Eine Persische Weisheit besagt: „Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat.“  Herrschen in Ihrem Garten eher weniger paradiesische Zustände? Das muss nicht so sein.

Bereits mit wenigen Handgriffen verwandeln Sie Ihren Garten in eine grüne Oase. Dabei haben Sie die Qual der Wahlen zwischen unzähligen Pflanzen, Deko-Elementen und Stilen. Bei der Gartengestaltung gilt es, das Potential des Gartens vollends auszuschöpfen.

Fünf Tipps für die Gartengestaltung eines jeden Gartens

Gartengestaltung-Tipps
©shutterstock – Pefkos

Ob groß oder klein – aus jedem Garten können Sie selbst mit den einfachsten Mittel das Beste rausholen. Generell sind bei der Gestaltung der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Es gibt unzählige Pflanzenarten – von heimisch bis exotisch – sowie andere kreative Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen jeder Garten zur Wohlfühloase wird. Ganz egal wofür Sie sich entscheiden, mit diesen fünf praktischen Tipps nutzen Sie Ihren Garten optimal:

  • Hecken lockern die Grundstücksgrenzen auf und dienen, je nach Dichte und Höhe, als idealer Sichtschutz zum Nachbargrundstück. Auch lassen sich so verschiedene Bereiche eines großen Gartens abteilen.
  • Halten viele Bäume das Sonnenlicht ab oder befindet sich Ihr Garten an der Nordseite des Hauses, ist besonderes Fingerspitzengefühl bei der Pflanzenwahl gefragt. Farn oder Herbstanemonen gedeihen auch im Schatten und bringen so Farbe in dunkle Ecken.
  • Sie haben nur wenig Zeit für die Gartenpflege? Gräser und beispielsweise ein Buchsbaum brauchen nur wenig Pflege und sind immergrün. Besonders pflegeleichte Blumen sind Vergissmeinnicht, Lavendel und die Bartnelke.
  • Die Sonne ist im Sommer erbarmungslos. Damit Ihre Pflanzen nicht vertrocknen und eingehen, greifen Sie einfach auf Pflanzen aus dem mediterranen Raum zurück. Auch Kräuter wie Majoran, Thymian und Melisse trotzen der Hitze und Trockenheit.
  • Wasser sorgt als zusätzliches Element in jedem Garten für Entspannung und Abkühlung. Wenn Sie nicht gleich einen Teich anlegen wollen, versuchen Sie es doch mit einem  kleinen Brunnen.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, schaffen Sie eine solide Grundlage für eine harmonische Gartengestaltung. Darüber hinaus prägen verschiedene Stile die Erscheinungsbilder unterschiedlichster Gärten.

Für welchen Sie sich entscheiden, ist zum einen Geschmackssache. Zum anderen kommt es auch auf die Gegebenheiten an. Im Folgenden werden Ihnen vier aktuelle Trends vorgestellt.

Feng Shui: Mithilfe der Gartengestaltung das Chi fließen lassen

Nach der fernöstlichen Lehre des Feng Shui dient der Garten als Rückzugsort in der Natur und der Regeneration des Menschen. Dafür soll mittels verschiedener gestalterischer Prinzipien die positive Lebensenergie, auch Chi genannt, in Fluss gebracht werden.

Bei der Planung eines Gartens nach den Prinzipien des Feng Shui hilft das sogenannte Bagua-Raster. In diesem sind die fünf Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall) den vier Himmelsrichtungen, unterschiedlichen Farben sowie neun Lebensbereichen zugeordnet.

Durch bestimmte gestalterische Elemente soll der Fluss des Chi in den jeweiligen Bereichen angeregt werden. Dabei gelten diese Richtlinien:

LEBENSBEREICH HIMMELSRICHTUNG ELEMENT BEPFLANZUNG/GESTALTUNG
Karriere Norden Wasser Wichtig sind Fließbewegungen: Ob Pflanzen mit entsprechend geformten Blüten (wie Orchideen), geschwungene Wege oder ein Brunnen/Bach
Partnerschaft Südwesten Erde Blumen mit roten oder gelben Blüten, die flach wachsen, oder Steine
Reichtum Südosten Holz Eine Wasserquelle (Springbrunnen), viel Licht und kräftige Pflanzen begünstigen Ihre finanzielle Lage
Lebensmitte Zentrum Erde Eine Fläche aus Rasen oder Kies mit einer zentral platzierten Statue als Zentrum.  Wenn sie dennoch dort ein Beet anlegen wollen, dann in Kreisform
Familie Osten Holz Eine Sitzgelegenheit sorgt für Geselligkeit, stark wachsende Pflanzen (wie Bambus) erhöhen den Zusammenhalt
Hilfreiche Freunde Nordwesten Metall Ort für Dekorationen wie Skulpturen oder Windspiele mit Metallelementen und Blumen mit silbrig oder goldigen Blüten
Wissen Nordosten Erde Blumen mit oranger, brauner oder gelber Blüte, auch ein idealer Ort für einen Steingarten
Kinder Westen Metall Hier sollte vieles wachsen und gedeihen: Obstbäume, ein Gemüsebeet oder Beerensträucher. Auch der Ort für eine Schaukel oder einen Sandkasten
Ruhm Süden Feuer Rote Farben dominieren, Lampen sorgen für Licht, Platz für einen Grill

