Bungee-Jumping

Vorsichtig lehnen Sie sich an das kalte Geländer der Absprungplattform und schauen mit einem flauen Gefühl im Magen sechzig Meter in die Tiefe. Ihr Puls rast und Ihr Herz schlägt immer lauter. Ein kühler Wind weht Ihnen durch die Haare. Endlich ist es soweit. Noch einmal betrachten Sie die Fußschlaufen, an denen das Bungee-Seil befestigt ist. Ein letzter Atemzug, dann strecken Sie die Arme aus und lassen sich fallen.

Ein elektrisierendes Kribbeln erfüllt jeden Zentimeter ihres Körpers, während Sie durch die Luft sausen. Ein plötzlicher Ruck und sie fliegen erneut nach oben. Nach wenigen Sekunden pendeln Sie langsam aus und landen überglücklich und gesund auf dem Boden. Bungee Jumping verspricht Nervenkitzel und den ultimativen Adrenalinkick, ganz gleich, ob Sie von einem Kran oder einer Brücke springen und für einen Moment im Wasser eintauchen.

Um zu springen, müssen Sie jedoch mindestens 16 Jahre alt sein und die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen. Außerdem erfahren Sie, warum Bungee Jumping zu den relativ sicheren Extremsportarten gehört und an welchen Standorten in Deutschland und Österreich Bungee-Sprünge möglich sind.

Diese Aktivität kann man bei folgenden Anbietern buchen:

Mydays: → zum Anbieter

Was passiert beim Bungee-Jumping?

Der Name „Bungee Jumping“ stammt aus dem englischen „Bungee“ und „Jumping“ und bedeutet „Seilspringen“. Dabei springt ein Teilnehmer von einer Plattform auf mindestens 50 Metern mit einem speziellen Bungee-Seil kopfüber hinunter. Sicherheitsgurte, Bungee und die richtige Körperhaltung senken das Verletzungsrisiko, das bei dieser Extremsportart besteht.

In Deutschland sind Sprünge von Brücken untersagt, so dass ein Kran die Springer auf die entsprechende Höhe befördert, die sich von dort aus in die Tiefe fallen. Befindet sich der Absprungplatz über einem tiefen Gewässer mit leichter Strömung, bieten einige Veranstalter das sogenannte Dip-In an.

Was bedeutet Dip In?

Dip-In stellt eine Variante des Bungee Jumpings dar. Dabei findet der Sprung über einem Gewässer statt. Zwar bleibt der Ablauf zwischen dem normalen Bungee Jumping und dem Dip-In der Gleiche, doch tauchen Sie bei der Variante am Ende des Sprungs einen Moment in das Gewässer ein. Auf diese Weise wird Bunge-Jumping zu einem spannenden erfrischenden Erlebnis.

Voraussetzungen für das Bungee-Jumping

Beim Bungee Jumping steht den Körper für wenige Sekunden unter einer enormen Belastung, daher sollten Springer keine Einschränkungen am Bewegungsapparat haben und über eine durchschnittliche Fitness verfügen. Darüber hinaus gelten folgende Voraussetzungen:

  • Mindestalter beträgt 16 Jahre mit Einverständniserklärung des Erziehungsberechtigten
  • Körpergewicht liegt zwischen 50 kg und 120 kg
  • Normale physische und psychische Gesundheit
  • Bei Rückenbeschwerden und Bandscheibenprobleme nur nach ärztlicher Rücksprache.

Das maximale Körpergewicht hängt von der Absprunghöhe ab, deshalb gilt für manche Veranstaltungsorte eine niedrigere Höchstgrenze. Im Falle eines Tandemsprungs muss das Gesamtgewicht beider Personen zwischen 120 und 170 kg liegen.

Unter diesen Umständen sollten Sie auf Bungee-Jumping verzichten: Bei einer Schwangerschaft, Diabetes, Beschwerden mit der Halswirbelsäule, Epilepsie, Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Grüner Star, einem erhöhten Augendruck oder einer Thrombose ist die Teilnahme leider nicht möglich. Außerdem gilt für Springer die Null-Promille-Grenze.

Welche Kleidung trage ich zum Bungeespringen?

Mutige Interessenten, die den Kick selbst erleben möchten, tragen zum Bungee Jumping sportliche, bequeme Kleidung.  Zwar gibt es keinen strenge Kleidungsvorschriften, doch empfehlen Anbieter, bei der Wahl der Kleidung folgendes zu beachten:

Für Damen:

  • Sportlich, bequeme Oberbekleidung
  • Eine Hose statt Röcke bzw. Kleider
  • Knöchelfreie Schuhe mit flacher Sohle
  • Ggf. Wechselkleidung

Für Herren:

  • Sportlich, bequeme Kleidung
  • Knöchelfreie Schuhe
  • Ggf. Wechselkleidung

Da Sie beim Sprung die meiste Zeit kopfüber fallen, sollten Damen eine kurze oder lange Hose tragen. Wer sich für einen erfrischenden Dip-In entscheidet, benötigt zusätzlich einen Satz Wechselkleidung. Sicherheitsgurte, Fußschlaufen sowie die weitere Ausrüstung stellt Ihnen der Anbieter.

