Jetski fahren

Sie sind kleine Flitzer, in denen Großes steckt – vornehmlich Pferdestärken. Mit einem Jetski erreichen Sie schnell eine Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. Da kommen Sie sogar trotz des kühlen Fahrtwinds schnell ins Schwitzen. Die Wasserfahrzeuge ohne Außenwand sind nicht nur die schnellsten ihrer Art, sondern auch die wendigsten.

So fahren Profisportler halsbrecherische Manöver und reiten die Wellen als ob sie ein Surfbrett unter sich hätten. Doch auch Anfänger können einen Jetski fahren: Was es dazu braucht und wo Sie die Fahrzeuge mieten und fahren können, verraten wir Ihnen hier.

Diese Aktivität kann man bei folgenden Anbietern buchen:

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Was macht Jetski fahren aus?

Jetskis sind Wassermotorräder, die Sie – je nach Modell – im Stehen oder im Sitzen fahren. Einige Modelle bieten für das Fahren im Sitzen sogar Sitzbänke an, auf denen bis zu vier Personen Platz finden.

Jetski ist eigentlich ein von Kawasaki gesichertes Warenzeichen, weswegen man stattdessen von Jetbooten spricht. Der Einfachheit halber wird in diesem Artikel dennoch die geläufigere Bezeichnung „Jetski“ verwendet.

Hier einige technische Daten zum Jetski:

  • Gehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff
  • Verbrennungsmotor
  • Wasserstrahlantrieb mit innenliegendem Impeller (ummantelter Propeller) am unteren, hinteren Ende
  • Drehschaltung zum Gas geben, keine Bremse (das Gefährt muss durch Wegnahme des Gases verlangsamt werden)
  • Leistungen von bis zu über 300 PS und Geschwindigkeiten über 100 Kilometer pro Stunde
  • In Deutschland ist ein sogenannter Quick Stop Pflicht. Das Verbindungsband, das am Handgelenk des Fahrers befestigt ist, sorgt im Fall eines Sturzes dafür, dass der Motor sich ausschaltet.

Vorrichtungen wie der innenliegende Impeller oder der Quick Stop-Mechanismus machen das Jetski fahren zu einer sicheren Angelegenheit nicht nur für den Fahrer, sondern auch für Schwimmer.

Jetski fahren ist ein Freizeit- und Leistungssport, der auf Binnengewässern wie Seen und Flüssen oder auf Küstengewässern ausgeübt werden kann. Sie dienen oft auch als Zugfahrzeug beim Wasserski fahren.

Jetskis im Dienst der Sicherheit

Aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit dienen diese Wasserfahrzeuge Rettungsdiensten, der Polizei und anderen Ordnungsinstanzen als Gefährt zu Wasser. Für den Einsatz zur Rettung von Verletzten gibt es sogar spezielle Fahrzeuge, auf denen bewusstlose oder schwer verletzte Personen liegend transportiert werden können.

„Steher“ oder „Sitzer“? Ein Vergleich der Jetskimodelle

Die Entscheidung für einen Jetski, den Sie im Stehen oder im Sitzen fahren, steht und fällt mit den individuellen Eigenschaften der Fahrzeugtypen. Hier eine kurze Übersicht:

Sitzer

  • Beim Start leichter zu handhaben
  • Das Fahren im Sitzen ist für den Fahrer weniger anstrengend
  • Können mehr als eine Person transportieren
  • Besser geeignet für Anfänger, da das Halten der eigenen Balance nicht so wichtig ist und man sich somit auf das Bedienen des Fahrzeugs konzentrieren kann

Steher

  • Sind beim Start recht instabil und gewinnen erst mit zunehmender Geschwindigkeit an Stabilität
  • Billiger in der Anschaffung und verbrauchen nur halb so viel Sprit wie Sitzer
  • Sind aufgrund der geringeren Breite wendiger und somit für die Disziplin Freestyle geeignet

Letztlich kommt es bei der Entscheidung auf Ihre persönlichen Bedürfnisse an und inwieweit der jeweilige Fahrzeugtyp diesen entspricht.

Voraussetzungen zum Jetski fahren

Um den Anforderungen des Steuerns eines solchen Wassermotorrads gewachsen zu sein, müssen Fahrer einige körperliche Voraussetzungen erfüllen:

  • Gute Schwimmfähigkeiten
  • Eine gesunde körperliche Verfassung, d.h. keine Rückenprobleme, Verletzungen des Bewegungsapparates (insbesondere der Knie) oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
  • Nüchternheit und keine Einnahme von Medikamenten mit möglichem Einfluss auf das Reaktionsvermögen
  • Mindestalter von 16 Jahren (mit elterlichem Einverständnis, sonst ab 18 Jahren), nach oben gibt es keine Altersgrenze

Darüber hinaus muss, sofern das Fahrvergnügen über ein Reinschnuppern hinausgehen soll, ein Sportbootführerschein für den Jetski gemacht werden. Da es für PS-starken Jetboote keine gesonderte Fahrerlaubnis gibt, dient der Führerschein für Sportboote See oder Binnen als Alternative. Dabei ist Folgendes Pflicht:

  • Volljährigkeit, bei Einverständnis der Erziehungsberechtigten bereits ab 14 Jahren
  • Ärztliche Bescheinigung über körperliche Tauglichkeit
  • Führungszeugnis, wenn kein KFZ-Führerschein vorhanden ist
  • Bestehen der theoretischen Prüfung, die Themenbereiche wie Fahrzeugkunde, Schifffahrtsrecht und Wetterkunde abdeckt
  • Bestehen einer praktischen Prüfung, die das Fahren verschiedener Manöver (wie das Wenden) sowie das Binden seemännischer Knoten umfasst

Die Kosten für einen Sportbootführerschein belaufen sich, inklusive Kurs und Prüfungsgebühren, auf rund 300 Euro. Da die Ausbildung weniger zeitintensiv ist wie beispielsweise der KFZ-Führerschein, kann sie auch als Intensivkurs während eines Urlaubs absolviert werden. Eine Liste mit Anbietern finden Sie weiter unten.

