Eine alter Spruch besagt: „Ordnung ist das erste Gesetz des Himmels.“ Eine tiefer gehende Weisheit meint auch: „Es ist alles so, wie es sein soll.“ Wir Menschen neigen aber dazu, uns gegen die Natur zu stellen und Unordnung in ein Leben zu bringen, in dem Energie fließen will.

Gesunde Raumgestaltung beginnt bei der Einrichtung und endet bei der Wahl der Farben. Feng Shui hilft uns dabei, unsere Räume zum Lächeln und die Lebensenergie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Daher erfahren Sie bei uns mehr über Feng Shui und wie Sie es lernen können.

Feng Shui und seine Anwendungsgebiete

Feng-Shui-Einrichtung
©shutterstock – DilKar

Feng Shui verbessert die Art, wie wir wohnen und leben. Die Lehre ist maßgeblich von der Philosophie des Daoismus geprägt. Mit der Gestaltung von Wohnung, Garten und Landschaft nach der Lehre von Feng Shui sollen die Geister der Luft und des Wassers geneigt gemacht werden.

Über die Grenzen Chinas hinaus hat sich Feng Shui seit Ende des 20. Jahrhunderts verbreitet. Heute prägt es auch die Konzepte von Einrichtungsberatern, Architekten und Gartengestaltern im westlichen Kulturkreis.

Moderne Einrichtungskonzepte verwenden Feng Shui, um durch die Wohnraumgestaltung das Wohlbefinden von Bewohnern und Gästen gleichermaßen zu steigern. Dabei soll die Beziehung zwischen Mensch und Natur in Einklang gebracht werden.

Energiefluss des Qi

Farben, Formen und Materialien werden mit Feng Shui so platziert, dass der Energiefluss des Qi angeregt wird. Das Qi besteht aus den Phasen des Yin und Yang, die immer gemeinsam auftreten und die Gegensätze, das Werden und Vergehen sowie den Wandel symbolisieren.

Wohnung in Bereiche aufteilen

Feng Shui lässt sich in verschiedene Einrichtungsstile integrieren. Die Wohnräume werden in Teilbereiche gegliedert, denen Bedeutungen zugeordnet werden. Bestimmte Einrichtungsgegenstände haben dann ihren festen Platz in Räumen oder Ecken. Stellt man sie verkehrt auf, behindern sie den Fluss des Qi.

Auch praktische Erwägungen spielen in die Theorie mit hinein. Wer zum Beispiel einen Lern- und Arbeitsbereich einrichtet, sollte den Blick nach draußen richten können. So wird Kreativität angeregt. Störende Gegenstände, die die Sicht nehmen, beeinflussen das Qi und lenken gleichzeitig von der Arbeit ab.

Schlafplatz einrichten

Ein Bett sollte nicht direkt vor einer Tür oder einem Fenster stehen. Der Schlafplatz sollte nicht exponiert liegen sondern als Ort der Ruhe in einem abgelegenen Bereich sein. Hier fließt immer wieder auch die Lehre von Yin und Yang mit ein. Wo Yin für Ruhe und Zurückgezogenheit steht, symbolisiert Yang Offenheit und Exponiertheit. Beide sollten sich im Gleichgewicht befinden, in Harmonie zueinander stehen.

Yin und Yang in der Balance zu halten, ist ebenso ein wichtiger Gedanke bei der Gartengestaltung nach Feng Shui. Insgesamt soll sich ein harmonisches Bild ergeben.

Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser

Feng-Shui-Richtungen
©shutterstock – nioloxs

Schattige, überwucherte Flächen sollen sich die Waage halten mit hellen und offenen Flächen. Dabei wird auch die Lehre der fünf Elemente aufgegriffen: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Jedem dieser Elemente sind bestimmte Farben bzw. Farbspektren zugeordnet. Bei der Gestaltung des Gartens sollten alle Elemente und Farben mit einfließen. Ziel ist auch hier, Balance und Harmonie zu schaffen.

