Sie verstecken Schätze und veröffentlichen die Koordinaten im Internet. Mit GPS-Empfänger und Logbuch begeben Sie sich auf die Suche nach den Schätzen anderer. Es geht über Stock und Stein, durch die freie Natur oder in eine andere Stadt. Haben Sie das Zeug zum Geocacher? Dann sind Sie ein Teil der modernen Schatzsucher des Geocachings. Gut vernetzte Geocacher, die täglich mehr werden.

Was ist Geocaching?

Auf den Spuren der Pfadfinder durch die Landschaft streifen und auf Schnitzeljagd gehen, das war gestern. Heute verstecken Geocacher einzelne Dinge in einem Behälter, genannt Cache, und veröffentlichen ihre Koordinaten im Netz. Wer dann online Lunte riecht, macht sich zur modernen Schnitzeljagd auf. Der Trend nennt sich Geocaching und verbindet Abenteuerlust mit abwechslungsreicher Bewegung in freier Natur.

Dabei braucht es weder umfassende persönliche Kondition oder hochtechnische Ausrüstung; Freude an der Bewegung und ein gewisser Entdeckerreiz genügen. Je nach Anspruch und gefragter Geländeform, kann Geocaching in ländlicher Umgebung ebenso aufregend sein wie in der Stadt.

Entsprechende Sonderformen des Geocachings bringen Fortgeschrittenen zusätzliche Spannung und Erfolgserlebnisse bei der Suche nach dem versteckten Cache. Sogar Familien mit Kindern können im einfachen Gelände auf Geocaching Tour gehen und so ein gemeinsames Abenteuer.

Auf der Suche nach dem Cache ist es jedoch wichtig, sich möglichst unauffällig zu verhalten, sonst besteht die Gefahr, dass Außenstehende, sog. Muggel, den Schatz plündern. Aus diesem Grund nimmt jeder Teilnehmer beim Geocaching einen neuen Gegenstand für den Cache mit und platziert ihn anschließend im Behälter. Dadurch erwartet jeden Geocacher am Ende seiner Suche ein neuer Cache.

Was brauche ich zum Geocaching?

  • GPS-Empfänger
  • Robuster Rucksack
  • Taschenlampe
  • Wetterfeste Kleidung
  • Stift und Notizbuch
  • Handschuhe
  • Taschenmesser oder Multifunktionstool

Weitere Ausstattung für Geocacher

Wer Geocaching einfach einmal ausprobieren möchte, macht sich mit festem Schuhwerk, einer Taschenlampe und einem Rucksack auf den Weg in das Gelände.

Auch wenn zur Orientierung ein GPS-Gerät mit von der Partie sein sollte, kommt man anfangs mit einer detailgetreuen Landkarte mit einem entsprechenden Maßstab ebenso zurecht. Dabei sollten Sie bedenken, dass an den einzelnen Geocaching Stationen die Koordinaten angegeben sind, die Sie auf der Karte wiederfinden müssen.

Außerdem erleichtert eine Landkarte entsprechenden topographischen Angaben die Anreise zum Zielgebiet, weshalb Sie sich im Vorfeld auf etwaige Bäche, Unebenheiten oder Höhlen einstellen können. Diese machen den besonderen Reiz beim Geocaching aus.

Für allfällige Missgeschicke wie nasse Füße oder ein feuchtes T-Shirt ist es ratsam, Ersatzkleidung dabei zu haben.

Wer hingegen professionelles Geocaching betreiben möchte, der kann sich ein GPS-Gerät für den Outdoorbereich zulegen. Dabei sind eine lange Akkulaufzeit sowie ein Schutz gegen Stöße und Feuchtigkeit entscheidend. Oft helfen auch entsprechende Geocaching Apps für moderne Smartphones weiter.

Profis legen meist auch Wert darauf, sich mit Sucherfolgen zu schmücken, weshalb eine Geocaching Software ganz praktisch ist. Denn so lassen sich der Cache und dessen Beschreibung besser verwalten bzw. neue Cache Orte nach individuellen Kriterien auswählen. Wer sich solch ein Programm auf das Smartphone speichert, benötigt zum Geocaching keine schriftliche Beschreibung von Caches und Koordination. Dies kann gerade im unwegsamen Gelände ein Vorteil sein.

Beim Geocaching steht die Suche nach dem Cache im Mittelpunkt. Diese bestehen aus unterschiedlichen Gegenständen. Sehr beliebt und interessant sind sogenannte Trackables, die eine entsprechende Prägung oder einen speziellen Druck aufweisen.