Ablauf des Bungee-Sprungs

Bevor Sie die Region aus fünfzig Metern Höhe betrachten und den Adrenalinkick erleben, beginnen am Boden die Sicherheitsmaßnahmen. Mitarbeiter des Bungee Jumping Teams legen Ihnen den Ganzkörpergurt an und befestigen die gepolsterten Schlaufen um Ihre Knöchel. Eine am Körpergurt befestigte Sicherung schützt vor einem Herausrutschen aus den Schlaufen.

Anschließend steigen Sie in die Gondel und werden auf die entsprechende Höhe befördert. Unterdessen erklärt Ihnen ein speziell ausgebildetes Teammitglied, welche Körperhaltung Sie einnehmen und wie Sie sich im freien Fall verhalten sollten. Dann ist es endlich soweit. Sie stehen an der Kante, wählen von drei abwärts und lassen sich nach vorne fallen.

Der freie Fall macht für die meisten Springer den besonderen Kick aus, bei dem der Adrenalinspiegel nach oben schnellt. Sobald die Länge des Seils erreicht ist, bremst es den Fall und zieht den Springer nach oben, so dass es zu einem zweiten freien Fall kommen kann. Diese weitere Phase wird auch „Rebound“ genannt.

Je nach Gewicht des Springers gibt es mehrere solcher Phasen, nach denen der Sprung endet und er am Seil nach unten gelassen wird. Am Boden wartet ein Mitarbeiter auf Sie und hilft Ihnen auf die Füße.
Daneben gibt es weitere Varianten, die sich von dem herkömmlichen Bungee Jumping unterscheiden.

Weitere Varianten des Bungee-Jumpings

Bungee-Jumping-Brücke
©shutterstock – Pumpchn

Neben dem klassischen Bungee Jumping und dem Dip-In gibt es weitere Varianten, an einem Bungee-Seil in die Tiefe zu springen:

Tandemsprung

Wer gemeinsam mit dem Partner oder der Freundin den Nervenkitzel spüren möchte, entscheidet sich für einen Tandemsprung. Beide Springer tragen Sicherheitsgurte sowie ein gepolsterte Fußschlaufen, die aneinander befestigt werden, bevor sie gemeinsam das Bungee Jumping wagen.

Sling Shot

Bei dieser Form des Bungee Jumpings befinden sich ein bis zwei Teilnehmer in einem kugelförmigen Gerüst, das an Bungees nach oben geschleudert wird. Da sich die Seile an den Seiten der Kugel befinden, dreht sie sich im Flug und pendelt schließlich aus. Anders als bei der herkömmlichen Variante sichern ein Beckengurt sowie ein Sicherheitsbügel die Teilnehmer. Diese Variante finden Sie häufig in Freizeitparks und auf großen Kirmessen.

Rocket Shot

Ebenso geht es beim Rocket Shot nach oben. Hierbei wird der Teilnehmer nach oben katapultiert, um anschließend kopfüber auszupendeln. Der Schuss beginnt auf dem Boden. Dort spannt ein Kran das an einer Vorrichtung befestigte Seil bis zu erforderlichen Höhe. Sobald sie erreicht ist, löst sich die Verbindung zum Gewicht, so dass das Seil den Springer hinauf schleudert.

Bei dieser adrenalinreichen Variante erleben die Teilnehmer zunächst das Gefühl zu fliegen, bevor sie mit Bauchkribbeln fallen und der Sprung endet. Um eine Kollision mit der Absprunggondel zu vermeiden, spannt er das Seil aus sicherer Entfernung. Aufgrund dessen fliegen manche Teilnehmer über ihn hinaus und erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis zu 100 km/h.

Ist Bungee-Jumping gefährlich?

Die beim Bungee Jumping verwendete Ausrüstung unterliegt strengen Kontrollvorschriften, um die Sicherheit der Teilnehmer zu erhöhen. Darüber hinaus sind die Anbieter verpflichtet, das Material regelmäßig zu überprüfen. Außerdem dürfen nur Personen das Bungee Jumping ausprobieren, deren Bewegungsapparat, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und Augen gesund sind. Dadurch wird Bungee Jumping zu einem relativ sicheren Sport, bei dem jedoch eine geringe Verletzungsgefahr für den Springer bestehen bleibt.

Die meisten Unfälle entstehen beim Bungee Jumping durch die falsche Körperhaltung, wenn das Seil seine Gesamtlänge erreicht hat und der Rebound den Springer ein Stück nach oben schleudert. Dabei können Schürwunden und Prellungen durch das Seil an den Armen entstehen, die die Teilnehmer schützend vor das Gesicht halten. Diese Haltung verhindert ebenfalls, dass sich in dieser Phase eine Schlaufe um Kopf oder Hals bildet.

Darüber hinaus kann es in seltenen Fällen durch die Zugkräfte sowie Pendelbewegungen zu Verletzungen der Fußgelenke oder Wirbelsäule kommen, wenn der Körper ruckartig in die Höhe gerissen wird und wieder fällt. Dennoch kehren die meisten Bungee-Springer unverletzt, aber mit einem Glücksgefühl wieder auf den Boden zurück.