So lässt sich auch jeder übergeordnete Raum unterteilen. Feng Shui kann auf die Wohnung im Großen und auf Arbeitszimmer und Schreibtisch in immer spezielleren Belangen übertragen werden. Das Konzept bleibt dennoch immer gleich.

Verschiedene Richtungen im Feng Shui

Die klassische Lehre des Feng Shui hat in China eine alte Tradition und ist Teil der traditionellen chinesischen Medizin. Bereits seit Jahrhunderten wird Feng Shui auf den Bau und die Gestaltung von Plätzen und Gebäuden angewendet.

Im 20. Jahrhundert wurden die Konzepte dann festgehalten. In China betrachtet man Feng Shui als Philosophie, die künstlerische und wissenschaftliche Aspekte vereint. In den chinesischen Gemeinschaften auf der ganzen Welt haben sich über die Jahre aber viele verschiedene Ausrichtungen entwickelt.

Ein einheitliches chinesisches Feng Shui gibt es dadurch nicht. Verstärkt wird diese Spaltung in verschiedene Interpretationen auch durch die jahrelange Repression nach der Machtergreifung durch Mao. Eine einheitliche Feng Shui Lehre konnte sich seitdem nie entwickeln.

Westliches Feng Shui

Das westliche Feng Shui (auch Neo Feng Shui genannt) ist ebenfalls von verschiedenen Stilrichtungen geprägt. Oft werden Teilbereiche alter Feng Shui Lehren herausgegriffen und mit modernen, westlichen, teilweise auch esoterischen Ansichten vermengt.

Von wichtigen Konzepten wie Farbenlehre, Fluss des Qi, Yin und Yang und den fünf Elementen abgesehen, gibt es auch im Westen keine einheitliche Deutung. Zudem gibt es auch hier Gegenbewegungen, die Feng Shui in Frage stellen.

Einige Konzepte tauchen in jeder Deutung von Feng Shui auf. Dazu zählen:

  • Der Fluss des Qi: Qi (Energie) fließt durch Räume und Körper. Blockaden und schädliche Einflüsse können den Fluss unterbrechen. In der Gestaltung von Räumen sollten Sie nach Feng Shui immer darauf achten, Störungen des Flusses zu vermeiden
  • Yin und Yang: Zwei Gegenpole, die sich dennoch aufeinander beziehen und im Gleichgewicht gehalten werden müssen.
  • Lehre der Farben: Helle Farben erzeugen eine bestimmte Stimmung. So wirken helle und warme Farben, leicht sowie freundlich, während kalte Farben beruhigend und entspannend wirken. Vorsichtig sollten Sie mit dunklen Farbtönen sein, die sowohl Geborgenheit vermitteln als auch einengend wirken können. Daher sollten Sie in der täglichen Umgebung auf das Gleichgewicht zwischen hellen, dunklen, warmen sowie kalten Farben achten.
  • Bagua: Häuser, Flächen, Räume und Einrichtungsgegenstände können immer in neun Zonen aufgeteilt werden, die alle einen Teil des Lebens beeinflussen.
  • Fünf Elemente von Feng Shui: Die verschiedenen Farben sind auch den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet. Dabei sollte die fünf Elemente nicht stofflich gesehen werden, vielmehr symbolisieren sie den Kreislauf des Werdens, Wandelns sowie Vergehens. Diese fünf Wandlungsphasen ausgedrückt durch die Elemente bilden das Zentrum des Feng Shui.

Feng Shui Seminare und Beratung

Feng Shui Berater bieten interessierten Privat- und Firmenkunden Workshops und Seminare an, in denen Sie die Grundlagen des Feng Shui lernen. Mit den erlernten Kenntnissen werden die Teilnehmer in die Lage versetzen, selbst Feng Shui Konzepte zu realisieren.

