

Am Rand der Strecken dämpfen Reifenstapel die Kollision mit der Begrenzung, wenn der Fahrer die Kontrolle über das Kart verliert. Zusätzlichen Schutz bieten Abgleitbänder an den Streckenrändern. Sie sorgen dafür, dass man beim Abrutschen von der Piste im Reifenstapel stecken bleibt. Auffahrunfälle und Zusammenstöße mehrerer Fahrer kommen auf einer Kartbahn normalerweise nicht vor.