Wie hypnotisiert starren Sie auf diesen kleinen Ball vor Ihren Füßen. Sie holen aus und katapultieren den Ball weit über den Platz, so dass er nur ein kleiner Punkt am Himmel ist. So leicht, wie es aussieht, ist Golf jedoch lange nicht.

Trotzdem: Golfspielen kann jeder – solange man eine ruhige Hand hat. Wenn Sie sich dieser Herausforderung stellen wollen, besuchen Sie am besten einen Golf Schnupperkurs. Dort werden sie vom blutigen Anfänger zum Anhänger.

Eine kleine Einführung in Golf Schnupperkurs

Golf ist eine Ballsportart, deren Geschichte ins Schottland des 15. Jahrhunderts zurückgeht. Ziel des Spiels ist, mit dem Golfschläger den Ball in die, je nach Platzgröße, neun oder 18 Löcher des Golfplatzes zu spielen. Wichtig dabei ist, möglichst wenige Schläge zu benötigen. Golf kann auch in Teams gespielt werden. Ein Golfspiel dauert auf einem regulären Platz mit 18 Löchern ungefähr drei bis vier Stunden.

Geschlagen wird der Golfball von einem vorgegebenen Abschlagsort. Zwischen Abschlagsort und dem Loch gilt es verschiedene Hindernisse zu überwinden oder auszuweichen. Zu solchen Hindernissen zählen beispielsweise:

  • Seen
  • Kiesgruben
  • Hohes Gestrüpp
  • Und Sandbunker

Ist der Ball einmal nicht spielbar oder wurde in seinem Flug oder Lauf manipuliert, werden für diesen Regelverstoß Strafpunkte gegeben. Die Golf Regeln sind im Allgemeinen sehr komplex und können im Detail auf der Website des Deutschen Golf Verbands nachgelesen werden.

Die Anzahl der Schläge wird als Score bezeichnet. Zudem gibt es für jedes Loch ein sogenanntes Par. Dieses wird definiert durch die durchschnittliche Schlaganzahl, die ein mittelguter Spieler für das Loch braucht. Darüber hinaus hat jeder Spieler ein eigenes Handicap, das als Anhaltspunkt für seine Spielstärke dient.

Das Golf Handicap ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Par für ein bestimmtes Loch oder Platz und die individuelle Anzahl der Schläge, die der Spieler durchschnittlich für das Loch oder den Platz braucht.

Kleines Lexikon der Golf Scores

Für die verschiedenen möglichen Scores beim Golf haben sich verschiedene englische Bezeichnungen eingebürgert:

  • Hole-in-one / Ace: Der Ball wird mit einem Schlag vom Abschlag ins Loch geschlagen.
  • Albatross / Double-Eagle: Der Spieler locht den Ball mit drei Schlägen oder weniger ein, als das Par des Lochs beträgt.
  • Eagle: Zwei Schläge unter Par.
  • Birdie: Ein Schlag unter Par.
  • Even: Die Anzahl der Schläge stimmt mit dem Par des Lochs überein.
  • Bogey: Ein Schlag mehr als das Par wird benötigt. Für zwei beziehungsweise drei Schläge über Par gibt es den Double- und den Triple-Bogey.

Körperliche Voraussetzungen für Golf Schnupperkurs

Wie beim Ausüben jeder Sportart, sollten Golfer einen gesunden Körperzustand aufweisen. Spezielle Anforderungen oder Einschränkungen gibt es eigentlich nicht. Lediglich die Knie können durch das lange Stehen beansprucht werden und sollten keine Probleme bereiten. Auf mentaler Ebene wird eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit verlangt.

Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Vielmehr ist Golf für ältere Menschen besonders gut geeignet: Die konstante, aber niedrige Belastung schont Herz und Kreislauf, sodass auch Menschen mit Bluthochdruck den Sport praktizieren können. Bei einem korrekt ausgeführten Abschlag werden 25 Prozent aller Muskeln angespannt.