Ein Feng Shui Seminar macht in einer kleinen Arbeitsgruppe am meisten Sinn. Der Berater kann auf die Fragen der Teilnehmer individuell eingehen. Für ein Seminar, in dem Sie lernen, Feng Shui auf ihre Wohnumgebung anzuwenden, benötigen Sie eine Zeichnung des Grundrisses des Hauses oder Ihrer Wohnung. Ansonsten fordern die Veranstalter keine Teilnahmevoraussetzungen.

Nach einer Einführung in die Grundlagen des Feng Shui, findet dann eine Schulung anhand praktischer Beispiele statt. Für die Wohnung oder das Haus jedes Teilnehmers wird anschließend ein Feng Shui Konzept erstellt. Die Kosten pro Teilnehmer liegen bei 90 Euro.

In diesen Regionen und Städten finden die Feng Shui Seminare statt:

  • Baden-Württemberg: Raum Sigmaringen, Stuttgart, Überlingen
  • Bayern: München
  • Berlin: Berlin
  • Brandenburg: Cottbus
  • Hamburg: Hamburg
  • Nordrhein-Westfalen: Bielefeld, Düsseldorf, Köln
  • Sachsen-Anhalt: Raum Salzwedel

Darüber hinaus finden Sie einen Feng Shui Berater und Ausbilder über die deutschlandweite Suche auf der Webseite Feng Shui Classic International, dem Verband für klassisches Feng Shui.

Ausbildung zum Feng Shui Berater

Viola Schäfer ist ausgebildete und zertifizierte Feng Shui Meisterin. Sie bietet für Interessenten selbst Schulung und Ausbildung in Feng Shui an. Zweitägige Grundkurse schulen die Teilnehmer in den Grundlagen, der Feng Shui Farbenlehre und in den Besonderheiten von Feng Shui im Geschäftsleben.

Nach den Grundlagenkursen können Sie am Feng Shui Beraterkurs teilnehmen, der aus zwei einwöchigen Modulen und einem zweitägigen Praxis-Seminar besteht.

Eine Ausbildung zum Feng Shui Meister bei den Dozentinnen Sabine Kriete-Neumann und Oliva Maitra ist in zwei Modellen möglich:

  • Kompakt-Ausbildung: 2 x 4 Tage (mit sechs bis acht Wochen Pause)
  • Wochenend-Ausbildung: 5 x 2 Tage (mit rund vier Wochen Pause)

An diesen Orten findet ihre Feng Shui Ausbildung statt:

  • Berlin
  • Bergisch Gladbach bei Köln
  • München
  • Cloppenburg
  • Bad Zwischenahn

Eine Feng Shui Ausbildung bei Eva-Katharina Scharowski gibt es in elf Modulen, die über einen Zeitraum von 15 Monaten verteilt stattfinden. Jedes einzelne Modul kann auch für sich belegt werden, ohne die gesamte Ausbildung zu durchlaufen. Der Ausbildungsort ist Schriesheim, nördlich von Heidelberg. Kosten: 6750 Euro.

Daneben gibt es weitere Feng Shui Meister, die eine Ausbildung in Deutschland anbieten. Bei der Wahl des Ausbilders sollten Interessenten jedoch auf die Zertifizierung durch den Feng Shui Verband achten, der die Qualitätsstandards sicherstellt.

Literatur zur Feng Shui Lehre

  • Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten. Gerümpelfrei bleiben von Karen Kingston, aus dem Englischen von Sabine Schilasky, 208 Seiten, Rororo Verlag 2012. Praktische Tipps für den Alltag
  • Feng Shui Grundregeln – Feng-Shui so schnell und einfach wie nie zuvor von Helga Schaub, 96 Seiten, Schirner Verlag 2010. Feng Shui Grundlagen für Einsteiger.
  • Feng Shui – Wenn Räume lächeln: Farbgestaltung mit den 5 Elementen von Gudrun Mende, 160 Seiten, Callwey Verlag 2008. Ein Arbeits- und Projektbuch.

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