Obwohl die Gartengestaltung nach Feng Shui auf den ersten Blick sehr komplex zu sein scheint, lassen sich viele dieser Richtlinien bereits mit kleineren Änderungen erfüllen. So wird der Garten ein Ort zum Krafttanken, der zudem ein Haus, das nicht ideal nach Feng Shui erbaut wurde, ausgleicht.

Der Nutzgarten: Eigenes Gemüse anbauen und ernten

Gartengestaltung-Gemüse
©shutterstock – Irina Fischer

Der Garten ist nicht nur ein Ort für Zierpflanzen. Auch Nutzpflanzen wie Kräuter und Gemüse können angebaut werden. In Zeiten, in denen auf gesunde Ernährung viel Wert gelegt wird, giftige Pestizide und Genmanipulation jedoch Schlagzeilen machen, boomt der Eigenanbau.

In Ihrem eigenen Garten können Sie, je nachdem was das Platzangebot zulässt, neben sämtlichen Kräutern folgendes Gemüse selber anbauen:

  • Möhren
  • Tomaten (sowohl Fleisch- als  auch Cocktailtomaten)
  • Gurken
  • Salat
  • Kartoffeln
  • Rhabarber
  • Verschiedene Kohlarten
  • Erdbeere
  • Paprika
  • Zwiebeln
  • Diverse Beerensorten wie Brombeeren oder Johannisbeeren
  • Kürbis

Bei den meisten Gemüsesorten können Sie im Fachhandel zwischen Samen beziehungsweise Zwiebeln und Jungpflanzen auswählen. Des Weiteren ist für eine erfolgreiche Ernte beim Anbau auf Folgendes Acht zu geben:

  • Achten Sie bei jeder Pflanze auf die ideale Aussaatzeit, -art und -tiefe sowie den richtigen Ort (schattig oder sonnig).
  • Schützen Sie Ihre Pflanzen vor Schädlingen (zum Beispiel durch Abdeckungen), ohne dass sie die Nützlinge (Insekten und Spinnen, die den Pflanzen nicht schaden und andere Schädlinge sogar vertreiben) verscheuchen.
  • Informieren Sie sich über die Bodenbeschaffenheit vor Ort und bereiten Sie diesen den Ansprüchen der verschiedenen Gemüse entsprechend vor.

Zur Pflege Ihres Nutzgartens lassen sich keine pauschalen Aussagen machen, da sie abhängig ist von der Pflanzenart. Im Fachhandel werden Sie jedoch beim Kauf kompetent beraten.

Ein neuer Trend im Nutzgartenbereich sind Hochbeete. Diese eignen sich für Gärten, deren Bodenkultur nicht ausreichend tiefgründig ist. Zudem entfällt leidiges herunter bücken.

Der Klassiker: Der Rosengarten

Rosengärten sind klassisch-romantisch und keinesfalls altmodisch. Ein Rosengarten ist stets ein Meisterwerk, da es sich bei Rosen um sehr anspruchsvolle Blumen handelt. So brauchen Sie viel Licht, vertragen aber keine Hitze. Auch sollten sie windgeschützt stehen und nicht zu feucht bewässert werden.

Im Allgemeinen werden fünf Rosenarten unterschieden, die individuelle Eigenschaften haben:

Alte Rosensorten:
  • Wurden bereits für 1876 kultiviert
  • Sind sehr widerstandsfähig und duftintensiv
  • Kommen überwiegend als Strauchrosen vor
Edelrosen:
  • Sogenannte Teehybridsorten, eine Kreuzung aus Chinarosen und europäischen Remontant-Rosen
  • Haben schön ausgeprägte einzelne Blütenblätter
  • Eine positive Eigenschaft ist ihre Dauerblüte, wobei Edelrosen teilweise nicht winterhart sind und anfällig für Krankheiten
Kletterrosen:
  • Bilden sehr lange Triebe und sind ideal zum Begrünen von Gerüsten und Pergolen
Beetrosen:
  • Bodendeckende Sorten die breitflächig wachsen, idealerweise an Böschungen oder Hängen
  • Schützen den Boden vor Unkrautwachstum
  • Verlieren ihre Blätter auch im Regen nicht
Rambler-Rosen:
  • Können in naturnahen Gärten sich selbst überlassen werden
  • Aufgrund ihrer weichen Triebe gedeihen sie prächtig am Stamm alter Bäume