Kann das Bungee-Seil reißen?

Die größte Angst einiger Springer betrifft weniger die Höhe, aus der das Bungee Jumping stattfindet, sondern die Sorge um einen Seilriss. Durch die spezielle Seil-Technologie besteht jedoch ein sehr geringes Risiko, dass es während des Sprungs reißt.

Beim Bungee Jumping kommen spezielle Seile zum Einsatz, die aus einem elastischen Material bestehen, das sich beim Auffangen des Springers ausdehnt und so den Fall langsamer abfängt. Aus diesem Grund spielt das Körpergewicht des Teilnehmers eine wichtige Rolle, das festlegt, welche Länge das Bungee haben darf.

Zudem besitzen neuere Seile einen Überdehnungs- sowie Reißschutz aus Kunstfasern, der eine Überdehnung des Seils verhindert und den Springer im Falle eines Seilrisses vor einem Sturz schützt.

Was kosten Bungee-Jumping und Tandemsprünge?

Die Kosten beim Bungee Jumping unterscheiden sich zwischen den Anbietern und Veranstaltungsorten. In der Regel beinhalten sie die Sicherheitsausrüstung, Betreuung sowie Einweisung in das richtige Verhalten und einen Bungee-Sprung. Für den besonderen Adrenalinkick zahlen einzelne Springer zwischen 70 und 160 Euro.

Je nach Sprungort und Anbieter fallen höhere Sprungkosten an, z. B. auf der 192m hohen Europabrücke in Österreich. Dort kostet ein Einzelsprung ca. 160 Euro. Die Preise für Tandem-Bungee-Jumping liegen bei ca. 140 bis 170 Euro für zwei Personen. Dadurch kostet ein Tandemsprung weniger als zwei Einzelsprünge. Außerdem bieten einige Veranstalter Gruppen-, Zeit- sowie Zehnertickets an und haben Sonderangebote für Studenten sowie Auszubildende.

Den eigenen Bungee-Sprung auf Video

Sie möchten dieses unglaubliche Erlebnis in Erinnerung behalten und Familie und Freunden zeigen? In diesem begleitet sie ein Kamermann von den Vorbereitungen auf dem Boden, während der Kranfahrt zur Absprunghöhe und hält sogar den Sprung bis zu ihrer Ankunft auf der Erde in Bildern fest. Anschließend erhalten Sie ihn auf einer SD-Karte.
Als weiteres Extra bieten einige Veranstalter den Springern an, ein Stück des Seils als Armband zu kaufen. Für diese Sonderleistungen ist jedoch ein Aufpreis fällig.

Das richtige Wetter für Bungee-Sprünge

Ob Bungee-Sprünge stattfinden, hängt von den Wetterverhältnissen ab. Schließlich springen Sie aus einer Höhe zwischen 50 und 70 Metern. Um die Sicherheit nicht zu gefährden, findet Bungee Jumping nur bei trockenen Wetterverhältnissen und leichten Regengüssen statt.

Fällt der Sprung wegen starken Winden oder Gewitter aus, können Interessenten einen Ersatztermin vereinbaren. Bei unklaren Wetterverhältnissen sollten die Teilnehmer mit Verzögerungen rechnen, um abzuwarten, ob der Sprung trotzdem stattfinden darf.

Bungee-Jumping in Deutschland und Österreich

In Deutschland ist Bungee Jumping nur auf Kränen erlaubt, jedoch finden im Ausland auch spektakuläre, legale Sprünge von hohen Brücken statt.

Wer den Nervenkitzel einmal selbst erleben möchte, findet in Deutschland Österreich neben dem größten Anbieter Jochen Schweizer und mydays weitere Veranstalter, die Bungee Jumping von Kränen aus unterschiedlichen Höhen anbieten:

  • Berlin, Hafen Schmöckwitz, Kranhöhe 50m, mit Dip-In
  • Duisburg, Sportpark Wedau, Kranhöhe 50m, mit Dip-In
  • Hamburg, Hamburger Hafenkran, Kranhöhe 50m, mit Dip-In
  • Leipzig, Cospudener See, Kranhöhe 50m, mit Dip-In
  • München, Olympia-Regatta-Anlage, Kranhöhe 50m, mit Dip-In
  • Schwarzwald, Schluchsee, Kranhöhe 50m, mit Dip-In

Springer, die den Mut haben, aus größeren Höhen von einer Brücke zu springen, holen sich den Kick in über 90 Meter Höhe in Österreich:

  • Innsbruck, Europabrücke, Brückenhöhe 192m, mit Dip-In
  • Malta, Kölnbreinsperre, Kranhöhe 165m, ohne Dip-In
  • Wien, Donauturm, Platformhöhe 152m, ohne Dip-In
  • Lingenau, Lingenauer Hochbrücke, Brückenhöhe 106m, ohne Dip-In
  • Klagenfurt, Jauntalbrücke, Brückenhöhe 96m, mit Dip-In
  • Arzl, Benni Raich Brücke, Brückenhöhe 94m, ohne Dip-In