Die vielen Pferdestärken hört man ihnen an: Ferraris bestechen durch dröhnende und röhrende Motorengeräusche. So verpasst niemand Ihren großen Auftritt. Ein Radio einzuschalten wäre da eine Sünde.

Ein solches Erlebnis ist nicht nur der High Society vorbehalten. Um einen Ferrari fahren zu können, müssen Sie nicht Michael Schumacher sein. Jeder kann die eleganten Sportwagen leihweise fahren – im Straßenverkehr und sogar auf der Rennpiste.

Worauf beim Ferrari fahren zu achten ist

Voraussetzung zum Mieten eines Ferraris ist zunächst ein gültiger Führerschein der Klasse B. Selbstverständlich dürfen Sie zum Mietzeitpunkt unter keinem Einfluss von Alkohol oder die Reaktionszeit beeinträchtigenden Medikamenten stehen.

Darüber hinaus sollten Sie den Mietvertrag gründlich studieren. Dieser sollte folgende Angaben enthalten:

  • Muss eine Kaution hinterlegt werden? Wie hoch fällt diese aus?
  • Ab welchem Alter darf das Fahrzeug gefahren werden? Muss der Führerschein vor einer bestimmten Anzahl an Jahren erworben worden sein?
  • Gibt es eine Kilometerbegrenzung?
  • Ist der Sprit im Preis inbegriffen?
  • Besteht eine Voll- und/oder Teilkaskoversicherung und wie hoch ist die Selbstbeteiligung?

Der Versicherungsschutz ist besonders wichtig und ein Indikator für einen seriösen Anbieter: Da die PS-starken Sportwagen alles andere als günstig in der Versicherung sind, wird diese leider manchmal übergangen.

Ferrari: Sportwagen mit Tradition

Ferrari steht für italienische Sportwagen und Rennautos, die unter anderem  in der Formel 1 erfolgreich vertreten sind. Im Rennsport hat der Automobilhersteller auch seine Wurzeln: Das Rennteam Scuderia Ferrari war mit seinem Aushängeschild Enzo Ferrari vorwiegend in den 1930er Jahren aktiv.

Damals wurde allerdings noch mit Fahrzeugen des Herstellers Alfa Romeo gefahren. 1947 gründete Enzo Ferrari schließlich das Unternehmen Ferrari. Dieses hat seinen Firmensitz jeher in Maranello, wo auch heute noch (mit Ausnahme der Karosserie und des Chassis) die Wagen gefertigt werden.

Mittlerweile gehört Ferrari mit einem Anteil von 90 Prozent zu Fiat. Der Jahresumsatz belief sich 2011 auf 2,25 Milliarden Euro.

Verschiedene Modelle von Ferrari fahren

Die Modellbezeichnungen mit Nummern sind, auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht, nicht einheitlich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese zu entschlüsseln:

  • Die Nummer gibt den Hubraum eines einzelnen Zylinders an, der dann mit der Gesamtzahl der Zylinder zu multiplizieren ist.
  • Die ersten beiden Stellen beziehen sich auf den Gesamthubraum, die dritte Ziffer gibt die Anzahl der Zylinder an.

Die jeweilige Bezeichnungsmethode ist abhängig vom Baujahr, wobei immer wieder Abweichungen und Ausnahmen zu finden sind.

Ferrari hat in seiner langen Geschichte unzählige Modelle auf den Markt gebracht. In deutschen Vermietungen stehen diese vier Modelle am häufigsten zur Verfügung:

MODELL EIGENSCHAFTEN
F 355
  • Acht Zylinder
  • 380 PS
  • Von null auf einhundert Kilometer pro Stunde in 4,7 Sekunden
  • Heckantrieb
  • Sechsgang-Getriebe
  • Gebaut in den 1990er Jahren
F 360
  • Acht Zylinder
  • 425 PS
  • Von null auf einhundert Kilometer pro Stunde in 4,1 Sekunden
  • Schaltwippe wie in Formel 1-Wagen
  • Gebaut zwischen 1999 und 2005
F 550 Maranello
  • Zwölf Zylinder
  • 485 PS
  • Von null auf einhundert Kilometer pro Stunde in 4,3 Sekunden
  • Baujahre 1996 bis 2001
F 430
  • Acht Zylinder
  • 490 PS
  • Von null auf einhundert Kilometer pro Stunde in 4,0 Sekunden
  • Verbrauch von über 18 Litern pro hundert Kilometer
  • Auch mit Formel 1-Schaltung erhältlich

Fast alle Modelle sind auch als Cabrio erhältlich. Wie Sie sehen, werden in der Vermietung vorwiegend altbewährte Klassiker und keine brandaktuellen Modelle angeboten. Das hängt mit den immensen Versicherungskosten für ein solches Fahrzeug zusammen.

Ferrari fahren auf einer Rennstrecke

Da Sie sich bei Fahrten im regulären Straßenverkehr an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten müssen, bieten einige Erlebnis-Anbieter an, einen Ferrari auf einer Rennstrecke auszufahren. Dies ist meist in Begleitung eines professionellen Instruktors möglich.

Bitte achten Sie auch hier auf die Konditionen, da meist zumindest ein gewisses Maß an Fahrerfahrung zum Bestreiten eines solchen Erlebnisses vorausgesetzt wird.

Das Cavallino Rampante, das sich aufbäumende Pferd

Um die Entstehung des Warenzeichens der Ferrari gibt es viele Mythen. Wahrscheinlich ist eine Anlehnung an das Symbol einer Fliegertruppe der italienischen Luftwaffe aus dem ersten Weltkrieg, für die Enzos Bruder kämpfte und sein Leben ließ.

Der Ursprung der gelben Hintergrundfarbe ist weniger eindeutig. Gelb war zum einen die Farbe von Enzos Heimatstadt Modena, könnte aber auch für seine Vorliebe für Sonnenblumen stehen.

Das Geheimnis der röhrenden Motorengeräusche

Ferraris sind nicht nur für ihr sportliches Design in traditionell roter Farbe bekannt, sondern auch für den gewollt lauten Motorenlärm. Dieser wird erzeugt durch speziell verbaute Resonanzräume im Motor und vor Ort in Maranello in einem eigens errichteten Tonstudio komponiert.