Ein Rosengarten kann auch mit anderen Blumen kombiniert werden. Dafür eignen sich besonders gut Herbstastern, Schleierkraut, Clematis und Glockenblumen.

Asiatisches Flair durch einen japanischen Garten

Ein japanischer Garten wirkt exotisch-aufregend und strahlt dennoch Ruhe und Harmonie aus. Entgegen der landläufigen Meinung können japanische Pflanzen auch im hiesigen Klima gedeihen. So holen Sie sich asiatisches Flair in Ihren Garten:

  • Bonsai-Bäumchen sind der Inbegriff japanischer Gartenkultur. Sie werden künstlich klein gehalten und können bei richtiger Pflege hunderte Jahre alt werden. Sie sollten jedoch bei einem Kauf auf winterharte Arten zurückgreifen.
  • Beliebte Japanische Blumen, die auch hierzulande aufgehen, sind: Die Krötenlilie, Azaleen, die Nelkenkirsche oder Chrysanthemen.
  • Neben Pflanzen spielen Steine (besonders Schiefer) und Wasser eine große Rolle. Beim Wasser ist es wichtig, dass es fließen kann. Kleine Bäche oder Brunnen sind geeignet.
  • Vergessen Sie die passende Dekoration nicht! Lampions und (Miniatur-)Pavillons dürfen in keinem japanischen Garten fehlen.

Trotzdem gilt: Weniger ist mehr – Asiaten mögen es bescheiden und schlicht.

Auch bietet es sich an, einen Teil Ihres Gartens abzuteilen, um einen Zen-Garten zu gestalten. Zen-Gärten sind meist pflanzenlos und wenn doch Pflanzen integriert werden, dann keine blühenden. Stattdessen begrenzt man sich auf Steine und Sand beziehungsweise feiner Kies.

Das Harken des Kieses wird als meditativ angesehen. Das durch das Harken entstehende Muster hat symbolische Bedeutung. Zudem ist es wichtig, dass der Anfang und das Ende der meist wellenförmigen Linien nicht auszumachen sind.

Im Zen-Garten werden verschiedene Steine unterschiedlicher Größe platziert – es sollte aber keine gerade Anzahl sein. Die Steine sind naturbelassen und ohne jegliches Muster anzuordnen.

Sie haben keinen Garten? Dann verwandeln Sie Ihren Balkon in eine grüne Oase!

Auch in Töpfen gedeihen zahlreiche Pflanzen. Mit welchen Sie Ihren Balkon verschönern, hängt von der Lage des Balkons ab: Befindet sich Ihr Balkon an der Nordseite des Hauses und ist somit schattig gelegen, empfehlen sich diese Blumen: Hortensie, Begonie oder Fuchsien.

Für die sonnige Südseite eignen sich dagegen: Engelstrompete, Geranien, Petunien oder Oleander. Menschen mit West- oder Ostbalkon haben es gut – dort fühlen sich fast alle Blumen wohl. Zudem sollten Sie Ihre Pflanzen gut vor Wind schützen.

Bei sehr windig gelegenen Balkonen ist deswegen von Hängepflanzen abzuraten, da ihre Triebe bei Wind leicht brechen.

Lernen von den Profis: Seminare und Workshops zur Gartengestaltung

Wenn Ihr grüner Daumen etwas Nachhilfe benötigt, bieten sich Seminare und Workshops zur Gartengestaltung an. Diese werden mit einer Vielzahl von verschiedenen Themen vielerorts von Gartencentern, Parks oder Gärtnerschulen auch für Privatleute angeboten.

Ein nützliches Hilfsmittel bei der Gartengestaltung: Der Gartenplaner am PC

Mithilfe eines Gartenplaners am PC behalten Sie den Überblick und können verschiedene Gestaltungsvarianten durchplanen, bevor Sie Material anschaffen und los legen.

Ein solch professionelles Hilfsmittel muss kein Vermögen kosten. So gibt es beispielsweise bei Mein schöner Garten einen Gartenplaner nach einer kostenlosen Registrierung zum Download.

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