Individuelle Zahlen- und Buchstabenkombinationen ermöglichen es erfahrenen Geocachern, den Weg dieser kleinen Caches zu verfolgen und deren Ursprung nachzuvollziehen. Wer sich gerne und oft Geocaching Ausflüge begibt, der freut sich über Geocoins (spezielle, geprägte Münzen) in den Caches, die begehrte Sammelstücke sind.

Beliebte Formen im Geocaching

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©shutterstock – Sander van der Werf

Geocaching wäre zu simpel, wenn es nur eine einfache Suche nach Caches wäre. Je nach Schwierigkeitsgrad und individueller Einsatzbereitschaft können Geocacher zu Lande, zu Wasser oder im steilen Gelände nach dem Cache suchen. Zur Ausstattung gehört in den extremsten Fällen auch eine Bergsteigerausrüstung, ein Tauchanzug oder das Klettergeschirr.

Demzufolge gibt es im Geocaching verschiedene Formen, die die Teilnehmer abhängig von dem gewünschten Schwierigkeitsgrad spielen:

  • Traditional Cache
  • Multicache
  • Mystery Cache
  • Drive-In-Cache und Park-Grabe-Caches
  • Earth-Caches
  • Event Cache

Traditional Cache

Wer bei einem Traditional Cache mitmacht, der begibt sich mitunter durch schlammiges Gelände oder sumpfige Gebiete, in denen nach den Trackables gegraben und gewühlt werden darf. Ein großer Reiz: Beim Geocaching wird man herausgefordert und muss nicht auf Äußerlichkeiten achten. Hauptsache, man findet den Schatz!

Multi-Cache

Richtige Profis im Geocaching lieben den Multi-Cache, bei dem mehrere Caches gefunden werden müssen. Die jeweiligen Koordinaten findet der Geocacher durch Hinweise an unterschiedlichen Stellen.

Eine Zahlenkombination auf dem Wegweiser oder ein Buchstabenrätsel auf dem Ortsschild stellen den Geocachern neue Aufgaben, mit deren Lösung der gesuchte Cache gefunden wird. Je schwieriger beim Geocaching die Aufgabe, aber auch das jeweilige Terrain ist, desto hochklassiger ist die Terrain-Bewertung im Profil.

Mystery-Cache

Geocacher, die besondere Herausforderungen lieben, bevorzugen spezielle Formen der Aufgabenstellung wie den Rätselcache, auch Mystery Cache genannt. Dabei gilt es bereits im Vorfeld eine Aufgabe, die aus Sudoku oder einem Mathematikbeispiel bestehen kann, zu lösen, um damit die Koordinaten des Cache herauszufinden.

Das Ergebnis ist dann entweder die Ausgangslage eines tatsächlichen Verstecks oder der Auslöser für ein echtes Geocaching mit mehreren Stationen.

Drive-In- und Park-Grabe-Caches

Wer es einfacher und vor allem sauberer bevorzugt, der ist mit Drive-In- und Park-Grabe-Caches richtig. Denn für diese Art des Geocachings gilt die unmittelbare Erreichbarkeit mit dem Auto, was zwar bequem, aber dafür weniger spektakulär ist.

Earth-Caches

Wer geologisch interessiert ist, der findet bei den Earth-Caches seine Erfüllung. Hier befindet sich der Cache an Orten, die etwas über die Entstehung und den Aufbau der Erdkruste aussagen. Gleiches gilt für die Koordinaten der einzelnen Stationen. Auf diese Weise erweitert Geocaching den eigenen Wissenshorizont.

Event-Cache

Gesellschaftlichen Charakter hat der Event-Cache, der die moderne Schnitzeljagd zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden lässt und so oftmals bis zu 500 internationale Geocacher anlocken kann. Dabei geht es nicht nur um das tatsächliche Finden der Caches, sondern vielmehr um den Erfahrungsaustausch und um neue, ausgefallene Ideen für neue Herausforderungen im Geo-Caching.

Auch, wer sich ein Bild über diese neue Trendsportart machen möchte, ist bei so einem Event gut aufgehoben und kann erste Erfahrungen sammeln. Durch die Landschaft zu stapfen und kindliche Entdeckerlust zu teilen, verbindet.

Geocaching für den guten Zweck

Nicht nur einen Freizeiteffekt hat der Cache in -Trash out, bei dem in einem deutlich abgegrenzten Gebiet gemeinsam sämtlicher Müll beseitigt wird. Hier besteht das wesentliche Erlebnis vor allem in der Gemeinsamkeit und in einer sinnvollen Aktivität gegen Umweltverschmutzung.

