Auf einer Canyoning Tour treffen Sie auf pure Naturgewalten und dringen in Terrain vor, das nur wenige Menschen vor Ihnen gesehen haben. In der Gruppe trotzen Sie reißenden Bächen, riskanten Kletterpfaden und springen über mehr als nur den eigenen Schatten.

Gut gesichert führt Ihr Weg nicht nur durch wilde Gewässer sondern auch Klammen und Höhlen, die erkundet werden wollen. Doch wo dürfen sich Sportler in das feuchtfröhliche Abenteuer stürzen? Welche Ausrüstung ist erforderlich? Wie sind sie versichert und welche Canyoning Touren eignen sich für Anfänger?

Was ist Canyoning?

Beim Canyoning wagen mutige Sportler den abenteuerlichen Abstieg in eine Schlucht. Doch seilen sie sich nicht nur ab, sondern springen, klettern oder schwimmen hinunter. Auf welche Weise Sie den Abstieg wagen, hängt in erster Linie von der Beschaffenheit der Natur ab. Neben dem abwechslungsreichen Parcours steht für die Sportler das unvergessliche Naturerlebnis im Mittelpunkt dieses Extremsports.

So seilen sich Teilnehmer an einem Wasserfall ab, schwimmen durch einen Fluss oder klettern an Felswänden hinunter. Hat eine Canyoning Tour erst einmal begonnen, ist es nur in wenigen Fällen möglich, sie abzubrechen. Aber keine Sorge, wem ein Sprung zu hoch ist, können Sie in der Regel einzelne Etappen auslassen.

In jedem Fall sollten sich Interessenten zuvor über den Schwierigkeitsgrad einer Canyoning Tour informieren, um den Anforderungen gewachsen zu sein.

Wer kann an einem geführten Canyoning teilnehmen?

Veranstalter von Canyoning gliedern Ihre Angebote in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. An einem Canyoning für Anfänger kann fast jeder teilnehmen. Mehr Spaß haben aber Teilnehmer, die keine Höhenangst haben. Auch schwimmen sollte jeder können, der sich in die Schluchten wagt.

Schwangeren wird von einer Teilnahme abgeraten. Es gibt bereits Abenteuer für Kinder ab sechs Jahren; wer sich einen bestimmten Sprung nicht zutraut, hat im Rahmen einer geführten Tour immer die Möglichkeit, die Stelle zu umgehen. Während der gesamten Strecke erhalten Sie Unterstützung von einem erfahrenen Canyoningführer, der Ihnen nicht nur den nächsten Abstieg erklärt, sondern auch Hilfestellungen gibt. Wer sich unsicher ist, sollte vor der Teilnahme auf jeden Fall mit dem Veranstalter sprechen und seine Bedenken äußern.

Ausrüstung für eine Canyoning Tour

Bei den meisten Canyoning Abenteuern stellt der Veranstalter die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Andere Teile wie festes Schuhwerk müssen Sie meistens selber mitbringen. Abhängig von dem Schwierigkeitsgrad benötigen Sportler für das Canyoning folgendes Equipment:

  • Neoprenhose, – Jacke und -Socken mit mindestens vier Millimetern Stärke
  • Feste Schuhe
  • Alpintauglicher Schutzhelm
  • Spezieller Gurt für das Canyoning
  • Mehrere HMS-Karabiner
  • Abseilgerät mit einer Kappschlinge
  • Klettergurte sowie Karabiner für das Klettern am Seil
  • Spezielles Messer oder Schere
  • Wasserdicht verpacktes Erste-Hilfe-Material
  • Canyoningtauglicher Rucksack
  • Signalinstrumente wie Pfeifen, Raketen, Handy
  • Diverse Arbeitsseile sowie ein Notseil
  • Verankerungen, Bohrwerkzeug und Schlingenmaterial

Wie bin ich beim Canyoning versichert?

Canyoning ist eine beliebte Sportart, die aber mit Risiken verbunden ist. Findet die Tour im Ausland statt, greift der Versicherungsschutz der eigenen Krankenversicherung unter Umständen nicht. Urlaubskrankenversicherungen können hier Abhilfe schaffen. Sprechen Sie auf jeden Fall im Vorfeld mit Ihrer Krankenversicherung, wenn Sie Bedenken haben.

Auch eine Haftpflichtversicherung schützt Sie im selbstverschuldeten Schadensfall an einer anderen Person. Prüfen Sie bei Unsicherheit, ob Ihre Police etwaige Schadenfälle bei Risikosportarten abdeckt.

Auch Kosten für Bergungen oder Rückholungen im Ausland werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Einige Versicherungen beinhalten diese Leistung bereits, weshalb sich Interessenten im Vorfeld informieren sollten. Die Mitgliedschaft im Deutschen Alpenverein deckt bis zu einer bestimmten Höhe Bergungskosten ab. Ebenso kann die Mitgliedschaft in einem Automobilverband wie dem ADAC Bergungen oder Rückholungen aus dem Ausland einschließen.

Sicherheit beim Canyoning

Ihre Sicherheit beim Canyoning hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem eigenverantwortlichen Verhalten während des Abenteuers, der richtigen Einschätzung von Witterungsverhältnissen und dem Verwenden sicherer Ausrüstung spielt auch das richtige Verhalten in der Gruppe bei Gefahrensituationen eine wichtige Rolle.

Seriöse Veranstalter weisen die Teilnehmer deshalb im Vorfeld der Tour in alle Aspekte ein, die für die Sicherheit aller Beteiligten wichtig sind. Dazu gehören auch Gesundheitsrisiken wie Krankheiten, die von Tieren im Zielgebiet übertragen werden können. Impfungen vor Antritt der Reise sind im Einzelfall deshalb zu prüfen. Aber auch jede Menge Know How schützt den Einzelnen und die Gruppe.

So erhalten Teilnehmer vor dem Start eine Einführung in folgende Techniken und Sicherheitsaspekte des Canyonings:

  • Sicheres Binden von Knoten
  • Korrektes Abseilen und Klettern unter verschiedenen Bedingungen
  • Richtiges Setzen von Haken
  • Richtiges Springen und Rutschen
  • Richtiger Umgang mit dem sonstigen Gepäck