Angemessene Kleidung für Golf Schnupperkurs

Da für Golf keine normalen Sportstätten, sondern in der Regel Golfclubs mit gehobenem Standard aufgesucht werden, sollten Golfspieler angemessene Kleidung tragen. Darunter versteht man traditionell:

  • Ein Polohemd, über das bei kühleren Temperaturen ein Pullover gezogen wird.
  • Stoffhosen (keine Jeans), im Sommer Bermudas. Beliebt sind hier karierte Varianten.
  • Es gibt spezielle Golfschuhe, die oft mit Spikes versehen sind. Für einen Golf Schnupperkurs müssen diese jedoch nicht angeschafft werden. Hier genügen handelsübliche Sportschuhe, solange diese sauber sind.

Generell werden gedeckte Farben bevorzugt. Wenn Sie sich zu einem Golf Schnupperkurs angemeldet haben, sollten Sie unbedingt auf den oben genannten Dresscode achten. Absolut tabu sind im Golf diese Kleidungsstücke:

  • Einen Trainingsanzug (absolut tabu!)
  • Ärmellose Oberteile
  • Kleidung aus Synthetikstoff
  • Cargo-Shorts

Der Kleidungsstil darf sportlich-legere sein, aber keinesfalls nachlässig.

Die Ausrüstung beim Golf: Golfschläger, Ball und Trolley

Golf-Schnupperkurs-Ausrüstung
©shutterstock – Zoom Team

Beim Golf setzt sich die Ausrüstung hauptsächlich aus drei Komponenten zusammen:

  • Golfschläger
  • Golfball
  • Trolley

Der Golfschläger

Bis zu 14 Schläger dürfen von einem Spieler mit auf den Golfplatz genommen werden. Die verschiedenen Golfschlägertypen unterscheiden sich in Material, Schaftlänge und Loft. Das Loft bezeichnet den Neigungswinkel der Schlagfläche zum Boden. Die unterschiedlichen Eigenschaften bestimmen den Einsatzort des Schlägers.

Im Standardrepertoire eines jeden Golfspielers finden sich in der Regel ein oder mehrere Exemplare folgender Golfschläger:

Driver:

  • Golfschläger aus Holz, der für Abschläge mit einer großen Entfernung ab 180 Meter verwendet wird
  • Der Schlägerkopf ist zwar verhältnismäßig groß, doch das Loft ist mit einem Winkel von sieben bis 15 Grad gering
  • Die Flugkurve ist flach
  • Neben dem Driver gibt es weitere sogenannte Fairwayhölzer, deren Lofts und somit auch Flugkurven variieren

Eisen:

  • Mehrere Schläger aus Eisen mit größerer Präzision als Holzschläger
  • Für mittlere Entfernungen zwischen 70 und 180 Meter
  • Schlägerkopf in Form eines Trapezes
  • Loft zwischen 20 und 45 Grad

Hybrid / Rescue:

  • Moderner Typ, der in Winkel, Loft und Schaftlänge  einem Eisenschläger gleicht, aber in der restlichen Bauform ähnlich voluminös wie ein Holzschläger ist
  • Vereint die Genauigkeit eines Eisens mit der Reichweite eines Holzschlägers
  • Anfänger ziehen den Hybrid beziehungsweise Rescue häufig einem normalen Holz vor
  • Wird ansonsten jenseits des Abschlagsorts verwendet, wo das Gras etwas höher gewachsen ist

Wedges:

  • Eisen mit abgerundetem Schlagkopf und einem Loft zwischen 48 und 54 Grad
  • Ein Schlag mit solch hoher Flugkurve wird als Pitch bezeichnet
  • Kommt zum Einsatz bei kurzen Schlägen oder bei einer schwierigen Ball-Lage
  • Das Pitching Wedge verursacht einen Drop-and-Stop, bei dem der Ball nach dem Aufkommen fast nicht mehr weiter rollt
  • Sand Wedges haben ein höheres Loft (56 Grad) und werden aufgrund ihrer hohen Flugbahn für Schläge aus Sandbunker verwendet

Putter:

  • Golfschläger mit dem höchsten Loft und somit mit beinahe senkrechter Schlagfläche
  • Der Ball fliegt nicht, sondern rollt flach über den Rasen
  • Wird beim Einlochen benutzt

Der Golfball

Obwohl keine Regel dies vorschreibt, wird vor dem Abschlag die Marke, Nummer und der Typ des Balls vom Spieler angesagt. Golfbälle haben folgende Eigenschaften:

  • Durchmesser von mindestens 42,67 Millimetern
  • Maximales Gewicht von 45,93 Gramm
  • Schale aus hartem Kunststoff
  • Kern aus Hartgummi oder anderem flexiblen Material, oft in mehreren Schichten
  • Eingedellte Oberfläche mit sogenannten Dimpels

Durchschnittlich hat ein Golfball 400 solcher Dimpels, deren Anzahl und Anordnung jedoch abhängig vom Hersteller und Balltyp variiert. Den Dimpels wird zugeschrieben, dass sie die Flugbahn beeinflussen können. Für verschiedene Löcher werden unterschiedliche Typen von Golfbällen verwendet.