Um ein Zeichen zu setzen und eine Hinterlassenschaft zu prägen, wird im gereinigten Gebiet anschließend ein Erinnerungscache ausgelegt. Den dürfen dann andere beim klassischen Geocaching finden…

Möchte man den Inhalt eines besonders spannenden Caches weitergeben, entsteht ein Moving Cache, bei dem der Fündige den Inhalt des Caches mitnimmt und an einer anderen Stelle wieder vergräbt. Die entsprechenden Koordinaten im Netz werden einfach ausgetauscht, womit die Suche munter weitergehen kann.

Die wichtigsten Verhaltensregeln beim Geocaching

Egal, ob allein, mit der Familie oder in der Gruppe – beim Geocaching ist Respekt gefragt. Und zwar sowohl vor der eigenen Gesundheit als auch vor der Natur und den Tieren. Unter Geocachern herrscht das ungeschriebene Gesetz, einen Cache niemals direkt in der Erde zu vergraben oder gar in Tierbehausungen wie Vogelnestern zu verstecken.

Der Reiz dafür mag bestehen, besonders ausgefallene Stelle für den Cache zu wählen, doch Achtung vor der Natur, den Tieren und ihrem Lebensrhythmus lassen eingeschworene Geocacher nicht außen vor. Vor allem im Winter muss beim Geocaching auf den Tierbestand Rücksicht genommen werden, dem zu dieser Jahreszeit ohnehin eingeschränkte Ressourcen zur Verfügung stehen.

Damit Geocaching Natur sowie Tierwelt möglichst wenig schadet, platzieren Teilnehmer den Cache in einem Behälter, oft mit der Beschriftung „Offizieller Geocach“. Auf diese Weise bleiben sowohl der Cache als auch die Natur unberührt.

Darüber hinaus müssen Geocacher jedoch auch Verantwortung für das eigene Handeln als auch für ihre Gesundheit übernehmen, Insbesondere auf Geocaching Strecken mit einem hohen Schwierigkeitsgrad sollten Sie kein Risiko eingehen. Ist das Gelände unwegsam oder sind die Lichtverhältnisse  für eine ausreichende Sicht zu schlecht, ist es ratsam, das Geocaching an einem anderen Tag fortzusetzen

Dies betrifft sowohl diejenigen, die Caches auslegen als auch diejenigen, die nach ihnen suchen. Denn einen Cache in Gefahrenzonen wie Umspannwerke oder tiefe Klippen zu platzieren, führt unnütz in Versuchung und gefährdet Leib und Leben.

Glossar zum Geocaching

Beim Geocaching verwenden die Teilnehmer Fachbegriffe, um Besonderheiten der einzelnen Stationen zu beschreiben. Das einfachste Beispiel ist die Bezeichnung „Cache“ oder „Geocache“ für den Schatz, die Sie bereits kennen. Darüber hinaus gibt es einige weitere Fachbegriffe, die Ihnen dieses Geocaching Glossar erklärt.

Traditionelles Geocaching und seine Ursprünge

Auch wenn der Trend in den letzten Jahren von den USA nach Europa geschwappt ist und der Trendsportart zum endgültigen Durchbruch verholfen hat, kommt die Urform eigentlich aus dem britischen Dartmoor. In der dortigen Region des Nationalparks gab es nachweislich bereits 1854 sogenanntes Letterboxing, das auf einem ähnlichen Prinzip wie Geocaching basiert.

Seit den 1980ern wurden im Gebiet um das finnische Helsinki Versionen der modernen Schnitzeljagd veranstaltet, wobei Behälter mit unterschiedlichen Inhalten in der Landschaft versteckt wurden. Anschließend machten sich Teilnehmer mit relativ ungenauen Landkarten auf die Suche nach den Verstecken.

Seit den 1990er Jahren, als GPS-Signale auch im privaten Bereich erlaubt wurden, gibt es Geocaching in Europa. Der Begriff des Geocachings wurde das erste Mal in den USA verwendet, als Dave Ulmer in der Nähe von Portland im US-Bundesstaat Oregon am 3. Mai 2000 einen schwarzen Plastikeimer mit Inhalt versteckte.

Er veröffentlichte die Daten des Ortes in der Newsgroup, wodurch bereits innerhalb eines Tages der „Stash“ (das Versteck) von Mike Teague gefunden wurde. Kurz darauf erstellte dieser eine Website, auf der die zunehmende Anzahl von Stashes und deren geographische Daten dokumentiert wurden.

Mittlerweile hat sich dieser Trend zum Massensport entwickelt. Weltweit wurden mehr als 1.800.000 Caches versteckt und gefunden, davon knapp 260.000 in Deutschland.