Zu guter Letzt muss auch das Wetter mitspielen: Bei starkem Regen oder Wind sowie bei Gewittern ist keinesfalls ein  Ausflug mit dem Jetski zu unternehmen.

Die richtige Ausrüstung für Jetski Fahrer

Jetski-fahren-Ausrüstung
©shutterstock – Timofeev Vladimir

Für das Fahren mit einem Jetski wird folgende Kleidung benötigt:

  • Eine Schwimmweste
  • Badekleidung und Neoprenanzug
  • Feste Sportschuhe, die nass werden können (keine Badelatschen) oder Neoprenschuhe
  • Gegebenenfalls eine Brille als Schutz vor Wasserspritzern

Die meisten Anbieter von Jetski-Kursen oder Vermieter von Fahrzeugen bieten leihweise auch Neoprenanzüge an.

Wo ist in Deutschland Jetski fahren erlaubt?

Je nach Gewässerart gelten für das Fahren mit Jetbooten in Deutschland verschiedene Regeln:

  • Auf Binnenschifffahrtsstraßen ist es nur in durch Beschilderung explizit gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Außerhalb dieser Bereiche dürfen die Wasserstraßen nur benutzt werden, um den nächstgelegenen Bereich zu erreichen. In diesem Fall ist ein strikter Geradeauskurs vorgeschrieben.
  • Auf Seeschifffahrtsstraßen ist das Fahren grundsätzlich erlaubt, lediglich bei Hafeneinfahrten, Reeden, Anlagestellen und Liegestellen ist ein Abstand von 200 Metern zu halten.
  • Ob ein See für Jetskis freigegeben ist, ist vor Ort nachzufragen.

In Nationalparks gelten darüber hinaus besondere Regelungen. Zudem dürfen Sie mit einem Jetski nur bei Tageslicht zwischen 7 und 20 Uhr fahren und bei einer Sichtweite unter 1000 Metern gar nicht. Als Jetski Fahrer müssen Sie allen anderen Fahrzeugen Vorfahrt gewähren.

Jetskis und Naturschutz

Der hohe Geräuschpegel, den die Motoren verursachen, stört nicht nur so manchen Menschen. Auch die Tiere im und am Wasser leiden darunter. Die hohe Geschwindigkeit, die vielen abrupten Bewegungen und der dadurch entstehende Wellenschlag verschrecken Tiere und verursachen unnötigen Stress. Dies ist besonders problematisch bei der empfindlichen Vegetation des Uferrands. Aus diesem Grund sollte Sie dort nicht mit dem Jetski fahren.

Jetski fahren als motorisierter Wassersport

Jetboot fahren wird als professioneller Motorsport betrieben. Dabei können die Fahrer in insgesamt drei verschiedenen Disziplinen antreten:

Racing:

  • Die Disziplin, in der es vorrangig auf die Geschwindigkeit ankommt und mit über 100 Kilometer pro Stunde gefahren wird
  • Fahren eines Slalomkurses in einer möglichst schnellen Zeit
  • Die Jetboote werden getunt und, je nach Leistung, in verschiedene Klassen unterteilt

Freestyle:

  • Kann nur mit Stehern bestritten werden
  • Es werden auf dem Jetski Tricks ausgeführt, die verschiedenen Schwierigkeitsgraden zugeordnet sind und von einer Jury in ihrer Ausführung beurteilt werden
  • Ein Beispiel für einen solchen Trick ist die sogenannte Barrel Roll, bei der der Jetski Fahrer sich samt Fahrzeug einmal um die eigene Achse dreht
  • Auch hier werden die Fahrzeuge getunt und modifiziert, um leichter die Tricks auszuführen

Freeride:

  • Wird ausschließlich in Küstenregionen praktiziert
  • Ziel ist, mit dem Jetski die Wellen zu reiten und Sprünge zu absolvieren

In allen Disziplinen werden nationale und internationale Wettkämpfe abgehalten. Diese werden organisiert durch Verbände wie Union Internationale Motonautique (UIW), dem Weltdachverband des motorisierten Wassersports mit Sitz in Monaco, oder der International Jet Sports Boating Association (IJSBA). Beide richten Weltmeisterschaften aus.

Als Subdivision der IJSBA ist die European Jet Sports Boating Association (EJSBA) für die Europameisterschaften zuständig. Innerhalb Deutschlands agiert der Deutsche Jetsport-Verein e. V.

Versicherungsschutz beim Jetski fahren

Ob und welcher Versicherungsschutz beim Mieten eines Jetskis oder beim Besuchen eines Kurses inbegriffen ist, ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen. Spätestens beim Kauf eines eigenen Fahrzeugs empfiehlt sich der Abschluss einer Versicherung.

Hier ein kurzer Überblick bezüglich der verschiedenen Arten des Versicherungsschutzes für Jetski Fahrer:

    • Haftpflichtversicherung: Haftet bei Schäden an fremden Personen oder Eigentums.
    • Kaskoversicherung: Haftet bei Schäden am eigenen Fahrzeug, unabhängig von deren Ursache. Dabei wird nicht, wie beispielsweise bei Kraftfahrzeugen, zwischen einer Voll- und Teilkaskoversicherung unterschieden.
    • Unfallversicherung: Haftet mit einer festgesetzten Versicherungssumme bei einem Todesfall oder einer Invalidität des Fahrers als Folge eines Unfalls mit dem Jetski.

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