Der Trolley

Ein Trolley wird zum Transport der Ausrüstung auf dem Platz verwendet. Dabei haben Spieler die Auswahl zwischen verschiedenen Modellen:

  • Unmotorisierte Trolleys mit zwei Rädern, entweder zum Ziehen oder Schieben
  • Motorisierte Trolleys mit drei Rädern und häufig einer Sitzmöglichkeit

Einige Golfspieler haben auch einen Assistenten zum Tragen der Ausrüstung und zur Beratung. Dieser wird Caddy genannt. Im deutschen Sprachgebrauch wird das Golfmobil, das dem Transport von bis zu zwei Spielern über den Golfplatz dient, oft fälschlicherweise als Caddy bezeichnet. Solche Golfmobile heißen jedoch Golfcart oder Buggy.

Die Preise für eine Golfausrüstung variieren stark. So sind die Golfschläger mancher Marken schon für 35 Euro erhältlich, während andere bis zu 300 Euro kosten können. Ein kompletter Satz Schläger für Einsteiger ist ab 250 Euro erschwinglich.

Teilnehmer an einem Golf Schnupperkurs erhalten in der Regel die erforderliche Ausrüstung von der Golfschule. Jedoch gilt im Golf ein Dresscode, an den sie sich auch bei einem Schnupperkurs halten sollten.

Der Golfplatz

Golf ist eine Outdoort-Sportart. Da das Entwerfen und Planen von Golfplätzen eine kostspielige Angelegenheit ist, werden vielerorts die natürlichen Begebenheiten genutzt und an die Bedürfnisse des Spiels angepasst.

Abschlag:

  • Ebene Grasfläche in Form eines Rechtecks, oft leicht erhöht
  • Versehen mit Abschlagsmarkierungen, auf denen der Ball häufig auf einen Stift (Tee) gesetzt abgeschlagen wird

Grün:

  • Zielbereich, durchschnittlich 550 Quadratmeter groß
  • Hier wird mit dem Putter gespielt

Zudem gibt es auf den Golfanlagen spezielle Übungsbereiche, die zum Trainieren und Aufwärmen aufgesucht werden:

Driving Range:

  • Eine mindestens 130 Meter lange Wiese zum Üben langer Abschläge
  • Neben Abschlagsplätzen aus Gras verwenden einige Anbieter Abschlagsmatten, die robuster sind und weniger Pflege bedürfen
  • Eine Ballmaschine gibt Bälle und sammelt sie auch wieder auf

Putting Green:

  • Grünfläche mit verschiedenen Löchern
  • Hier wird der Umgang mit dem Putter und das Einlochen trainiert

Bei einem Golf Schnupperkurs werden Sie insbesondere mit diesen Übungsbereichen bekannt gemacht. Außerdem haben manche Golfanlagen auch Kurzplätze. Diese Anlagen sind nicht länger als 100 Meter, haben in der Regel nicht mehr als Par 3-Löcher und werden auch für Trainingszwecke benutzt. Welche Golfschule einen Golf Schnupperkurs anbietet, erfahren Sie weiter unten.

Tipps für die richtige Körperhaltung

Die richtige Körperhaltung ist das A und O für einen sauber ausgeführten Abschlag. Die optimale Balance im Stand ist Voraussetzung dafür, dass die Bewegungsabläufe beim Abschlag korrekt ausgeführt werden können. Deswegen hier einige Tipps für den guten Stand:

  • Die Füße stehen parallel auf Schulterbreite auseinander, damit das Gewicht gleichmäßig verteilt ist.
  • Die beiden Hände am oberen Schlägerende sind durchgestreckt und bilden mit den Schultern zusammen ein Dreieck.
  • Den Oberkörper so weit nach vorne beugen, dass der Golfschläger den Boden berühren kann. Dabei leicht in die Knie gehen, den Rücken nicht krümmen. Stattdessen die Hüfte nach hintern verlagern.

Die Drehachse und der Schwung beim Abschlag variieren je nach Schlag und Golfschläger. Hierzu wird man Ihnen im Golf Schnupperkurs wichtige Hinweise geben, damit der Abschlag – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht ins Auge geht.

Golf Schnupperkurs: Leistungen, Anbieter und Preise

Ein Golf Schnupperkurs bietet Interessierten die ideale Gelegenheit, den Sport in einer kleinen Gruppe näher kennenzulernen und auszutesten. In dem Schnupperkurs werden in der Regel folgende Leistungen abgedeckt:

  • Kursdauer von zwei bis vier Stunden
  • Vermittlung von Basiswissen (zum Beispiel zur Körperhaltung) und Etikette
  • Führung über die Anlage
  • Leihausrüstung
  • Üben an der Driving Range und am Putting Green
  • Eventuell ein anschließender Snack und Plausch in der Golfschule

Bei starkem und anhaltendem Regen, Schnee oder Gewitter fällt der Schnupperkurs leider aus. In diesem vereinbaren Sie bitte mit der Golfschule einen Ersatztermin.
Golfkurse werden deutschlandweit angeboten. Um an einem Schnupperkurs in Ihrer Nähe teilzunehmen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, einen Anbieter zu finden:

  • Mit Kampagne Play Golf – Have Fun vertreibt der Deutsche Golf Verband die play-golf-card, die deutschlandweit bei über 300 Golfclubs eingelöst werden kann.
  • Auf der Website des Deutschen Golf Verbands gibt es eine Golfclub-Datenbank, in der Sie nach Anbietern in Ihrer Nähe suchen können

Die Teilnahme an einem Golf Schnupperkurs mit der play-golf-card kostet 19 Euro, bei anderen Anbietern schwanken die Kosten zwischen 20 und 50 Euro.

Golf auf dem Golfplatz: Golfclubs und Platzreife

Bedingt durch die hohen Aufnahme- und Mitgliedsbeiträge in Golfclubs sowie die kostspielige Ausrüstung galt Golf lange Zeit als eine Sportart mit hoher Einstiegsbarriere. Dies hat sich in den letzten Jahren geändert. Die Golf Ausrüstung ist erschwinglicher geworden und öffentliche Golfplätze machen den privaten Golfclubs Konkurrenz. Für eine Runde Golf ist dort durchschnittlich mit 42 Euro zu rechnen.

Bevor Sie Golf auf dem Golfplatz spielen dürfen, müssen Sie die sogenannten Platzreife erlangt haben. Diese erhalten Sie durch eine Prüfung am Ende eines Vorbereitungskurses, in der die Etikette und theoretisches Wissen sowie erste Kenntnisse im praktischen Spiel abgefragt werden.

Dieser Vorbereitungskurs ist nicht zu Verwechseln mit einem Schnupperkurs, der den Teilnehmern lediglich Einblicke gibt. Im Gegensatz dazu vermittelt der Golfkurs Anfängern prüfungsrelevante Kenntnisse.

Viele Golfclubs haben ihre eigene Reifeprüfung, die von anderen Clubs oft nicht anerkannt wird. Aus diesem Grund wurden im Jahr 2006 vom Deutschen Golf Verband Standards für die Platzreife festgelegt, die sich immer mehr durchsetzen. Ausführliche Informationen zur Platzreife gibt auch hier der Deutsche Golf Verband.

Golf als Turniersport

Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden im Golf Turniere ausgetragen. Die vier wichtigsten internationalen Major-Grand-Slam-Turniere für Berufsgolfer sind:

  • US Masters
  • US Open
  • The Open Championship
  • PGA (Professional Golfers‘ Association) Championship

Für Senioren (professionelle Golfer über 50 Jahre) und für Frauen gibt es separate Major-Turniere. Neben diesen Einzelturnieren gibt es auch Mannschaftsturniere im Golf.

In Deutschland gibt es sowohl nationale Meisterschaften als auch Landesmeisterschaften. Zudem veranstalten Golfclubs regelmäßig clubinterne Turniere. Davon abgesehen sehen viele Spieler Gold nicht als Wettkampf, sondern als persönliche Herausforderungen und sind stets bemüht, ihr eigenes Handicap zu verbessern.